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Stadt kauft Oschatzer Bahnhofsgebäude zum Schnäppchenpreis

Endlich am Zug Stadt kauft Oschatzer Bahnhofsgebäude zum Schnäppchenpreis

In der Neujahrsrede von Oberbürgermeister Andreas Kretschmar stand der Kauf und die Nutzung des Oschatzer Bahnhofsgebäudes ganz oben auf der Liste der Dinge, die unbedingt zu erledigen sind. Jetzt kann Kretschmar hinter dem Stichwort "Kauf Bahnhof" ein Häkchen machen. Seit der vergangenen Woche gibt es einen Stadtratsbeschluss, der die rechtlichen Grundlagen für den Kauf des Objektes regelt.

Momentan präsentiert sich das Oschatz Bahnhofsgebäude in einem jämmerlichen Zustand. Das soll sich nach dem Kauf durch die Stadt ändern.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. "Dieses Grundstück bewegt die Oschatzer Bevölkerung schon sehr lange. Die Deutsche Bahn AG war viele Jahre Eigentümer. Und just in dem Moment, in dem die Ausschreibung der Regionalbahn lief und in der Ausschreibung stand, dass in Oschatz ein bemannter Fahrkartenschalter vorgehalten werden muss, hat man das Gebäude verkauft", erklärt Kretschmar. Zwischenzeitlich wechselte das Haus mehrfach der Besitzer. Und im Jahr 2013 wurde das gründerzeitliche Bahnhofsgebäude an eine Privatperson in den alten Bundesländern verkauft. Doch ganz offensichtlich galt das Gebäude lange Zeit als Spekulationsobjekt. Die Stadtverwaltung Oschatz umschreibt dies jedoch in der Sitzungvorlage für die Abgeordneten diplomatischer: "Das Gebäude steht seit Jahren leer, Sanierungs- und Nutzungskonzepte der Eigentümer gab es nicht."

Das soll sich jetzt ändern, denn die Stadtverwaltung will die Gunst der Stunde nutzen und das Objekt kaufen. Vorverhandlungen hat es offenbar schon gegeben. Denn die Stadtverwaltung ist nun mit dem Ratsbeschluss ermächtigt, das Gebäude mit dem dazugehörigen Grundstück für 30.000 Euro zu kaufen. Da sich der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig an dem Vorhaben beteiligt, dürfte der Kauf des Objektes für die Stadt nicht nur ein Schnäppchen, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit sein. Da der Zweckverband eine 90-prozentige Förderung zugesagt hat, bleibt unter dem Strich eine Summe von 3200 Euro übrig, welche die Stadt als Eigenanteil aufbringen muss. Dieses Geld hat Kämmerer Jörg Bringewald auch schon im Haushalt aufgetrieben. "Ich kann mir vorstellen, als Stadt dort Hand anzulegen, aber nicht als Zuschussgeschäft, sondern als kostentragender Betrieb. Ich gehe davon aus, dass es einen Vertrag zwischen Deutscher Bahn, dem Zweckverband und der Döllnitzbahn geben wird, der regelt, dass das Mittelteil bis 2024 durch die Döllnitzbahn als Fahrkartenschalter genutzt wird", so Andreas Kretschmar.

Die Stadt rechnet auch damit, die Planungskosten für das Vorhaben komplett bezahlt zu bekommen. Außerdem ist eine 90-prozentige Förderung für die Erschließung des Grundstückes, die Modernisierung des Mittelteils und die komplette Dachsanierung angepeilt. Das würde die Stadt weitere 80.000 Euro als Eigenanteil kosten. Für die beiden Türme soll eine wirtschaftliche Nutzung erfolgen.

Hagen Rösner

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