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Spektakuläre Funde aus der Bronzezeit bei Oschatz aufgetaucht

Geschichte Spektakuläre Funde aus der Bronzezeit bei Oschatz aufgetaucht

Bevor die Staatsstraße 28 zwischen Bornitz und der Kreisgrenze ausgebaut wird, haben Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie das Baufeld untersucht. Zum Ende ihrer Arbeit machten sie ein paar spektakuläre Entdeckungen. Diese wird Grabungsleiter Sven Conrad bei einer Führung am Donnerstag erläutern.

Grabungsmitarbeiterin Katja Schulze und Dr. Sven Conrad bei Arbeiten an der Grabstelle aus der Kugelamphoren-Kultur.

Quelle: Dirk Hunger

Wadewitz. Bevor die Staatsstraße 28 zwischen Bornitz und der Kreisgrenze ausgebaut wird, haben Mitarbeiter des Landesamtes für Archäologie das Baufeld untersucht. Zum Ende ihrer Arbeit machten sie ein paar spektakuläre Entdeckungen. Diese wird Grabungsleiter Sven Conrad bei einer Führung am morgigen Donnerstag erläutern.

Über Funde aus der Bronzezeit wurde an dieser Stelle schon berichtet. „Die Terrasse oberhalb der Döllnitz bot über Jahrhunderte günstige Voraussetzungen für Siedler“, erläutert Conrad. So ließe sich erklären, dass Nachweise aus Zeiträumen zwischen 3000 bis hin zu 500 vor Christus gefunden worden seien.

 Mit viel Fingerspitzengefühl müssen die Archäologen in Wadewitz arbeiten

Mit viel Fingerspitzengefühl müssen die Archäologen in Wadewitz arbeiten.

Quelle: Dirk Hunger

Nach Abriss der Straße fanden die Archäologen eine „in ihrer Komplexität für Sachsen ungewöhnliche“ Grabstelle aus der Bronzezeit. Sie sei über einen längeren Zeitraum, sowohl in der Jungsteinzeit als auch in der frühen Bronzezeit, benutzt worden. „Es gibt hier eine Grabkammer mit Steinplatten als Unterbau“ erklärt Sven Conrad. Dort hätten Feuerbestattungen stattgefunden. Knochensplitter habe man noch gefunden. Ansonsten seien aufgrund der Bodengegebenheiten keine Knochen erhalten geblieben.

Keramikscherben und eine Feuersteinklinge entdeckt

Gefunden habe man jedoch Keramikscherben aus der sogenannten Kugelamphoren-Kultur. Damit lasse sich die Besiedlung auf eine Zeit zwischen 3100 und 2700 vor Christus datieren. Außerdem hätten die Grabungsarbeiter eine Feuersteinklinge entdeckt, die als Grabbeigabe diente.

Neben diesem Bereich mit Steinplatten befindet sich ein Bereich, in dem der Boden dunkel verfärbt ist. Hier seien mindestens fünf Einzelbestattungen nachweisbar. „Man kann davon ausgehen, dass die Grabkammer insgesamt mit einem Hügel überdeckt war, der noch Hunderte Jahre in der Landschaft zu erkennen war“, stellt Conrad fest. Spätere Siedler hätten rings um diesen wahrscheinlich ein bis zwei Meter hohen Hügel weitere Grabstätten angelegt. Insgesamt habe man über 30 Bestattungen an dieser Stelle nachweisen können.

Führungen werden am Donnerstag angeboten

Es sei ein Glücksfall, dass dieser Bereich mit einer Straße überbaut wurde. Abseits der Trasse seien durch Erosion und Ackerbau wahrscheinlich viele Befunde verloren gegangen. Die Führung, bei der die Archäologen ihre Ergebnisse vorstellen, beginnt 17 Uhr. Parkmöglichkeiten gibt es an der Straße Am Teich, gegenüber den Stallanlagen. Treffpunkt zur Führung ist an der Baustellenabsperrung der S 28. Die Teilnahme ist kostenfrei. Das Landesamt für Archäologie empfiehlt den Besuchern, festes Schuhwerk zu tragen. Der Ausbau der S 28 zwischen Bornitz und der Kreisgrenze soll nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Von Axel Kaminski

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