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Spendenwelle für Hentzschels aus Oschatz rollt: Schon 1415 Euro für neue Küche

OAZ-Adventsaktion Spendenwelle für Hentzschels aus Oschatz rollt: Schon 1415 Euro für neue Küche

Die OAZ-Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ läuft auf vollen Touren. Großzügige Leser dieser Zeitung haben bis Freitagnachmittag bereits 1415 Euro gespendet, damit sich Familie Hentzschel den Traum von einer neuen Küche erfüllen kann.

Abends wird der Ranzen kontrolliert: Oft geht es im Alltag von Madlen Hentzschel (2.v.r.) und ihren Kindern auch trubelig zu.
 

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz.  Der größte Weihnachtswunsch der Familie Hentzschel geht den OAZ-Lesern zu Herzen: Bis gestern Nachmittag wurden bereits 1415 Euro für eine neue Küche gespendet (inklusive anonymer Spender).

Der Familienalltag ist ein Balanceakt: Kinder, Beruf und Haushalt unter einen Hut zu bringen verlangt die Fähigkeiten eines Jongleurs. So gesehen muss Madlen Hentzschel Tag für Tag viele Bälle in der Luft halten. Nach dem Tod ihres Mannes ist die 36-Jährige alleinerziehende Mutter von fünf Kindern.

Bei dem Pensum braucht man Hilfe und so wurde die Oschatzerin bereits von der Diakonie bei der Einrichtung eines Kinderzimmers unterstützt. Jetzt soll mit Hilfe der Spendenaktion dieser Zeitung „Ein Licht im Advent“ der Familie eine neue Küche eingerichtet werden – bisher ist der kleine Durchgangsraum, der als Küche dient, mit einem Mix aus alten und geschenkten Möbeln ausgestattet. Vor allem fehlt es an Stauraum für die ganzen Utensilien, die man in einem Sechs-Personen-Haushalt braucht: Allein die Anzahl der Brotdosen und Trinkflaschen für die Pause in der Schule ist stattlich.

Dabei ist die Küche der wichtigste Raum für die Hentzschels, ist Dreh- und Angelpunkt im Familienalltag. Nachdem die Mutter morgens die Kinder geweckt hat, treffen sich alle am Tisch zum gemeinsamen Frühstück. „Dann gehen die Großen allein in die Schule und ich begleite Elisa zum ,Bücherwurm’“, beschreibt Madlen Hentzschel einen typischen Morgen, „wenn ich zurückkomme, gehe ich eine Runde mit unserem Hund, mache etwas im Haushalt, räume auf, und dann muss ich auch schon auf Arbeit.“ Ihren Job erledigt die junge Frau auf 400-Euro-Basis bei einem Textil-Discounter in Oschatz. Weit reicht das Geld nicht, auch wenn die Familie mit Hartz IV aufstocken kann. „Witwen- und die Halbwaisenrente werden beim Bezug angerechnet, deshalb geht es immer gerade so“, sagt Madlen Hentzschel. Trotzdem versucht sie immer, auch etwas zu sparen, um ihren Kindern auch Wünsche erfüllen zu können.

Ihr Ältester, der 16-jährige Florian, leidet an einer Sprachentwicklungsstörung und besucht deshalb die Förderschule für geistig Behinderte in der Burgstraße und braucht viel Aufmerksamkeit. Genauso wie die Zwillinge Vanessa und Patricia, die elfjährige Sabine und Nesthäkchen Elisa wünscht er sich vor allem Zeit mit seiner Mutter. Doch das ist nicht immer möglich, zum Glück sind die Geschwister recht selbstständig. „Wenn ich die zweite Schicht habe, komme ich erst abends nach Ladenschluss nach Hause. Den Kindern lege ich dann einen Zettel hin mit kleinen Aufgaben für den Nachmittag. Das klappt ganz gut, trotzdem leiden sie darunter, wenn ich nicht da bin“, beschreibt Madlen Hentzschel. Vor allem seit dem Tod ihres Mannes, der vor über einem Jahr den Kampf gegen den Krebs verloren hat, sei die Familie enger zusammengerückt. Deshalb sei es für den Nachwuchs selbstverständlich, mit dem Abendessen zu warten, bis die Mutter wieder da ist. „Wenn wir dann am Abend alle zusammen sind, ist es am schönsten“, beschreibt Madlen Hentzschel. Dann wird es noch einmal trubelig, aber oft auch ganz gemütlich.

Von Jana Brechlin

Große Spendenaktion der OAZ für Familie Hentzschel:

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