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Oschatz Streit um Weg: Anwohnerprotest zeigt Wirkung
Region Oschatz Streit um Weg: Anwohnerprotest zeigt Wirkung
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16:35 18.10.2012
Von der Goethestraße aus versperrt ein Zaun mit Baustellenschild den Weg in Richtung Friedensstraße.

Von Frank Hörügel

Im März wurden die Bewohner der Goethestraße von der Wohnstätten GmbH informiert, dass der Weg wegen Bauarbeiten bis Ende August gesperrt werden soll. "Nach Beendigung der Baumaßnahmen wird der Fußweg wieder vollständig zur Begehung hergestellt", hieß es in der Mieterinformation vom 8. März wörtlich. Davon war ein halbes Jahr später keine Rede mehr. Die Wohnungsgesellschaft hat den Durchgang stattdessen Ende September zurückgebaut und mit Zäunen versperrt. Wohnstätten-Geschäftsführer Michael Schiffner gab auf Anfrage eines betroffenen Wohnungseigentümers an, dass damit das Grundstück vor unbefugtem Zutritt und die Zufahrt für die Feuerwehr gesichert werden solle.

Bei Rüdiger Geißler ruft das unangenehme Erinnerungen wach. "Das ist wie vor über 50 Jahren, als Walter Ulbricht sagte: ,Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten' - und zwei Monate später stand die Mauer", sagt der Oschatzer, der in der Goethestraße 2c wohnt. Aus seiner Sicht gibt es keinen nachvollziehbaren Grund dafür, dass der Fußweg nicht wieder hergerichtet wird. Das sehen 51 weitere Anwohner genauso, die zusammen mit Rüdiger Geißler eine Protestresolution an den Oschatzer Oberbürgermeister geschickt haben, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnstätten GmbH ist. Geißler: "Die Anwohner erwarten von den Verantwortlichen eine Stellungnahme, die eigentlich nur lauten kann: Der Fußweg wird umgehend zum Wohle und Nutzen der Einwohner wieder hergestellt."

Aufsichtsratschef Kretschmar hat das Protestschreiben erhalten und verweist auf OAZ-Anfrage an den Wohnstätten-Geschäftsführer Michael Schiffner. "Der Weg wird so schnell wie möglich wieder hergestellt - je nach Wetterlage", sagte der Wohnstätten-Chef gestern. Bis zum Baubeginn bleibe der Durchgang jedoch mit Zäunen abgesperrt, da hier erst Rasen angesät worden sei. Damit solle verhindert werden, so Schiffner, dass hier ein Trampelpfad entsteht.

Im Jahr 2009 hatte die Wohnstätten GmbH einen Weg zwischen der Friedensstraße und der Goethestraße mit einem Zaun versperrt. Begründung: Kosten für Reinigung und Winterdienst sollten eingespart werden. Dieser Weg verläuft etwa 100 Meter parallel zu dem Weg, um den jetzt gestritten wird. Nach Protesten von Anwohnern lenkte die Wohnstätten GmbH damals ein und baute einen neuen Weg mit einem leicht geänderten Verlauf.

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