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Oschatz Stammgast im Oschatzer Freizeitbad „Platsch“ kritisiert „Groupon“-Gutscheine
Region Oschatz Stammgast im Oschatzer Freizeitbad „Platsch“ kritisiert „Groupon“-Gutscheine
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00:19 11.08.2017
Stammgast Gerhard Oehmichen wollte zunächst gar nicht glauben, wie niedrig die Eintrittspreise für das „Platsch“ bei der Internet-Rabattaktion sind. Quelle: Anton Zirk
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Oschatz

Gerhard Oehmichen ist passionierter Saunagänger. Alle zwei Wochen schwitzt der Rentner im Freizeitbad Platsch – und das seit Jahren. Dieses Vergnügen lässt sich der Oschatzer einiges kosten. 15 Euro müssen Erwachsene zum Beispiel für vier Stunden Erholung zahlen. Was Oehmichen vor einigen Wochen zufällig beim lockeren Plausch auf der Holzbank zu Ohren kam, wollte er deshalb erst gar nicht glauben. Andere Besucher erzählten, dass sie für schmale 8,50 Euro volle acht Stunden das komplette Angebot der Saunalandschaft nutzen würden. Das Internet mache es möglich. Und tatsächlich, über die Website „groupon.de“ können Nutzer Tageskarten zum genannten Preis erwerben. Nur eine Anmeldung beim kostenlosen Anbieter ist dafür nötig.

Oschatzer Freizeitstätten verteidigen Marketing-Aktion

Laut dem Statistik-Portal Statista hatte „Groupon“ Anfang 2017 fast 50 Millionen aktive Nutzer. Dieses Netzwerk und die damit verbundene Reichweite nutzt das weltweit aktive US-Unternehmen als Faustpfand bei den Verhandlungen mit Kooperationspartnern – so auch beim seit Jahren von sinkenden Besucherzahlen betroffenen Freizeitbad Platsch. Schon zum dritten Mal nach 2012 und 2014 läuft dort eine mehrmonatige Aktion mit dem Online-Rabatthändler. „Wir sehen Groupon als Marketingtool, um Neukunden anzulocken“, sagt Claudia Werner von Oschatzer Freizeitstätten. Die Marketing-Chefin glaubt fest an den Nutzen für das Bad: „Eine klassische Umfrage unter Gästen gab es nicht, aber wir reden mit unseren Besuchern. Viele sagen, dass sie über Groupon auf das Platsch aufmerksam gemacht worden und nach ihrem ersten Besuch wiedergekommen sind.“

Noch schlägt sich diese Zusammenarbeit bei den Besucherzahlen nicht messbar nieder. Zudem gebe es keine Statistik darüber, wie viele Gäste mit beziehungsweise ohne Rabatt ins Platsch kommen. Umsatzsprünge sind wegen der vergünstigten Preise von der Kooperation nicht zu erwarten, auch weil Groupon den erhofften Marketing-Effekt nicht aus reiner Nächstenliebe anbietet. In der Vergangenheit stand der Konzern wegen vermeintlich überhöhten Provisionen in der Kritik. Von 50 Prozent war da teilweise die Rede – wohlgemerkt abgezogen von dem bereits reduzierten Preis.

Provisions-Höhe bleibt geheim

Wie hoch die ausgehandelte Umsatzbeteiligung beim Platsch tatsächlich ausfällt, bleibt unter Verschluss. „Groupon“-Sprecherin Antje Pfahl verweist auf die Vertraulichkeit, zu der sich das Unternehmen bei den Kooperationspartnern verpflichtet hat. Wirtschaftliche Risiken birgt derweil nicht nur die Provision. Partner klagten in der Vergangenheit auch darüber, dass mehr Gutscheine von „Groupon“ verkauft wurden, als zuvor vereinbart. Der Ansturm als Folge der Rabattaktion sei insbesondere für kleinere Unternehmen nicht mehr zu stemmen gewesen.

Werner sieht derweil keinen Grund für Kritik. „Wenn es bisher nicht funktioniert hätte, würden wir es ja nicht mehr machen“, sagt sie. Es sei auch das erste Mal, dass sich ein Besucher über das Modell beschwert hätte. Stammgast Oehmichen hat dabei nicht prinzipiell etwas gegen Sonderangebote. Mittlerweile hat er mit Hilfe seiner Tochter selbst Rabatt-Tickets erstanden. Problematisch sei jedoch, wie die Aktion außerhalb der digitalen Welt beworben wird: „Menschen, die regelmäßig ins Platsch kommen und nicht im Internet oder auf groupon.de unterwegs sind, erfahren nichts davon und zahlen drauf. Das darf nicht sein!“

Von Anton Zirk

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