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Oschatz Störche in Mügeln durch lautes Höhenfeuerwerk vertrieben
Region Oschatz Störche in Mügeln durch lautes Höhenfeuerwerk vertrieben
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14:28 09.03.2018
Das Weite suchte in Mügeln das Storchenpaar, als es am Himmel durch Feuerwerk mächtig blitzte und krachte.
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Mügeln

Stinksauer ist Mügelns Storchenbeauftragter Bernhard Sommer. Der Mügelner spricht von einer Schande – und meint damit, dass es am vergangenen Sonnabend plötzlich ohrenbetäubend krachte, knallte und in den Himmel über Mügeln und Schweta jede Menge Silvesterraketen und Böller stiegen. „Wer hat denn so was erlaubt? Ich wäre bald in die Luft gegangen“, ist Sommer auch ein paar Tage später noch immer außer sich. Das massive Feuerwerk habe sowohl die Jungstörche, die sich auf der Varia-Esse befanden, als auch die Alttiere auf der sogenannten Fischeresse vertrieben. Die vier Jungstörche sind seitdem spurlos verschwunden, ihre Eltern sind wieder zurück gekehrt.

Knallerei müsste verboten werden

Sommer befürchtet, dass die Jungtiere dabei Schaden genommen haben könnten und sagt: „Überall ist die Population schwach. Die Mügelner freuen sich dagegen, dass hier vier Jungstörche aufwachsen. Es ist zu befürchten, dass die Horste dann im nächsten Jahr nicht mehr angenommen werden. Solche Fälle hat es nachweislich schon gegeben.“ Die Knallerei müsste aus seiner Sicht in der Natur, wo Tiere gefährdet sein könnten, verboten werden. „Das vertreibt auch Nachtvögel und Eulen“, so Sommer, der damit auch einer Meinung mit dem Kreisstorchenbeauftragten Achim Roth ist, wie er versichert.

Hier war noch alles friedlich: Die Mügelner Störche in ihrem Nest. Quelle: privat

„Ich gebe Herrn Sommer recht. Die Tiere werden verschreckt und wissen nicht, wo sie sich niederlassen sollen. Durch solchen Blödsinn wird Schaden angerichtet. Wir versuchen schon, Feuerwerke grundsätzlich einzudämmen, das hat inzwischen überhand genommen“, so Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wählervereinigung Mügeln). Eine Lösung des Problems sieht er allerdings nicht. „Der Stadt sind die Hände gebunden. Wenn es nicht genehmigte Feuerwerke gibt, kann man nur die Polizei hinschicken. Aber ob das aufgrund der Personalsituation möglich ist, bleibt fraglich.“

Zwei Feuerwerke in Mügeln genehmigt

Julius Enge, Sachbearbeiter im Ordnungsamt Mügeln, hatte für das vergangene Wochenende zwei Feuerwerke genehmigt, beide in Mügeln. „Prinzipiell ist es so, dass es keine Genehmigung für Feuerwerk im Umkreis von 1000 Metern gibt, solange Brutzeit ist. Wir haben dazu die Untere Naturschutzbehörde angehört, ob es möglich ist, dem Feuerwerk zuzustimmen. Weil die Tiere flugfähig sind und ihr Leben nicht mehr gefährdet ist, gab es behördlicherseits keine Bedenken.“

Für den Mügelner Ortsteil Schweta hat der Behördenmitarbeiter aber keinen Antrag zum Abbrennen von Böllern und Raketen erhalten und demzufolge auch keine Genehmigung erteilt. Dabei könne es sich nur um ein illegales Feuerwerk gehandelt haben. So etwas werde mit einer saftigen Geldbuße geahndet. Das kann den Verursacher zwischen 50 und 500 Euro kosten, warnt Enge vom städtischen Ordnungsamt.

Von Heinz Großnick

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