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Software-Schmiede Itacom in Oschatzprofitiert von NSA-Skandal

Software-Schmiede Itacom in Oschatzprofitiert von NSA-Skandal

Nein, mit Microsoft könne die Itacom GmbH nicht verglichen werden, wehrt David Hagemeister gleich ab. Doch die Gründungsgeschichte seiner Softwarefirma hat gewisse Ähnlichkeiten mit dem großen Vorbild aus den USA.

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Quelle: Friso Gentsch

Oschatz. Von Christian Dittmar

 

 

Ebenso wie Bill Gates in den 70er Jahren in der elterlichen Garage in Seattle an Computern herumwerkelte und damit den Grundstein für den Weltkonzern Microsoft legte, so begann auch die erfolgreiche Entwicklung von Itacom in einer Garage. In diesem Fall war es Anfang der 90er der Autoabstellraum von Hans-Martin Hagemeister im 140-Seelen-Dorf Trepitz, gut zehn Kilometer nördlich von Oschatz.

 

Im Mai 1990, noch vor der Einführung der D-Mark, gründete der Vater von David Hagemeister die Firma, damals noch unter dem Namen Computer & Kopiersysteme. Hagemeister Senior hatte zu DDR-Zeiten in einer LPG gearbeitet und dort schon Kontakt zu den wenigen Computern im Staat. Die Wendezeit nutzte der damals 34-Jährige für den Sprung ins Ungewisse. "Überall brachen Unternehmen zusammen. Da war es eine gute Zeit, etwas Neues anzufangen", erzählt der Junior, der 1996 zur väterlichen Firma stieß. Über den Umweg Belgern kam das Unternehmen 1992 nach Oschatz und ist seither dort verwurzelt.

 

Inzwischen arbeiten 16 Angestellte für den 38-jährigen David und seinen zwei Jahre älteren Bruder Dirk. Die beiden fungieren seit 2010 als Co-Chefs, nachdem der Vater die Firma in ihre Hände gelegt hatte. 2013 lag der Umsatz bei 1,25 Millionen Euro, 200 000 mehr als im Jahr davor. Im Bereich der Fax- und E-Mail-Netzwerklösungen gilt Itacom mittlerweile als drittgrößter Anbieter in Deutschland, regelmäßig stellen die Hagemeisters auf der Cebit in Hannover aus.

 

Das kontinuierlich erfolgreiche Arbeiten über 24 Jahre brachte der Familienfirma, in der neben den Söhnen weiterhin der Vater und seit ein paar Jahren auch die Mutter beschäftigt sind, in diesem Jahr erstmals eine Nominierung für den sächsischen Unternehmer-Preis ein. Für die Auszeichnung reichte es am Ende aber nicht.

 

Doch was produziert Itacom eigentlich genau? "Wir sind der Software- hersteller für Nischenprodukte", antwortet David Hagemeister. "Mit Itacom CRM zum Beispiel können Unternehmen ihre internen Informationen besser übermitteln", setzt Bruder Dirk fort. Auch das Synchronisieren von Smartphones und Tabletts bietet Itacom an.

 

Da sich die Produkte der Informationstechnologie (IT) nur an Firmen und nicht an Privatkunden richten, ist der Betrieb in der breiten Bevölkerung allerdings kaum bekannt. Dabei gehören Konzerne aus Italien, den Niederlanden, Frankreich und sogar Hongkong zu den Kunden des Mittelständlers.

 

Auch das Thema IT-Sicherheit bildet seit Jahren eines der Standbeine - und ist im Zuge des NSA-Skandals noch einmal gewachsen. "Das, was wir seit Langem gepredigt haben, dass Unternehmen mehrere Anbieter von Sicherheitssoftware benötigen, hat sich nun noch einmal bestätigt", sagt David Hagemeister. Die Firmen rennen Itacom aber trotz NSA und Trend zur Digitalisierung nicht die Türen ein. "Wir haben auch keine außergewöhnlichen Erfindungen oder besonders niedrige Preise zu bieten", sagt David Hagemeister. "Unsere Stärken sind einfach Know-how, Schnelligkeit und Zuverlässigkeit."

 

Um langfristig zu wachsen, werden auch Niederlassungen eröffnet, von denen derzeit fünf quer über Deutschland verteilt existieren. Und auch eine Ver- legung des Firmensitzes ist trotz der Verwurzelung des Familienunterneh- mens nicht vom Tisch. "Leipzig und Dresden sind immer eine Option", so Hagemeister.

 

Doch vorerst wollen die Chefs am Standort Oschatz bleiben, ein Weiterbestehen als Familienunternehmen ist auch für die kommenden Jahre geplant. Ob irgendwann mal seine Söhne als dann dritte Generation die Firma übernehmen werden, kann David Hagemeister aber noch nicht sagen. "Wer weiß schon, was in 20 Jahren in der IT-Branche los ist. Vielleicht brauchen die Firmen unsere Dienste dann gar nicht mehr."

Christian Dittmar

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