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Spatenstich verschoben: Neubau der Wermsdorfer Grundschule verzögert sich

Ärger um Zuschüsse Spatenstich verschoben: Neubau der Wermsdorfer Grundschule verzögert sich

Es war ein ambitioniertes Ziel, in diesem Jahr den ersten Spatenstich für den 3,6 Millionen Euro teuren Grundschulneubau in Wermsdorf durchzuführen. So wie es jetzt aussieht, muss sich die Gemeinde davon verabschieden und ihren Zeitplan korrigieren. Denn die Anforderungen an das Projekt steigen, und das macht die Angelegenheit zeitaufwendiger und teurer.

In der Poststation sind Hort und Grundschule untergebracht. Künftig sollen die Schüler einen Neubau zur Verfügung haben, doch der Baustart verzögert sich.

Quelle: Dirk Hunger

Wermsdorf. Bürgermeister Matthias Müller (CDU) musste seinen Gemeinderäten jetzt erklären, dass die Kriterien für die europäischen Fördermittel wesentlich ausgefeilter geworden sind. „Damit sollen energieeffiziente Modellprojekte gefördert werden, die möglichst in Zusammenarbeit mit einer Forschungseinrichtung entwickelt worden sind“, beschrieb er. Mindestens Nullenergiehaus-Standard müsse die Grundschule demnach aufweisen. Gelinge das, könnten aus dem Efre-Fonds der Europäischen Union 75 Prozent Fördermittel für den Bau fließen. „Allerdings nur für die Bereiche, die den energetischen Anforderungen entsprechen“, schränkte Müller ein.

Da kommt viel Rechenarbeit und Papierkram auf die Planer zu, denn ein Posten passt in das Profil, das nächste Los aber wieder nicht. Das würde dann bedeuten, für eine wärmedämmende Fassade beispielsweise gibt es die Zuschüsse, für Kabelschächte fällt der hohe Fördersatz weg.

Dabei hatte man in Wermsdorf schon früh zukunftsweisendes Bauen im Blick. Matthias Müller erinnerte an die Idee des Unternehmers Kurt Kirpal, eine kohlendioxidfreie Grundschule zu errichten. „Das war 2008 und damals schon richtig visionär“, blickte der Bürgermeister zurück. Zwar sei seitdem bereits viel Zeit vergangen, dennoch sei die Ausgangslage vergleichsweise komfortabel: „Wir sind deshalb schon weiter, als wenn wir einen konventionellen Bau geplant hätten.“ Doch selbst visionäre Ideen werden von der Entwicklung eingeholt, und mittlerweile sind die Standards für energieeffizientes Bauen noch einmal gestiegen. In den nächsten Tagen rechnet man damit, dass die neue Förderrichtlinie vorliegt und ablesbar ist, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, um den höheren Fördersatz zu erhalten. Ansonsten können die Wermsdorfer auf die Schulhausbauförderung des Freistaates zurückgreifen, aus der aber lediglich 40 Prozent der Kosten subventioniert werden.

„Die Mittel sind für uns reserviert, einen Bescheid haben wir noch nicht“, so Müller. Planungstechnisch bedeute dies alles mehr Arbeit. „Wir brauchen ein Ingenieurbüro, das uns bei der Ausschreibung für Ingenieurbüros hilft“, sagte er und löste damit Kopfschütteln der Gemeinderäte aus. Wenn man Glück habe, würden die vorgesehenen Eigenmittel trotzdem reichen, weil höhere Zuschüsse fließen. Die ganze Prozedur werde nicht einfacher, dennoch bleibe es erklärtes Ziel, in Wermsdorf eine neue Grundschule zu bauen, und letztlich könne ein energieeffizientes Projekt im Betrieb Kosten sparen helfen.

In Nachbarschaft zur alten Poststation, in der derzeit Grundschule und Hort zusammen untergebracht sind, soll für rund 3,6 Millionen Euro ein neues Gebäude für Erst- bis Viertklässler entstehen (wir berichteten). Um die Eigenmittel aufzubringen, soll ein Kredit über eine Million Euro aufgenommen werden.

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