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Oschatz Silberner Meisterbrief für Dahlener Handwerker
Region Oschatz Silberner Meisterbrief für Dahlener Handwerker
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15:37 23.02.2016
Hartmut Risse, Inhaber der gleichnamigen Dahlener Bauklempnerei, hat neben seinem Meisterbrief jetzt auch das Schriftstück in Silber. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Dahlen

Es sollte ein normaler Messebesuch werden, doch für Hartmut Risse gab es jetzt in Leipzig eine Überraschung. Auf der Mitteldeutschen Handwerksmesse erhielt der 62-Jährige gemeinsam mit weiteren Unternehmern den Silbernen Meisterbrief der Handwerkskammer zu Leipzig.

Dabei kann der Dahlener Klempner- und Installateurmeister schon seit 1987 einen Meisterbrief vorweisen. Eher zufällig stieß der Sohn des Handwerksmeisters auf die Möglichkeit der Ehrenurkunde und fädelte die Überraschung ein. „Ich war wirklich völlig ahnungslos“, gesteht Hartmut Risse. Als er dann zur Auszeichnungsveranstaltung gelotst wurde, habe er sich sehr gefreut. „Ich bin schon ein bisschen stolz, immerhin muss man seit der bestandenen Meisterprüfung im gleichen Handwerk geblieben sein – da gehört schließlich etwas dazu.“ Das sieht auch der Leipziger Handwerkskammerpräsident Claus Gröhn so. Die Geehrten hätten seit über 25 Jahren meisterliche Leistungen erbracht, das sei zu würdigen. „Viele von ihnen sind den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit gegangen und haben Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen. Für diesen Lebensentwurf – für eine Karriere mit Lehre – wollen wir mit der Auszeichnung werben“, unterstrich der Präsident.

Viel Handarbeit im Handwerk

Obwohl Hartmut Risse eher zufällig zu seiner Ausbildung als Klempner und Installateur kam – „die PGH war in Dahlen, also fast vor der Haustür, das bot sich an“ – bezeichnet er seine Berufswahl rückblickend als Volltreffer. Seit er 1969 mit der Lehre begonnen habe, als Geselle in der PGH arbeitete und nach der Wende selbstständig wurde, habe ihm das Handwerk immer Spaß gemacht. „Das ist etwas Solides und hat viel mit Handarbeit zu tun. Man sieht, was man am Tage geschafft hat“, beschreibt er. Auch wenn die Handgriffe oft dieselben seien, werde das Material auch hier immer weiter entwickelt. „Kupferblech war früher ein Fremdwort für uns – heute gehört es zum Arbeitsalltag. Außerdem verwenden wir viel Edelstahl und Titanzinn in allen Varianten“, zählt er auf. Man müsse mit der Zeit gehen, dazu würden auch Investitionen in neue Maschinen gehören. Anstatt sich die Bleche vorgefertigt auf die Baustelle liefern zu lassen, werde der überwiegende Teil des Materials in der Bauklempnerei selbst vorbereitet. Dadurch sei man flexibler und könne die Kosten genauer kontrollieren.

Dabei macht Risse keinen Hehl daraus, dass auch Rückschläge zu seiner Berufsbiografie gehören. Tiefpunkt sei die Insolvenz der Ausbau Dahlen GmbH gewesen, die Risse mit weiteren Gesellschaftern nach der Wende gegründet hatte. Das Scheitern habe man erst einmal wegstecken müssen. Danach wagte der Handwerksmeister allein die Selbstständigkeit und hat die Entscheidung nicht bereut. Die Bauklempnerei, die seinen Namen trägt, ist überwiegend auf Montage unterwegs. Für viele öffentliche Auftraggeber hat der Dahlener bereits gearbeitet – am Rathaus in Kiel etwa, am Leipziger Gewandhaus oder dem Stadtmuseum in Dresden. „Wenn ich dann auf dem Turm der Frauenkirche stehe und von oben die Dächer sehe, an denen wir gearbeitet haben, freut mich das“, beschreibt er.

Zukunft für Familienbetrieb gesichert

Aktuell gehören sechs Mitarbeiter zum Team um Hartmut Risse, darunter langjährige Wegbegleiter wie Martina Trampler im Büro oder Steffen Thomas, mit denen der Handwerksmeister schon früher zusammengearbeitet hat. Sein Sohn Jens Risse, Zimmerer- und Klempnermeister, ist ebenfalls im Unternehmen und wird den Familienbetrieb einmal weiterführen. Den Grundstock dafür hat der Altmeister gelegt. „Wir können zufrieden sein“, findet Hartmut Risse, „sicher, es gibt immer mal Schwierigkeiten und lange Arbeitstage gehören dazu. Aber wir behaupten uns und ich kann mich auf meine Leute verlassen.“

Neben Fleiß und Ehrgeiz brauche man aber auch ein bisschen Glück und gute Kontakte, um im Handwerk zu bestehen, findet der Dahlener. Ein Beispiel dafür sei der bereits verstorbene Kollege Horst Leithold in Olganitz gewesen. „Wir waren eigentlich Konkurrenten, doch von ihm hab ich so manchen guten Tipp bekommen, und das ist Gold wert.“ Ebenso wichtig sei die familiäre Unterstützung, betont der Silber-Meister.

Von Jana Brechlin

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