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Sommer-Feuerwerke versetzen Tiere in Panik

Sommer-Feuerwerke versetzen Tiere in Panik

Für Partygäste ist es ein Riesenspaß, für manche Tiere dagegen der absolute Horror: Sommerliche Feuerwerke haben derzeit Hochsaison und bringen Tierschützer auf die Palme.

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Michael Sperlich, Geschäftsführer des Tierschutzvereines Leipzig

Quelle: Andre Kempner

Region Oschatz. Die lauten Detonationen eines Feuerwerkes erschreckten kürzlich eine Kuhherde im Raum Sornzig derart, dass die Tiere beinahe ausgebrochen wären. Auch im Mügelner Ortsteil Lichteneichen gab es mehrere derartige Vorfälle. Mügelns Bürgermeister Volkmar Winkler (SPD) ist beunruhigt und setzte das Thema kurzerhand auf die Tagesordnung des Verwaltungsausschusses am Donnerstag. Denn für die Genehmigung der Party-Feuerwerke sind die Kommunen zuständig.

 

Nur bei großen Höhen-Feuerwerken hat das Landratsamt Nordsachsen den Hut auf. "Wir prüfen, ob diese Feuerwerke genehmigungsfähig sind. Denn die Knallerei sollte außerhalb der Silvesterzeit die Ausnahme sein", sagt Rayk Bergner, Pressesprecher des Landratsamtes. Dabei wägen die Behördenmitarbeiter nach seinen Angaben auch ab, ob Tieren in der Nachbarschaft der Lärm von Raketen und Böllern zuzumuten ist - oder eben nicht. So wie beim Stadtfest Delitzsch. "Das Abschluss-Feuerwerk darf schon seit mehreren Jahren nicht mehr stattfinden, da sich in der Nähe ein Storchenhorst befindet", weiß Bergner.

 

Michael Sperlich wäre es am liebsten, wenn überhaupt nicht mehr geballert würde. Der Geschäftsführer des Tierschutzvereines Leipzig sagt: "Das ist eine Modeerscheinung, die mir gewaltig auf die Nerven geht." Der 48-Jährige hat selbst drei Hunde, von denen einer panisch auf Feuerwerks-Krach reagiert. Wenn er mit Nele, einem kleinen Terrier-Mischling, jetzt im Sommer einen Abendspaziergang macht, ist Reaktionsgeschwindigkeit gefragt. "Ist Nele abgeleint, und es knallt plötzlich, muss ich blitzschnell reagieren - sonst ist sie weg."

 

Viele Tierarten haben ein äußerst empfindliches Gehör, daher nehmen sie einen Knall noch viel intensiver als Menschen wahr und geraten in Panik. Zum Beispiel hören Katzen besser als Hunde und noch viel besser als Menschen.

 

Ein generelles Verbot der Knallerei wäre dem Tierschützer Michael Sperlich deshalb am liebsten. Er weiß aber auch, dass das unrealistisch ist. Falls Partyveranstalter dennoch ein Einsehen haben sollten und auf die Knallerei verzichten, hat Sperlich auch schon eine Idee, wofür das eingesparte Geld verwendet werden könnte: "Das kann dann für den Tierschutz gespendet werden."

Frank Hörügel

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