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Oschatz Stadtrat will mit Bebauungsplan für Quartier Busbahnhof großflächigen Einzelhandel fern halten
Region Oschatz Stadtrat will mit Bebauungsplan für Quartier Busbahnhof großflächigen Einzelhandel fern halten
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16:52 21.03.2012
Das Objekt der Begierde: Handelsunternehmen interessieren sich für eine Ansiedlung auf dem Areal zwischen Busbahnhof und ehemaligen Postamt (im Hintergrund). Der Stadtrat will das mit einem Bebauungsplan verhindern. Quelle: Dirk Hunger
Oschatz

Von Frank Hörügel

Die Fläche der abgerissenen Juri-Gagarin-Sporthalle liegt brach. Und auch auf dem Gelände des ehemaligen Postamtes in der Bahnhofstraße ist jede Menge Platz. "Es gibt immer wieder Anfragen zum Großhandel", nannte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) zur jüngsten Ratssitzung das Problem.

Bereits vor drei Jahren hat der Stadtrat ein Handelsnetzkonzept beschlossen, das die Neuansiedlung großflächigen Einzelhandels außerhalb des historischen Stadtzentrums ausschließt (Ausnahmen: Oschatz-West und an der Nossener Straße). Das Handelsnetzkonzept soll die Einzelhändler in der Innenstadt schützen. Mit dem neuen Bebauungsplan für das Areal zwischen Busbahnhof und ehemaliger Post soll nun in diesem Bereich Handel generell ausgeschlossen werden. Das Areal wird durch die Lutherstraße, die Promenade und die Bahnhofstraße begrenzt.

Ein Vorhaben, das die Mehrheit der Stadträte bei zwei Gegenstimmen von Rainer Horbas (FDP) und David Pfennig (Grüne/SPD) befürwortet, das aber nicht bei allen Mitgliedern dieses Gremiums auf Begeisterung stößt. Er könne die Angst der Innenstadthändler vor den großen Handelsketten nicht nachvollziehen, sagte Rainer Horbas. "Ich bin dagegen, die großen Handelsunternehmen zu verteufeln", so der FDP-Fraktionschef. Die FDP-Fraktion ist in dieser Frage uneins. Lutz Biedermann sieht das ganz anders als sein Fraktionschef. "Ich stimme gegen jeden zusätzlichen Quadratmeter Einkaufsfläche", betonte Biedermann. Christian Zieger (CDU) wies darauf hin, dass es in Oschatz schon jetzt überdurchschnittlich viel Handelsfläche gebe. Laut Bauamtsleiter Michael Voigt kommen auf jeden Einwohner knapp drei Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Das ist doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt. Zieger: "Es ist niemandem geholfen, wenn in Oschatz Investruinen produziert werden." Als Beispiel nannte er den ehemaligen Diska-Markt in der Friedensstraße, der seit dem Umzug des Sortiments in einen benachbarten Neubau leer steht.

Keine Probleme mit dem neuen Bebauungsplan dürfte der Landkreis Nordsachsen bekommen. Der hat in diesem Areal eine größere Baumaßnahme im Programm. Als Eigentümer des Busbahnhofes will der Landkreis hier ein modernes Zentrum für den öffentlichen Nahverkehr gestalten. Künftig soll es sechs Bussteige für abfahrende Fahrzeuge und drei Ankunftsbussteige geben, die mit einem Dach überspannt werden sollen (wir berichteten). "Der Umbau soll Ende September beginnen und bis zum 30. Mai 2013 abgeschlossen sein", sagte gestern Tobias Abert von der Pressestelle des Landratsamtes auf OAZ-Anfrage.

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