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Oschatz Sieben auf einen Streich: Kommunen starten Aktionsbündnis Oschatzer Land
Region Oschatz Sieben auf einen Streich: Kommunen starten Aktionsbündnis Oschatzer Land
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06:00 18.05.2016
Die Liebschützberg-Mühle soll belebt werden. Quelle: Dirk Hunger
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Oschatz/Collm-Region

Standesämter, Friedensrichter, Zweckverbände und mehr – die Zusammenarbeit der sieben Städte und Gemeinden des Altkreises Oschatz trägt seit vielen Jahren Früchte und hat sich etabliert. Nun soll die Kooperation – mit Blick auf regionale und überregionale Herausforderungen und Chancen – noch verstärkt werden.

Den Startschuss dafür gab der Oschatzer Stadtrat jetzt mit dem Bekenntnis zum „Aktionsraum Oschatzer Land“ per Beschluss in der jüngsten Sitzung. Die übrigen Kommunen werden in Kürze folgen oder haben ähnlich lautende Beschlüsse bereits gefasst. Besiegelt wird das neue Projekt mit einer Vertragsunterzeichnung aller beteiligten Bürgermeister zur zweiten Kleinen Gartenschau am Freitag, dem 3. Juni, in Oschatz.

Eigenständigkeit der Kommunen soll bleiben

Ziel soll es vor allem sein, die weitere Eigenständigkeit der beteiligten Kommunen zu erhalten sowie Konkurrenzangebote und Doppelstrukturen im ländlichen Raum zwischen Ablaß und Zaußwitz zu vermeiden. „Sowohl touristisch als auch wirtschaftlich wird die Region rund um den Collm zunehmend als Bestandteil des Großraums Leipzig gesehen. In kleineren Strukturen denkt da schon kaum noch jemand. Wir tun also gut daran, unsere lokalen Besonderheiten weiter aufeinander abzustimmen und die interkommunale Zusammenarbeit zu sichern“, verdeutlichte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) das Ziel des Bündnisses. Die Berührungspunkte endeten nicht bei historischen Gemeinsamkeiten und räumlichen Verflechtungen. „Die Städte Dahlen, Mügeln und Oschatz sowie die Gemeinden Cavertitz, Liebschützberg, Naundorf und Wermsdorf verstehen sich als ein gemeinsamer Lebensraum der Menschen und Unternehmen vor Ort“, heißt es in der Beschlussvorlage. Sie wird allen Stadt- und Gemeinderäten vorgelegt und beinhaltet die gemeinsame Willenserklärung der genannten Rathaus- und Verwaltungsoberhäupter, die in den jeweiligen kommunalen Gremien zur Debatte standen oder noch Thema sein werden.

Stadt Oschatz hat besondere Bedeutung

Der Stadt Oschatz kommt dabei als Mittelzentrum eine besondere Bedeutung zu. Arbeit, Einkauf, Kultur und Arztbesuche führen die Menschen aus den umliegenden Kommunen in die Stadt. Verankert sind in der Willensbekundung darüber hinaus die Fachkliniken und Krankenhäuser in Oschatz, Wermsdorf und Schmannewitz sowie das Schloss Hubertusburg und die Döllnitzbahn „Wilder Robert“.

Die touristische Bedeutung der beiden letztgenannten Ziele werde in den kommenden Jahren noch steigen, heißt es in dem Papier. Das Oschatzer Land biete bezahlbaren Wohnraum, funktionierende Infrastruktur und eine niedrige Kriminalitätsrate. Das mache sie attraktiv für Fachkräfte und deren Familien. Darüber hinaus böten die Wermsdorfer Seen, der Obstanbau im Süden, zahlreiche Mühlen und Schlösser eine besondere Lebensqualität.

Aber es gibt auch Nachholebedarf im Aktionsraum „Oschatzer Land“. Deshalb sieht die Vereinbarung vor, dass sich die Bürgermeister in regelmäßigen Beratungen über gemeinsame Zukunftsaufgaben abstimmen, Anregungen und Ideen einbringen. Die laufenden Projekte sollen gleichzeitig fortgesetzt werden. Gegenwärtig ist in mehreren Kommunen die Radwegesituation und die Breitbandversorgung zu nennen, verdeutlichte Andreas Kretschmar. Aber auch die soziale Fürsorge und die rückläufige Bevölkerungsentwicklung gehören dazu. Denkbar seien darüber hinaus weitere Gemeinschaftsinitiativen von Vereinen an den Schulen und Kindertagesstätten – nicht nur im sportlichen Bereich.

Von Christian Kunze

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