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Sieben Varianten für neue Bundesstraße 169 zwischen Salbitz und Seerhausen

Verkehrsplanung Sieben Varianten für neue Bundesstraße 169 zwischen Salbitz und Seerhausen

Bei Seerhausen überquert die 2012 neu gebaute B 169 die B 6 und endet wenige Meter weiter im Feld. Das soll nicht so bleiben. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr legt derzeit die geänderten Unterlagen für den Abschnitt nach Salbitz öffentlich aus. Naundorfs Bürgermeister Michael Reinhardt hegt zahlreiche Bedenken gegen die vom Amt bevorzugte Variante.

Zwischen Seerhausen und Salbitz soll die B 169 auf einer neuen Trasse verlegt werden.
 

Quelle: Infografik: Patrick Moye/Quelle: Landesamt für Straßenbau und Verkehr

Naundorf.  Bei Seerhausen überquert die 2012 bis hierhin fertig gestellte B 169 die B 6 und endet wenige Meter weiter im Feld. Das soll nicht so bleiben. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) legt derzeit die geänderten Unterlagen für den Abschnitt nach Salbitz öffentlich aus. Naundorfs Bürgermeister Michael Reinhardt hegt zahlreiche Bedenken gegen die vom Amt bevorzugte Variante.

Zwischen Seerhausen und Salbitz soll die B 169 auf einer neuen Trasse verlegt werden.

Zwischen Seerhausen und Salbitz soll die B 169 auf einer neuen Trasse verlegt werden.

Quelle: Infografik: Patrick Moye/Quelle: Landesamt für Straßenbau und Verkehr

„Die Unterlagen umfassen elf Aktenordner. Die Betrachtung und der Vergleich verschiedener Varianten umfassen etwa ein Drittel des ersten Ordners“, erläutert Michael Reinhardt die Struktur des Papierberges. Der „Rest“ diene dazu, die von der Behörde auserkorene Vorzugsvariante zu rechtfertigen.

Die Vorzugsvariante ähnelt der vor sieben Jahren gescheiterten Trasse über den Hahnefelder Speicher. Allerdings soll sie an diesem Konfliktpunkt rund 300 Meter in Richtung Raitzen verlegt werden. „Damit würde die B 169 immer noch durch die Schutzgebiete linkselbische Bachtäler und Jahnaniederung führen“, unterstreicht der Naundorfer Bürgermeister.

Amt hat sieben Varianten untersucht

Insgesamt hat das Lasuv sieben Varianten untersucht. Zum Vergleich von Umweltverträglichkeit, Flächenbedarf und weiteren Aspekten würden jedoch nur drei herangezogen. Die Vorzugsvariante des Lasuv hat laut der Unterlagen „zwar den mit Abstand geringsten Flächenbedarf, belegt hinsichtlich des Umweltvergleichs jedoch aufgrund der Lärmbeeinträchtigung von Wohnflächen sowie der hier erforderlichen kurzen Querung der Natura 2000-Gebiet ... den dritten Rang“ – der verbliebenen drei Varianten. In dieser Hinsicht habe die Variante 3 b die geringsten Nachteile.

Dabei handelt es sich um eine Trasse, die von Seerhausen aus ein Stück auf der B 169 in Richtung Oschatz verläuft und dann zur Staatsstraße abbiegt, die Oschatz mit Salbitz verbindet. Sie berührt oder durchschneidet keine Schutzgebiete.

Umgehung verläuft auf einem Damm

Erfreulich ist aus Sicht von Michael Reinhardt, dass die Ortsumfahrung für Salbitz eindeutig dem dritten Bauabschnitt zugeordnet ist. Damit käme es nicht dazu, dass eine leistungsfähige neue Straße quasi in den Doppelkurven im Ort in die alte Trasse ausläuft. Allerdings ist diese gute Nachricht mit einem bitteren Beigeschmack versetzt. „Die Umgehungsstrecke verläuft auf einem Damm. Diese Aufschüttung schneidet die Straße von Gastewitz nach Hof. Eine Brücke oder ein Durchlass ist dabei nicht vorgesehen“, erläutert der Bürgermeister. Damit werde immerhin eine Kreisstraße unterbrochen und außerdem die Zufahrt zum Windpark erschwert.

Zur tatsächlichen Leistungsfähigkeit der neuen Trasse sollte man keine Illusionen hegen, dämpft Reinhardt die Erwartungen. „Aus den Unterlagen geht hervor, dass die B 169 zwischen Seerhausen und Salbitz zwei- und dreistreifig sein wird. Die dreistreifigen Abschnitte machen allerdings nur 40 Prozent je Fahrtrichtung der knapp acht Kilometer langen Strecke aus“, betont das Naundorfer Gemeindeoberhaupt.

Für langsame Fahrzeuge gesperrt

Allerdings solle die B 169 in diesem Bereich für Fahrzeuge mit einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von weniger als 60 Kilometer pro Stunde gesperrt werden. Gleichzeitig werde es zwischen Seerhausen und Salbitz keine Auf- und Abfahrten auf die B 169 geben. „Damit wird der landwirtschaftliche Verkehr von der neuen Straße fern gehalten und muss weiterhin das bestehende, nach dem Bau aber zerschnittene Straßennetz nutzen“, betont Michael Reinhardt. Das berge gerade im Hinblick auf die Belieferung der Raitzener Biogasanlage Konfliktpotenzial.

Acht Brücken müssten gebaut werden

„Um an der Vorzugsvariante des Amtes die naturschutzrechtlichen Belange zu erfüllen, müssen zahlreiche Bauwerke errichtet werden“, erläutert der Naundorfer Bürgermeister. Die Planzeichnungen würden vorsehen, dass die Fledermausschutzwände in Raitzen durch Wohngrundstücke verlaufen, genau genommen sogar durch ein Gebäude. Insgesamt müssten bei dieser Variante acht Brücken gebaut werden.

Michael Reinhardt stört sich auch daran, was im Gemeindegebiet während des Neubaus der B 169 und danach mit den bestehenden Straßen passieren soll.

Andere Straßen sollen abgestuft werden

 „Es kann nur jemand, der die Verhältnisse vor Ort nicht kennt, vom Schreibtisch aus entschieden haben, den Verkehr über die Verbindungsstraße Hof-Salbitz umzuleiten, wenn an der Straße zwischen Salbitz und Oschatz gebaut wird“, stellt der Naundorfer Bürgermeister fest. Für ihn ist nicht akzeptabel, dass nach dem Bau der B 169 so viele der jetzt vorhandenen Straßen abgestuft werden sollen. „Statt einer Staatsstraße soll die Ortsdurchfahrt Salbitz dann eine Gemeindestraße sein“, nennt er ein Beispiel. Eine Zusage, dass sie vorher in einen ordentlichen Zustand versetzt werde, könne er den Unterlagen jedoch nicht entnehmen und sieht deshalb hohe Belastungen bei der Instandhaltung auf die Kommune zukommen.

Naundorf hat als am Verfahren beteiligte Kommune bis Anfang Juni Zeit, eine Stellungnahme zu den Planungen zu formulieren. „Ob es dann einen Erörterungstermin oder gleich eine Entscheidung am grünen Tisch gibt, kann ich nicht abschätzen“, sagt Michael Reinhardt. Die Zeit wäre schon knapp, wollte man in reichlich einem Monat falsche Zuordnungen von Flur- und Ortsnamen korrigieren. Also werde man sich in der Stellungnahme auf das Wesentliche beschränken.

Naundorf wird als Naunhof bezeichnet

Dass auf dem Klebezettel für das Exemplar der Unterlagen, das in Naundorf ausliegt, Nauenhof stehe, sei nur eine Randnotiz, wirft aber aus der Sicht von Reinhardt aber auch ein Licht darauf, mit welcher Sorgfalt das Landesamt arbeitet.

Von Axel Kaminski

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