Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Straßenlaternen gehen vor die Hunde
Region Oschatz Straßenlaternen gehen vor die Hunde
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:34 30.07.2014

[gallery:600-39871724P-1]

Denn der ätzende Urin der pinkelnden Hunde greift das Metall der Straßenleuchten an. Sie drohen umzukippen.

"Das ist eine ärgerliche Angelegenheit", sagt Bauamtsleiter Michael Voigt. 2002 wurden im Innenstadtbereich etwa 80 Lampen aufgestellt, die historischen Gaskandelabern nachempfunden sind. 36 schadhafte Laternen lässt die Stadtverwaltung bis September nun teuer für 38 000 Euro sanieren. "Im Normalfall haben die eine längere Lebensdauer", erklärt Voigt. "Das Problem ist immer schlimmer geworden, weil auch die Zahl der Hunde zugenommen hat."

Dass Hunde-Urin durchaus zum Sargnagel für die Lampen taugt, daran besteht bei Steffen Gaßmann kein Zweifel. Er ist für die städtische Straßenbeleuchtung zuständig. Wind und Wetter, Streusalz oder andere Umwelteinflüsse würden diese Art Korrosionen nicht verursachen, betont der Betriebsleiter der Alba Sachsen. Die feuchten Hinterlassenschaften der Hunde machen vor allem dem Laternen-Sockel zu schaffen. Sichtbare weiße Flecken zeigen, wo die chemische Keule von Fiffi und Co. gewütet hat.

Teilweise sei die Aluminium-Legierung um mehr als 50 Prozent abgetragen und die Schrauben, mit denen die Masten und die einbetonierten Erdteile verbunden, freigelegt. "Das gefährdet die Standfestigkeit und es besteht Umsturzgefahr", so Gaßmann.

An frequentierten Straßen und Plätzen, wo tagsüber viele Passanten vorbeigehen, hat eine ganze Reihe der Laternen der Überprüfung nicht standgehalten. Damit die Masten am Neu- sowie Altmarkt, an der Sporerstraße und am Kirchplatz nicht auf die Straße oder den Bürgersteig umfallen, werden sie vorsichtshalber nach und nach abmontiert, bestrahlt, bekommen eine spezielle Lackierung sowie ein Dichtungsmittel verpasst und werden anschließend wieder aufgestellt. Ebenso stehen die Kandelaber an der Hospitalstraße, Strehlaer Straße, Ritterstraße, Brückenstraße und Klosterkirche unter Beobachtung. Allerdings seien da die Schäden nicht so gravierend. Was die Duftnote der Hunde so beißend macht, versucht die Oschatzer Tierärztin Nicole Thiel zu erklären: Zwar bestehe Hunde-Urin bis zu 98 Prozent aus Wasser, allerdings kommen darin unter anderem auch organische und anorganische Salze wie Natriumchlorid, Kalium, Phosphat vor, "welche hauptsächlich für die Korrosion an Metallen verantwortlich gemacht werden", erläutert sie. Dadurch, dass Hunde-Urin tatsächlich ein Problem darstelle, "sollte eine bessere Kommunikation der Problematik mit den Hundebesitzern in Betracht gezogen werden", schlägt Nicole Thiel vor.

Der ehemalige Oschatzer Linken-Stadtrat und Hundebesitzer Ralph Reuße hält die Angelegenheit allerdings für schwer in den Griff zu bekommen. "Wir gehen schon mit unserem Hund in der Natur Gassi", schildert er, "aber Leute, die in der Innenstadt unterwegs sind, haben es schwerer."

Wenn der Hund sein Bein hebt und sein Revier markiert, gehöre das zum Verhalten und werde sich kaum verhindern lassen.

Benjamin Winkler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf dem Fußballfeld des SV Borna herrschte vor Kurzem ein emsiges Treiben. 38 kleine Fußballer im Alter von sechs bis zwölf Jahren trainierten gemeinsam.

30.07.2014

Robert Schmidt aus Oschatz erzählte den über hundert Zuhörern Geschichten aus dem Zeitalter der Kreuzfahrer und Pilger, die vor vielen Jahren in Altzella, Grimma, Meißen und Oschatz unterwegs waren.

29.07.2014

Ein heftiges Gewitter mit dutzenden Blitzen und starken Regengüssen hat den Einwohnern der Region Oschatz das Einschlafen am Montagabend erschwert.

29.07.2014
Anzeige