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Oschatz Streit um Museumsgebäude in Mügeln
Region Oschatz Streit um Museumsgebäude in Mügeln
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00:18 11.06.2017
Museumsleiter und Heimatforscher Andreas Lobe. Quelle: Bärbel Schumann
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Mügeln

Andreas Lobe will als Leiter des Mügelner Heimatmuseums das Handtuch werfen. Seit Jahren kämpft er darum, die musealen Schätze Mügelns in einem Museum zeigen zu können, das diesem Namen auch gerecht wird.

Zu dieser Reaktion veranlasste ihn das öffentlich gewordene Vorhaben der Stadtverwaltung, im Rahmen der Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Alten Mädchenschule im oberen Geschoss zwei Wohnungen zu belassen, während im Erdgeschoss Museumsräume und eine Begegnungsstätte vorgesehen sind. Das widerspreche, so Lobe, der bereits 2008 ins Gespräch gebrachten Lösung, das Gebäude komplett für museale Zwecke zu nutzen. In einem Beschluss hatte der Stadtrat 2008 dafür sogar grünes Licht gegeben. Ein Umstand, der so schon damals für Gesprächsstoff sorgte, weil die Mügelner Seniorenvereinigung für ihre Veranstaltungen ihr „Seniorenstübl“ in dem städtischen Gebäude besaß und bis heute nutzt.

In der jüngsten Ratssitzung sollte nun ein Beschluss verabschiedet werden, der die 2008 beschlossene Zielstellung wieder rückgängig macht. Durch einen Formfehler musste er jedoch von der Tagesordnung genommen werden.

„Wir wollen in keinster Weise die Senioren vertreiben. Unser Konzept für das Haus baut vielmehr auch auf sie. Wir stellen uns eine gemeinsame Begegnungsstätte im Haus vor, die durchaus auch noch von anderen Gruppen genutzt werden könnte“, so Andreas Lobe. Mit wir meint er die Mitglieder des Mügelner Museumsbeirates, des Heimatvereins Mogelin und des Fördervereins Wilder Robert, die gemeinsam ein Konzept für das Gebäude erarbeitet haben.

Seit einem Jahr liegt dieses, inzwischen auch als Präsentation, vor. Vorgesehen ist, die einzelnen Räume für thematische Ausstellungen wie beispielsweise zur Geschichte der Schmalspurbahn Wilder Robert oder zur Geschichte des Mügelner Kantoreiarchives, für Archivzwecke und als Begegnungsstätte für alle Altersgruppen nutzbar zu machen. An Kooperationen mit der benachbarten Goethe-Oberschule wurde ebenso gedacht. Am Internationalen Museumstag im Mai wurden im Erdgeschoss barrierefrei drei Ausstellungsräume nach ihrer Renovierung, meist in Eigeninitiative der Heimatfreunde und mit Unterstützung von Vereinen und Sponsoren, geöffnet. Auch die Stadt Mügeln, als Eigentümer des Gebäudes, half finanziell. All das sorgte für Hoffnungen bei den Heimatfreunden, dass sich die Stadt nach Jahren endlich zur Umsetzung des 2008 gefassten Beschlusses bekennt.

Alles wird jedoch anders. Ein neuerliches Nutzungskonzept basierend auf Fördergesichtspunkten und Auflagen, erarbeitete die Stadtverwaltung. Bei dem die Nutzer des Gebäudes nicht einbezogen wurden.

Bauamtsleiterin Karin Uhde begründete vor den Räten, dass die komplette Nutzung des Gebäudes als Museum und Begegnungsstätte einen zweiten Fluchtweg und einen barrierefreien Zugang aller Räume nötig mache. Das sei an dem denkmalgeschützten Gebäude mit hohen Kosten verbunden. Zudem seien die Decken im Gebäude nur begrenzt belastbar. Ihre derzeitige Tragkraft schließe die Nutzung als Museumsarchiv aus. „Wir haben uns zu der nun vorgesehenen Variante entschlossen, da eine erste Bauvoranfrage zum ursprünglichen Plan nicht genehmigt wurde“, erklärte Mügelns Bürgermeister Johannes Ecke (Freie Wähler). Eine teure Sanierung des Gebäudes gebe die Stadtkasse nicht her, und das würde auch im Widerspruch zum vorhandenen Investitionsrückstau im Bereich der Schulen und Kindereinrichtungen stehen. Andreas Lobe habe, so Ecke, obwohl er stetig mit ihm zum Thema Museum im Gespräch stehe, „nicht darum gebeten“, das neue Konzept vorzustellen.

Wie geht es weiter? War das Konzept der ehrenamtlich Engagierten umsonst? Heute Abend zur öffentlichen Stadtratssitzung in der Alten Mädchenschule könnte es Antworten darauf geben.

Von Bärbel Schumann

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