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Stadtrat Oschatz verabschiedet eine neue Archivsatzung

Stadtgeschichte Stadtrat Oschatz verabschiedet eine neue Archivsatzung

Neue Grundlage für Marcus Büttler: Die Arbeit des Oschatzer Stadtarchivars steht rechtlich auf geänderten Füßen. Der Stadtrat beschloss jüngst eine Satzung über Benutzung und Aufgaben des Archivs. Sie nimmt Nutzer ebenso in die Pflicht wie mit der Stadt in Verbindung stehende Institutionen, die Unterlagen anfertigen.

Stapelweise Aktenunterlagen, wie man sie auch im Oschatzer Archiv findet – den Umgang damit regelt eine jüngst beschlossene Satzung.

Quelle: Stephanie Pilick

Oschatz. Marcus Büttler ist der Herr über das Archiv im Oschatzer Rathaus – immerhin mehr als ein Kilometer Akten auf mehrere Etagen verteilt. Wer dort recherchieren oder auf die Dienste des Stadtarchivars zurückgreifen möchte, hat sich an gewisse Regeln zu halten. Die Archivordnung bestimmt künftig eine entsprechende neu gefasste Satzung, die jetzt einstimmig von Stadtrat beschlossen worden ist.

Die Verwaltung folgt einem Muster auf Grundlage der Sächsischen Gemeindeordnung. Bisher waren die Belange des Archivs in der Entschädigungssatzung mit geregelt, die aus dem Jahr 1997 stammt. Das neue Regelwerk gibt Auskunft über die Benutzung der Archivunterlagen, ferner über deren Aussagekraft und die generellen Aufgaben der Einrichtung.

Sämtliche mit der Stadt in Verbindung stehende Behörden, öffentlichen Einrichtungen, Organe oder ihr unterstehende juristische Personen sind sogenannte anbietungspflichtige Stellen. Das heißt, sie sind dazu verpflichtet, dem Archiv sämtliche Unterlagen anzubieten, die sie selbst nicht mehr benötigen – spätestens 30 Jahre nach der Entstehung der jeweiligen Dokumente.

Für die Nutzung des Archivs sind Gebühren fällig. Deren Höhe regelt eine separate Satzung. Wer unter wesentlicher Zuhilfenahme des Archivs eigene Werke anfertigt, muss dem Archiv ein Belegexemplar zur Verfügung stellen. Das gilt auch für nicht veröffentlichte Werke.

Das Archiv wiederum ist Kraft des ihm zur Verfügung stehenden Materials zur historischen Bildungsarbeit verpflichtet. Das heißt, der Archivar bringt eigene Veröffentlichungen heraus, führt entsprechende Veranstaltungen oder unterstützt ansässige Geschichts- und Heimatvereine. Unterlagen, die das Archiv ablehnt, werden vernichtet, es sei denn geltendes Recht oder schutzwürdige Belange betroffener Personen sprechen dem entgegen. Der Nachweis über die Vernichtung muss seinerseits 30 Jahre aufbewahrt werden.

Von Christian Kunze

Oschatz 51.3006128 13.1059825
Oschatz
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