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Oschatz Sommerlicher Bauboom bringt Kommunen bei Oschatz ins Schwitzen
Region Oschatz Sommerlicher Bauboom bringt Kommunen bei Oschatz ins Schwitzen
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09:15 17.08.2016
Baustelle reiht sich im Sommer an Baustelle. Die Auftragsbücher der Unternehmen sind voll, Termine deshalb knapp. Das treibt die Preise in die Höhe.  Quelle: dpa
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Oschatz

 In den Sommermonaten brummt das Geschäft in vielen Handwerksunternehmen, die Auftragsbücher sind voll. Was eigentlich erfreulich ist, stellt viele Kommunen vor große Herausforderungen. Denn sie sind oft darauf angewiesen, ihre Bauarbeiten in der Ferienzeit erledigen zu lassen, um den alltäglichen Ablauf – zum Beispiel im Straßenverkehr oder in Schulen und Kindergärten – so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Die Bewilligung von Fördermitteln, die oft erst im Frühjahr erfolgt, tut ihr Übriges. In der Folge melden sich auf entsprechende Ausschreibungen nur wenige Firmen, die mit ihren Angeboten den Kostenrahmen oft sprengen.

Fördermittel bestimmen Terminplan

Das Problem ist in der Gemeindeverwaltung von Wermsdorf bestens bekannt. „An Schulen muss natürlich in den Ferien gebaut werden. Ansonsten versuchen wir aber im Rahmen unserer Möglichkeiten, Aufträge schon im Winter auszuschreiben“, erzählt Bürgermeister Matthias Müller. Die Fördermittelbewilligung stelle dabei durchaus ein Problem dar. „Die müssen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzt werden. Deshalb überlegen wir uns genau, was wann sein muss. Und warten unter Umständen lieber noch ein Jahr.“

Das sei ein organisatorischer Kraftakt. Mit viel Jonglieren und Kommunikation habe man diesen bisher aber ohne größere Probleme meistern können. „Das liegt vor allem daran, dass wir einen sehr guten Bauamtsleiter haben“, lobt der Bürgermeister.

Kurzfristige Aufträge stellen Problem dar

In Dahlen habe es in letzter Zeit nur kleinere Instandsetzungsarbeiten gebeben, die von den Unternehmen in der Gegend gut abgedeckt werden konnten, erzählt Bürgermeister Matthias Löwe. „Ansonsten versuchen wir natürlich auch, unsere Ausschreibungen in das neue Jahr zu legen. Dann gibt es noch Termine und die Preise sind günstig.“ Die Fördermittelvergabe sei aber stets ein Unsicherheitsfaktor bei der Planung. „Wie haben vieles nicht in der Hand. Der Vergabezeitpunkt sorgt dafür, dass Aufträge manchmal in eine ungünstige Zeit fallen“, so Löwe.

Für Aufträge, die von langer Hand geplant werden, würden sich in Mügeln durchaus Bewerber finden, bei denen die Kosten im Rahmen bleiben, sagt Karin Uhde, Leiterin des Bauamts. Problematisch werde es meist erst bei kurzfristig angesetzten Arbeiten. „Wir wollten zuletzt schnell etwas gepflastert haben. Sowas ist dann schwierig. Die Firmen warten ja nicht auf uns“, erklärt sie.

Folgen des Fachkräftemangels

Für die Arbeiten am Freibad und für das Geoportal habe sie hingegen auf die Ausschreibung geeignete Angebote erhalten. „Für das Bad waren es zugegeben wenige Bewerber. Aber die Kosten waren im veranschlagten Rahmen. Für uns ist das kein existenzielles Problem“, so Uhde.

Martin Gremmel ist Geschäftsführer der Bauinnungen in Nordsachsen. Für ihn werden anhand der Situation die Folgen des massiven Fachkräftemangels deutlich. „Es sind kaum noch Leute da, die die Arbeiten machen können. Dazu kommt der Mindestlohn. Da steigen natürlich die Preise“, resümiert er.

Selbst ist der Handwerker

Unter dieser Lage leiden nicht nur kommunale Bauherren, sondern auch Privatpersonen. Der Trend geht längst dahin, selbst Hand anzulegen. Das spüren besonders die Baumärkte in der Region. „Gerade wenn es um kleinere Arbeiten geht“, sagt Ilona Mende, Verkaufsleiterin für Baustoffe bei der Raiffeisen-Handelsgenossenschaft in Oschatz. „Wir bieten dafür alles im Markt an. Was bleibt den Menschen denn auch anderes übrig?“, fragt sie.

Bei Obi hat man sich schon vor längerer Zeit auf das Projektgeschäft konzentriert, wirbt gezielt damit. „Wir bieten aber auch die Vermittlung von Handwerkern an, damit alles aus einer Hand kommt. Das läuft bisher schleppend“, sagt Roy Köhler, Chef von Obi in Oschatz. Er ist sich dennoch sicher, dass in Zukunft mehr Leute derartige Angebote wahrnehmen werden. „Nicht alle Arbeiten kann man einfach selber machen. Außerdem geht es oft aus Zeitgründen nicht anders“, so Köhler.

Von Nathalie Helene Rippich

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