Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Stieleichen statt Kiefern und Fichten für den Wermsdorfer Wald
Region Oschatz Stieleichen statt Kiefern und Fichten für den Wermsdorfer Wald
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 17.04.2018
Für die zwei Jahre alten Eichen bedeuten die Feuchtigkeit im Boden und die Nässe von oben beste Pflanzbedingungen. Ein Video unter: www.lvz.de/Region/Oschatz Quelle: Fotos: Axel Kaminski
Anzeige
Wermsdorf

Das sagten sich auch knapp 50 Freiwillige, die damit begannen, eine rund einen Hektar große, kahle Fläche in der Nähe zu bepflanzen. Zuvor hatte Revierförster Uwe Lange sie begrüßt. Er freute sich besonders darüber, dass viele Kinder an dieser Pflanzaktion teilnahmen.

Uwe Lange erläuterte, dass die Pflanzaktion in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Motto des Waldjahres steht. Es lautet „Wermsdorfer Wald – Waldumbau erleben“. Dort, wo Orkan Friederike im Januar zahlreiche Kiefern und Fichten wie Streichhölzer umknickte und teils entwurzelte, pflanzten die jungen und reiferen Teilnehmer der Aktion am Montag Stieleichen.

Nadelhölzer sind für Standort ungeeignet

„Die Stürme der jüngeren Vergangenheit waren ein Fingerzeig darauf, dass die Nadelhölzer von Natur aus nicht hierher gehören“, sagte Uwe Lange. Vielmehr seien vor allem Eichen in der Lage, auf den Böden hier in die Tiefe gehende Wurzeln auszubilden und so auch stärkerem Wind trotzen zu können. Diese Erkenntnis ist nicht neu, der Umbau des Wermsdorfer Waldes ist schon seit vielen Jahren im Gange.

Wermsdorfer Wald hat mehrmals sein Gesicht gewandelt

Wie Uwe Lange den Teilnehmern erläuterte, handelt es sich dabei nicht um den ersten grundlegenden Wandel in diesem Waldgebiet. Anfang des 16. Jahrhunderts habe es sich durch intensive Holznutzung, Waldweiden und stark überhöhte Wildbestände in einem schlechten Zustand befunden. Im 19. Jahrhundert habe der Schwerpunkt des forstlichen Handelns auf dem Anbau von Fichten gelegen. Deshalb sei der Anteil der Nadelhölzer im Wermsdorfer Wald Anfang des 20. Jahrhunderts bis auf 90 Prozent gestiegen.

Eichen sollen Fichten und Kiefern ersetzen

Um dem abzuhelfen hatten Uwe Lange und seine Kollegen am Montag rund 11 000 zweijährige Eichen zur Pflanzaktion mitgebracht. Damit mache man den Wermsdorfer Wald einerseits fit für die Zukunft und gäbe ihm andererseits etwas von seinem ursprünglichen Gesicht zurück. Für einen Hektar, also in etwa die auserkorene Fläche, benötige man etwa 8000 Pflanzen.

Starker Regenguss beendet Pflanzaktion

Den 50 Anwesenden wollten aber weder Uwe Lange noch Wettergott Petrus zumuten, diesen Hektar an einem Spätnachmittag aufzuforsten. Nach rund einer Stunde nahm der Regen stark an Intensität zu, dass kaum noch eine Chance bestand, mit trockener Kleidung zurück zu den auf dem Parkplatz abgestellten Autos zu kommen. Das sei zwar nicht gut für den geplanten „gemütlichen Teil“ an Feldküche und Getränkewagen, für die frisch gepflanzten Eichen seien die Feuchtigkeit im Boden und der Regen jedoch nahezu optimal.

Die bis dahin gepflanzten Baumreihen haben dennoch wesentlich mehr als nur Symbolcharakter. Tatsächlich wird der Rest dieser von Friederike kahl gefegten Fläche durch Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenforst bepflanzt. Und wenn die Kinder sich die Stelle merken, können sie ihren Enkeln später zeigen, wo sie Bäume gepflanzt haben.

Von Axel Kaminski

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Frühlingsfest und der Gildetag waren am Wochenende so gut besucht wie schon lange nicht mehr und damit ein Erfolg. Die Organisatoren führen das auf das Wetter, die verstärkte Werbung und ein geändertes Konzept zurück.

22.04.2018

Für wenig Geld qualitativ hochwertiges Obst und Gemüse essen: Dieser Kleingärtner-Wunsch geht nicht mehr in Erfüllung. Denn Samen für Obst und Gemüse werden immer teurer.

20.04.2018

Um den Sparkassenstandort in der Oschatzer Innenstadt weiter attraktiv zu halten, hat das Geldinstitut ein neues Abhebeverfahren für Bargeld installiert. Jetzt können über ein spezielles Verfahren auch Summen über 1000 Euro ohne PIN abgehoben werden.

19.04.2018
Anzeige