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Oschatz Straftat eines Mügelners führt zu Leiden auf einer Alpaka-Farm
Region Oschatz Straftat eines Mügelners führt zu Leiden auf einer Alpaka-Farm
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17:13 15.02.2012
Hartwig Kraft von Wedel und seine Alpakas haben auf Grund einer Straftat im März 2010 echt leiden müssen. Die Tiere mussten vom Tierarzt behandelt werden. Jetzt ist diese Situation überstanden und der mutmaßliche Täter, der "nur" wegen Diebstahls und Unterschlagung verurteilt wurde, bestraft. Quelle: Sven Bartsch
Oschatz/Mügeln

Von Gabi Liebegall

Das jedoch ist nicht Gegenstand der Verhandlung.

Der Angeklagte soll in einer Nacht Anfang März 2010 in einen kleinen Betrieb eingebrochen sein und eine Motorsense, einen Elektrohobel, einen Werkzeugkoffer und einen Schwingschleifer gestohlen haben. Zutritt habe er sich mit einem Originalschlüssel verschafft.

Der Angeklagte leugnet. "Ich habe das Werkzeug gefunden. Es hat im Straßengraben gelegen, etwa 50 Meter vor dem Firmengelände." Der Beschuldigte habe das Werkzeug mitgenommen, um einiges zu reparieren.

Er sei es nicht gewesen, sagt er immer wieder. Trotzdem glauben Richter René Stitterich und Staatsanwalt Michael Frommhold ihm nicht.

Der geschädigte Landwirt beschreibt als Zeuge, was sich in dieser betreffenden Nacht ereignet hat. Ein Auto habe einmal vor und einmal nach Mitternacht mit brausendem Motor in der Nähe des Betriebes Halt gemacht. Und als der Diebstahl entdeckt worden war, habe der 44-Jährige sofort eine Vermutung gehabt. Deshalb nannte er der Polizei den Namen eines Praktikanten, der wochenlang nicht zur Arbeit erschienen war. Übrigens: Der Geschädigte erfährt erst hier vor Gericht, dass der junge Mann bereits einschlägig vorbestraft ist.

Ruhig und sachlich berichtet der Züchter, dass in dieser Nacht die 150 Tiere von unbekannten Personen aus den verschlossenen Ställen herausgelassen worden waren. Und die Deckhengste hätten die "Gunst der Stunde" genutzt und das Dilemma perfekt gemacht. Letztlich habe der Tierarzt eingreifen müssen.

"Um diese Zeit dürfen die Stuten und Hengste auf keinen Fall zusammenkommen", berichtet er. Die Stuten können erst ab einem bestimmten Alter gedeckt werden. Und wenn es so weit ist, dann auf keinen Fall im Winter. Da die Tiere fast ein Jahr mit ihrem Nachwuchs trächtig sind, würden sie wieder im Winter Fohlen zur Welt bringen.

"Alle Jungstuten wurden mit einem Mittel behandelt, damit sie nicht trächtig werden, denn einige Jungstuten wären dann viel zu früh gedeckt, und dann würden die Fohlen im Winter geboren. Die Wahrscheinlichkeit, das Alpakafohlen, die im Februar geboren werden, nicht durchkommen, ist relativ groß", erklärt er.

Zwei erwachsene Stuten

waren durch eine Deckung in dieser Nacht doch tragend geworden. Eine Stute habe genau am Valentinstag 2011, also fast ein Jahr nach dem Vorfall, ein Stutfohlen zur Welt gebracht, das überlebt hat. Es wurde Valentina getauft. Die andere Mutterstute hatte ihr Baby verloren und musste in der Tierklinik Leipzig versorgt werden.

Die ganze Aktion mit den Alpakas habe nicht nur viel Geld gekostet, sondern den Tieren teilweise auch Schmerzen bereitet. Fertig werden muss der Züchter mit diesem Problem allein.

Staatsanwalt Frommhold fordert eine Geldstrafe, Verteidiger Albert Pfeilsticker Freispruch. Der Richter verurteilt den Mann wegen Diebstahls und Unterschlagung zu sechs Monaten Haft auf zwei Jahre Bewährung.

In der Begründung erklärt Richter Stitterich, dass der Angeklagte damals unter Bewährung stand und bei Bewährungsbruch in Haft müsse. "Eine Chance haben Sie jetzt noch. Sie hatten Glück, dass die Tat zwei Jahre her ist und schlampig ermittelt wurde."

Der Fall

Ein 23-jähriger Mann aus dem Raum Mügeln musste sich wegen Diebstahls und Unterschlagung vor dem Strafrichter verantworten. Bei dieser Tat stand der Angeklagte unter Bewährung. Er wurde zu sechs Monaten Haft auf zwei Jahre Bewährung verurteilt. Zudem muss er 300 Euro an die Lebenshilfe in Oschatz zahlen.

Von Gabi Liebegall Oschatz/Mügeln. Eigentlich steht der 23-jährige Mann aus dem Raum Mügeln wegen Diebstahls vor Gericht. Für den 44-jährigen Geschädigten jedoch sei das, was danach kam - er musste die Hälfte seiner 150 Alpakas vom Tierarzt behandeln lassen - noch wichtiger. Das jedoch ist nicht Gegenstand der Verhandlung. Der Angeklagte soll in einer Nacht Anfang März 2010 in einen kleinen Betrieb eingebrochen sein und eine Motorsense, einen Elektrohobel, einen Werkzeugkoffer und einen Schwingschleifer gestohlen haben. Zutritt habe er sich mit einem Originalschlüssel verschafft. Der Angeklagte leugnet. "Ich habe das Werkzeug gefunden. Es hat im Straßengraben gelegen, etwa 50 Meter vor dem Firmengelände." Der Beschuldigte habe das Werkzeug mitgenommen, um einiges zu reparieren. Er sei es nicht gewesen, sagt er immer wieder. Trotzdem glauben Richter René Stitterich und Staatsanwalt Michael Frommhold ihm nicht. Der geschädigte Landwirt beschreibt als Zeuge, was sich in dieser betreffenden Nacht ereignet hat. Ein Auto habe einmal vor und einmal nach Mitternacht mit brausendem Motor in der Nähe des Betriebes Halt gemacht. Und als der Diebstahl entdeckt worden war, habe der 44-Jährige sofort eine Vermutung gehabt. Deshalb nannte er der Polizei den Namen eines Praktikanten, der wochenlang nicht zur Arbeit erschienen war. Übrigens: Der Geschädigte erfährt erst hier vor Gericht, dass der junge Mann bereits einschlägig vorbestraft ist. Ruhig und sachlich berichtet der Züchter, dass in dieser Nacht die 150 Tiere von unbekannten Personen aus den verschlossenen Ställen herausgelassen worden waren. Und die Deckhengste hätten die "Gunst der Stunde" genutzt und das Dilemma perfekt gemacht. Letztlich habe der Tierarzt eingreifen müssen. "Um diese Zeit dürfen die Stuten und Hengste auf keinen Fall zusammenkommen", berichtet er. Die Stuten können erst ab einem bestimmten Alter gedeckt werden. Und wenn es so weit ist, dann auf keinen Fall im Winter. Da die Tiere fast ein Jahr mit ihrem Nachwuchs trächtig sind, würden sie wieder im Winter Fohlen zur Welt bringen. "Alle Jungstuten wurden mit einem Mittel behandelt, damit sie nicht trächtig werden, denn einige Jungstuten wären dann viel zu früh gedeckt, und dann würden die Fohlen im Winter geboren. Die Wahrscheinlichkeit, das Alpakafohlen, die im Februar geboren werden, nicht durchkommen, ist relativ groß", erklärt er. Zwei erwachsene Stuten waren durch eine Deckung in dieser Nacht doch tragend geworden. Eine Stute habe genau am Valentinstag 2011, also fast ein Jahr nach dem Vorfall, ein Stutfohlen zur Welt gebracht, das überlebt hat. Es wurde Valentina getauft. Die andere Mutterstute hatte ihr Baby verloren und musste in der Tierklinik Leipzig ver

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