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"Spielzeug-Krause" schließt

"Spielzeug-Krause" schließt

In wenigen Tagen wird die Chronik der Firmengeschichte eines traditionsreichen Oschatzer Fachhändlers und Handwerksbetriebes geschlossen. Das Kinderparadies Krause an der Strehlaer Straße, hervorgegangen aus dem Spielwaren- und Korbmachergeschäft Krause, wird geschlossen.

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Günter Krause und seine Frau Ingrid gehen nach fast 45 Jahren in den wohl verdienten Ruhestand.

Quelle: Bärbel Schumann

Damit geht eine 127 Jahre währende Familientradition zu Ende, die einst von Hermann Krause 1887 als Korbmacherbetrieb und Spielzeugwarenhändler begann.

 

Im Volksmund liebevoll "Körbchen Krause" oder "Spielzeug-Krause" genannt, konnten Kunden zu DDR-Zeiten hier meist all jene Dinge finden, an denen es in staatlichen Geschäften oftmals mangelte.

 

Firmeninhaber Günter Krause, der in dritter Generation den Betrieb führt, und seine Frau Ingrid gehen nun in den verdienten Ruhestand. "Ich bin hier groß geworden, habe mit 13 Jahren gelernt und das Geschäft 1969 von meinem Vater übernommen. Mit meinen 76 Jahren ist es an der Zeit, in den Ruhestand zu gehen", erklärt Günter Krause. Seine Frau Ingrid, hinter der Ladentheke stehend, nickt. "Leider hat unser Sohn, der bei uns Korbmacher lernte, das Geschäft nicht übernommen und die Enkel sind noch zu klein", fügt sie hinzu.

 

Nur noch wenige Spiele, Plüschtiere, Autos, Puppen Eisenbahnen und andere Sachen stehen in den Regalen des "Kinderparadieses". Der Abverkauf ist in vollem Gange. Auch der, der wenigen Korbwaren, die noch aus der Produktion der eigenen Werkstatt stammen.

 

"Ja, es war schon interessant, was man im Laufe der Jahrzehnte erlebt hat, und wie sich alles entwickelte", erinnert sich Günter Krause. So seien zu DDR-Zeiten beispielsweise alle Importe von exotischem Flechtrohr für die Korbmacher gestoppt worden. Der Handwerksbetrieb half sich, baute auf einer Plantage in Merkwitz selbst Weiden an und schaffte sich die notwendige Technik für die Ernte an. Trotzdem sei das Korbmacherhandwerk in der DDR sehr gefördert worden, damit es nicht aussterbe. Bis zu acht Mitarbeiter hatte "Körbchen-Krause" beschäftigt. Günter Krause setzte sich selbst für seine Berufskollegen ein, war viele Jahre Obermeister der Innung im Bezirk Leipzig.

 

"Aber mit der Wende wurde es für das Handwerk wirklich schwer, es war nicht mehr attraktiv", sagt der Oschatzer. An der Strehlaer Straße zog man zu Zeiten der Aufbruchstimmung im Land die Konsequenzen und erweiterte das Ladengeschäft. Das "Kinderparadies" wurde zum Fachhandelsgeschäft, in dem es alles gab, was Kinderherzen erfreut. Vom traditionellen Holzspielzeug und den Plüschtieren angefangen bis hin zu den bunten bekannten Bausteinen und computergesteuerten Spielmobilen. Zudem gab es im Dahlener Einkaufszentrum ein zweites Geschäft. "Das haben wir aber schon vor einiger Zeit abgegeben", sagt Ingrid Krause. Das Ehepaar freut sich, dass es bei ihrem letzten Lehrling in guten Händen ist.

 

Auch wenn Laden und Werkstatt an der Strehlaer Straße nun schließen, wird es Bleibendes in der Großen Kreisstadt und in der Region sowie in vielen Kinderzimmern geben. Die Stühle im Oschatzer Ratssaal erhielten beispielsweise bei Krause bei ihrer Restaurierung ein neues Geflecht. Auch das für das Storchennest der Mahliser Kindertagesstätte entstand im vergangenen Jahr.

 

Wenn am 30. Oktober die Ladentür endgültig geschlossen ist, wird die Zeit danach für Ingrid und Günter Krause nicht langweilig werden. Da sind sich beide sicher. Sie freuen sich auf die Wanderungen mit ihrem Hund und den Wanderfreunden des Vereins, auf Zeit für Hobbys wie das Weben, Spinnen, die Korbmacherei und das wöchentliche Tanzen beim TSC Oschatz.

Bärbel Schumann

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