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"Standort mittelfristig nicht sicher"

"Standort mittelfristig nicht sicher"

Liebschützberg/Cavertitz/Oschatz. Wie sicher sind die Grundschulen der Region, allen voran die Einrichtungen in Schönnewitz und Cavertitz, wirklich? Das war Gegenstand eines Gespräches der Bürgermeister der Stadt Oschatz sowie der Gemeinden Cavertitz und Liebschützberg mit dem Verwaltungsdezernenten des Landkreises Nordsachsen, Horst Winkler.

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Die Grundschule und der Hort im Liebschützberger Ortsteil Schönnewitz sind derzeit verwaist, denn es sind Sommerferien. Die Zahl der Anmeldungen für das kommende Schuljahr reicht für eine 1. Klasse, ist aber geringer als sonst. Wie der Standort auf Dauer zu sichern ist, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen.

Quelle: Dirk Hunger

Von CHRISTIAN KUNZE

In Oschatz und Liebschützberg sind die Auffasungen zur Sicherheit des Standortes Schönnewitz unterschiedlich.

 

Welche Folgen ein Mitwirkungsentzug und die Nichteinrichtung einer neuen 1. Klasse haben können, erfuhren die Einwohner der Gemeinde Naundorf am Beispiel der Grundschule "Schlossschule" im Ortsteil Hof vor zwei Jahren (wir berichteten).

Der Standort in Schönnewitz ist aus der Sicht des Bürgermeisters der Gemeinde Liebschützberg nicht gefährdet. "Wir haben die Mindestanforderungen von 15 Kindern im kommenden Schuljahr erfüllt", erklärte Karl-Heinz Börtitz auf OAZ-Anfrage.

Das Gemeindeoberhaupt ist sich im Klaren darüber, dass Mütter und Väter aus seiner Gemeinde sich bewusst für eine andere Grundschule entschieden haben, an der ihr Kind lernen soll. Die Gründe dafür seien vielseitig und erschöpften sich nicht allein im alternativen Angebot der Freien Evangelischen Grundschule "Apfelbaum" in Schweta. "Für Eltern, die in Strehla oder Oschatz arbeiten oder deren Arbeitsweg dort entlangführt, sind Schulen in den Städten eben attraktiver", betonte er weiter im OAZ-Gespräch.

Davon, dass sich Eltern bewusst für eine Grundschule in Oschatz entscheiden, weil sie sich hier sicherer sind, dass ihr Kind die gesamten vier Grundschuljahre in einer Einrichtung lernen kann, hält Karl-Heinz Börtitz wenig. Der Oschatzer SPD-Stadtrat Torsten Ackermann hält dies dagegen durchaus für möglich, weil der Standort in Schönnewitz aus seiner Sicht bereits mittelfristig nicht sicher sei. "Die Eltern wollen hier kein Risiko eingehen und ihren Kindern das Lernen in einer größeren aber gut ausgestatteten Schule ermöglichen, zum Beispiel in Oschatz", so Ackermann jüngst gegenüber der Oschatzer Allgemeinen Zeitung.

Um Schulen im ländlichen Raum wie die in Cavertitz und Schönnewitz zu sichern, müsse es künftig Vereinbarungen zwischen den betroffenen Kommunen geben,  hält Karl-Heinz Börtitz dagegen und zwar in Abstimmung mit der Schulnetzplanung des Landkreises Nordsachsen. "Das kann so aussehen, dass wir Kinder aus den an die Gemeinde Cavertitz grenzenden Liebschützberger Ortsteilen an die dortige Grundschule abgeben und dafür Schülerinnen und Schüler aus den an Liebschützberg grenzenden Oschatzer Orts- und Stadtteilen nach Schönnewitz kommen." Letzteres sei im Übrigen schon seit mehreren Jahren der Fall, macht Börtitz deutlich. Diesen Vorschlag hingen lehnt der Oschatzer Torsten Ackermann ohne eine gleichzeitige Gemeindegebietsreform ab. "Nur mit dieser ist solch eine Lösung vorstellbar", so der SPD-Stadtrat.

Eine Abschaffung der Grundschul- bezirke, wie im Zuge der Diskussionen um den Erhalt der 1. Klasse für die Grundschule "Schlossschule" in Hof gefordert, hält Karl-Heinz Börtitz jedoch für illusorisch. Unvermeidbar, so das Liebschützberger Gemeindeoberhaupt, sei eine Lockerung des bestehenden Sächsischen Schulgesetzes. "Man beharrt hier strikt auf der magischen Zahl von 15 Schülerinnen und Schülern für die Einrichtung einer neuen 1. Klasse. Wenn generell auch Ausnahmen mit 13 oder 14 Kindern zugelassen würden, gäbe es deutlich weniger Mitwirkungsentzüge", sagt er.

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