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Oschatz Spätstartern winkt mehr Geld
Region Oschatz Spätstartern winkt mehr Geld
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16:12 16.02.2014
Martin Graf im Lager der Firma Dorow: Bei dem Unternehmen mit Stammsitz in Oschatz lernt der Grimmaer den Beruf des Fachlageristen. Quelle: Andreas Röse

Die Arbeitsagentur greift deshalb sogenannten Spätstartern unter die Arme, die noch keine Ausbildung abgeschlossen haben. Das Beispiel von Martin Graf zeigt, dass diese Initiative auf fruchtbaren Boden fällt.

Von Frank Hörügel

Nach seinem Hauptschulabschluss im Jahr 2007 wollte Martin Graf durchstarten. Doch es kam anders. Der Grimmaer fand auf Anhieb keine Lehrstelle und erkrankte dann auch noch an Diabetes. Bis zum März des Vorjahres hangelte sich der junge Mann von einem Hilfsjob zum anderen. Sein Ziel hatte er jedoch nicht aufgegeben. "Ich wollte unbedingt eine Lehrstelle", erinnert sich Graf. Unterstützung bekam er dabei von der Arbeitsagentur Oschatz über das Programm "Ausbildung wird was - Spätstarter gesucht", das es seit einem Jahr gibt. Nach einem Praktikum beim Oschatzer Unternehmen Dorow & Sohn begann der 23-Jährige hier im August eine zweijährige Ausbildung zum Fachlageristen. "Ich lerne, wie Waren angenommen, kontrolliert und versendet werden. Bis jetzt macht mir das Spaß, die Ausbildung ist vielfältig", sagte Graf gegenüber der OAZ.

"Noch immer wird ein erhöhter Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften benötigt. Eine solide berufliche Ausbildung ist daher eine gute Basis für den beruflichen Erfolg", sagt Cordula Hartrampf-Hirschberg, Leiterin der Arbeitsagentur Oschatz. Ein Blick in die Gehaltstabellen des Statistischen Bundesamtes verrate, dass sich Ausbildung auch finanziell lohne. Danach verdienen Ungelernte in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie im Durchschnitt 1876 Euro, Facharbeiter dagegen 2266 Euro als Brutto-Monatsverdienst. Michaela Ungethüm, Geschäftsführerin des Jobcenters Nordsachsen, sagt dazu: "Die Praxis zeigt, Arbeitnehmer mit abgeschlossener Berufsausbildung werden besser entlohnt als angelernte Arbeitskräfte, sie sind im Durchschnitt seltener arbeitslos und werden später eine höhere Rente genießen können."

Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels sind auch etliche Arbeitgeber offen für die Spätstarter. "Wir nehmen gern etwas ältere Azubis - denn wir versuchen hier, unseren Nachwuchs so früh wie möglich an die Praxis heranzuführen. Das bedeutet auch, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten relativ schnell selbstständig arbeiten", sagt Raimo Dorow, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens mit Stammsitz in Oschatz. Entsprechen die Spätstarter den Anforderungen des Unternehmens, haben sie Chancen auf einen festen Arbeitsplatz. "Gute Lehrlinge lassen wir grundsätzlich ungern ziehen, da schauen wir durchaus, dass irgendwie eine Übernahme erfolgen kann", so Dorow. © Kommentar

Frank Hörügel

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