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Oschatz Stand Up Paddling auch im Raum Oschatz beliebt
Region Oschatz Stand Up Paddling auch im Raum Oschatz beliebt
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16:09 06.07.2018
OAZ-Volontär Christian Neffe beim Selbstversuch im Stand Up Paddling im Naturbad Luppa. Video: www.lvz.de/Region/Oschatz Quelle: Foto: Christian Kunze
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Luppa

Ein neuer Trendsport hat auf den Gewässern des Landes Einzug gehalten. Ob in Leipzig auf der Elster, in Hamburg auf der Alster oder auf einem der zahlreichen Seen in der Region: Wenn das Wetter stimmt, steht man vielerorts Menschen allen Alters auf einem Surfbrett stehend und mit einem Paddel in den Händen übers Wasser gleiten.

Stand Up Paddling (SUP) nennt sich das, zu Deutsch: Stehpaddeln. Das erfreut sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Fragt sich nur: Warum? Und ist es genau so schwierig, wie es für den Laien vom Ufer aus wirkt? Zeit für einen Selbstversuch.

Zwei Bretter-Varianten stehen zur Verfügung

Gelegenheiten dafür bieten sich in der Collm-Region reichlich. Eine davon ist das Naturbad Luppa, wo Holger Kühn mit scharfem Blick über seinen Strand wacht. Bis zu 1500 Menschen laufen hier an einem guten Wochenende auf, sagt er. Genug Probanden also, die bereit sind, sich auf eines der SUP-Bretter zu stellen, die Kühn verleiht.

Zur Auswahl stehen zwei Varianten: Moderne, aufblasbare und etwas größere Bretter sowie ältere aus massivem Holz, noch aus DDR-Zeiten. Ich entscheide mich für die erste, weil einsteigerfreundliche Option.

Das Brett ist knapp dreieinhalb Meter lang, einen halben Meter breit und 15 Zentimeter dick. Trotzdem lässt es sich bequem mit nur einer Hand vom Strand ins Wasser tragen.

Erste Hürde: Das Aufsteigen

Kühn drückt mir zuvor ein einfaches Kunststoffpaddel in die Hand. Als das Brett im seichten Wasser liegt, steh ich bereits vor der ersten Hürde: dem Aufsteigen. Immerhin ist die Oberfläche des Bretts mit einer rauen Kunststoffschicht überzogen. Ausrutschen ist also ausgeschlossen.

Anfänger sollten es zunächst im Hinknien versuchen, wurde mir zuvor geraten. In meinem Übermut begebe ich mich aber unmittelbar in den Stand – heißt ja schließlich “Stand Up“ Paddling. Ein paar Paddelschläge und mehrere Beinahestürze später finde ich langsam mein Gleichgewicht. „Die Füße etwas weiter zusammen, dann ist die Kontrolle besser“, ruft Kühn herüber.

Gesagt, getan. Dann folgt der schwierige Part: Es gilt, eine lockere Haltung in den Knien einzunehmen und zugleich die Körperspannung aufrecht zu erhalten. „Wer im Kreuze eirig ist, der bekommt’s nicht hin“, erklärt Kühn. Aus ihm sprechen fünf Jahre Erfahrung.

Sport ist in 20 Minuten erlernbar

Schon länger bietet er in seinem Seebad die Ausleihe von Brettern und Paddeln an. Erst seit kurzem aber habe der Sport so richtig an Fahrt aufgenommen. „Ich hatte hier Sechsjährige ebenso wie 50-Jährige, die das innerhalb von 20 Minuten gelernt haben“, sagt er stolz.

Ich bin nun einer von ihnen: Schon nach kurzer Zeit stehe ich stabiler und sicher auf dem Brett. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Fahrradfahren: In Bewegung lässt sich das Gleichgewicht viel leichter halten. Irgendwann traue ich mich sogar, den Blick vom Brett zu nehmen und ihn über den See schweifen zu lassen. Einen bessere Übersicht hat man selten. „Ich sage immer: Jesus konnte übers Wasser gehen – ich gleite“, feixt Kühn.

OAZ-Volontär Christian Neffe im Stand Up Paddling Selbstversuch

SUP fordert gesamte Körpermuskulatur

Auch Katrin Hanel, Inhaberin der Intersport-Filiale in Oschatz, ist vor einigen Jahren auf den SUP-Zug aufgesprungen. Ein begeistertes „Ich liebe das!“ entweicht ihr, sobald man sie darauf anspricht.

Der Sport sei vor allem deshalb so gut, weil er die gesamte Körpermuskulatur trainiere: Beine, Bauch und unterer Rücken durch die Anspannung, Arme und oberer Rücken durch das Paddeln. „Wenn man das ein bis zwei Stunden macht, sorgt das für einen richtig schönen Muskelkater.“ Sie bietet die Bretter zum Kauf wie auch zur Ausleihe an.

Zweite Hürde: Das Manövrieren

Die zweite große Hürde bildet das Manövrieren. Nach vorn zu gleiten ist kein Problem. Will man aber eine scharfe Kurve einlegen, muss das Paddel seitlich ins Wasser gesteckt werden um der Strömung Widerstand zu leisten – und schon fange ich wieder zu schlingern. Mit ein wenig Mühe klappt aber auch das.

Was also macht den Reiz am Stehpaddeln aus? Zum einen ist es ein wunderbares Ganzkörpertraining, zum anderen das erhabene Gefühl, quasi auf dem Wasser zu stehen und sich wie ein polynesischer Fischer bewegen zu können.

Und nein, das Ganze ist nicht mal ansatzweise so schwierig, wie es aussieht: Wer ein wenig Gleichgewichtssinn beweist, beherrscht den Sport schon nach wenigen Minuten.

Dritte Hürde: Das Absteigen

Ich drehe noch ein paar Runden und rette mich schlussendlich ans Ufer, freue mich bereits über einen gelungenen ersten Versuch. Doch die dritte Hürde – der Abstieg – macht diese Freude just zunichte: Mit zu viel Elan nehme ich den linken Fuß vom Brett, es wackelt, ich stürze. Bin ich also doch noch nass geworden. Aber das gehört beim Wassersport wohl dazu.

Von Christian Neffe

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