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Oschatz Sommerfest in historischen Gewändern
Region Oschatz Sommerfest in historischen Gewändern
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17:32 21.08.2012

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Schlösser gibt es in der Region Oschatz recht häufig - Feste auch. Nur ein Fest für ein Schloss, welches nicht mehr existiert, ist eine Kuriosität, die sich nur in Wellerswalde findet.

"Wir stehen hier auf dem Schloss", begrüßte Hasso Manteuffel, ein gut gekleideter Herr mit Zylinder, alle Gäste, die sich um die Miniaturversion des Schlossgeländes in seinem Pavillon versammelten. Zuerst erntete er nur verwirrte Blicke, aber nach kurzer Erklärung wurde klar, dass die Mauern des prächtigen Schlosses schon längst zu Staub zerfallen sind. "Ich stand mit meinem Vater auf dem Feld, als der Turm des Schlosses 1949 gesprengt wurde", beschreibt Inge Röhr ihre Beobachtungen. "Das werde ich nie vergessen", pflichtete Günther Hoffmann ihr bei. Der damals 13-jährige Aussiedler sieht die Bilder noch heute vor seinem inneren Auge. "Es war ein Tag vor Himmelfahrt und keiner verstand, warum das schöne Gebäude nicht mehr stehen durfte", so Hoffmann. Umso interessanter war es für alle, sich im Gedenken an das Gut der Familie Oppel auf der großen Wiese unweit der Kirche zu treffen und ein buntes Sommerfest zu feiern. Bei diesem Fest hatte jeder seine Rolle zu spielen. Die Mitglieder des Leubener Schlossvereines waren festlich gekleidet vor Ort und informierten gern über Geschichte.

Der einzige, der aus dem Rahmen fiel, war der mitgereiste Leubener Ritter Touareg, der an der Veranstaltung wenig Freude hatte. "Mir ist das hier zu ruhig. Mir steht der Sinn eher nach einem blutigen Gemetzel", scherzte er. Im Mittelpunkt standen aber nicht die bunt kostümierten Protagonisten des Rahmenprogramms, sondern eine 30 Zentimeter große Figur. "Der Jacobus ist der eigentliche Anlass für unser Fest", informierte der Vorsitzende des Wellerswalder Heimatvereines Gunter Röhr.

Ziel der Veranstalter war es, die etwa 1000 Euro für die Restauration der wurmstichigen Heiligenfigur zusammenzubekommen. "Wenn der Jacobus dann wieder ansehnlich ist, soll er als Leihgabe der Gemeinde nach Lampertswalde. Als Schutzpatron der Wanderer soll er dort vor allem über vorbeiziehende Pilger wachen. Ihrem Ziel scheinen die Wellerswalder auch nahe gekommen zu sein. "Wenn bei solch einem Wetter bis zu sechzig Leute einem Vortrag über Kreuzritter lauschen, dann kann man sich nicht beschweren", fasste Mitinitiator Robert Schmidt die Beteiligung zusammen. Den Abschluss des Festes bildete eine Lesung des Werkes "Nur ein Stein blieb". Mit Orgelmusik unterlegt wurden einige Passagen aus dem Werk von Christa von Oppel vorgetragen, die den Besuchern die Dramatik der Familiengeschichte, aber auch das Leben in Zeiten der Kriegswirren nahe brachte.

Janett Petermann

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