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Seminar im E-Werk: Sicher gegen Stammtischparolen

Seminar im E-Werk: Sicher gegen Stammtischparolen

Ein Witz über Frauen in der Küche, ein Spruch am Stammtisch übers Dritte Reich oder eine Diskussion zur Familienfeier über vermeintlich faule Südländer.

Oschatz. Von Jana Brechlin

Und nun? Weghören oder reagieren? Wie man solchen Diskriminierungen begegnet und seine Argumente auch sicher vertritt, das trainierten Teilnehmer am Wochenende im Oschatzer E-Werk bei einem Argumentationsseminar.

 

 

 

Tipps dafür kamen am Wochenende von Suse und Jens*. Beide sind seit Jahren in der politischen Bildungsarbeit tätig und engagieren sich im Netzwerk für Demokratie und Courage. "Die meisten Interessenten haben genug Fakten, wissen aber nicht, wie sie die in der Argumentation rüberbringen sollen", hat Jens erfahren. Über Grundsätze, Strategien und Rollenspiele wurde im Seminar das nötige Rüstzeug vermittelt, um Stammtischparolen entgegenzutreten.

"Da hilft schon eine deutliche Körpersprache: Aufrecht sitzen oder fest mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und nicht leise, sondern klar und deutlich seine Ansage machen", beschreibt der Referent. Es sei immer legitim, sich zu Wort zu melden, wenn man mit Äußerungen konfrontiert wird, die der eigenen Überzeugung widersprechen. Dabei gebe es aber nicht nur die beiden Extreme, sich "dazwischen zu werfen oder gar nichts zu sagen". "Man muss immer die Situation einschätzen und kann zum Beispiel schauen, ob es hier auch Verbündete gibt, die man mit ansprechen kann."

Es sei auch ein deutliches Zeichen, zu sagen "ich bin dagegen, das höre ich mir nicht länger an und deshalb gehe ich", beschreibt Referentin Suse. "Gerade bei wiederkehrenden Diskriminierungen im Familien- oder Bekanntenkreis kann das eine gute Wirkung erzielen, manchmal ist dann tatsächlich Ruhe", sagt sie. Es gebe dabei nicht das perfekte Allheilmittel, vieles sei eine Sache des Trainings. "Man kann sich vorher überlegen, wie man reagiert, wenn morgen wieder jemand im Bus beleidigt wird. Was man theoretisch schon abgehandelt hat, ist leichter in die Praxis umzusetzen", fügt sie hinzu. Ein gelungen platziertes Statement gebe Sicherheit und Mut, beim nächsten Mal erneut seine Meinung zu vertreten.

Diesen Mut will Andreas Fest möglichst vielen Leuten zusprechen. "Wenn von anderen ohne Hemmungen rassistische oder sexistische Sprüche kommen, sollte auch ohne Hemmung eine Gegenposition bezogen werden". Das heiße allerdings nicht, dass es mit Getöse zugehen müsse. "Ein ruhiges, deutliches Gespräch ist oft die bessere Variante und kann deeskalierend wirken."

-Standpunkt

 

*Nachnamen bleiben auf Wunsch der Referenten aus Sicherheitsgründen ungenannt.

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