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Streit zwischen Jägern und Förstern in der Region Oschatz

Natur Streit zwischen Jägern und Förstern in der Region Oschatz

Das hat es in dieser Form wahrscheinlich noch nicht gegeben – Meinungsverschiedenheiten zwischen Jägern und Förstern. Die müssen unter allen Umständen aus dem Weg geräumt werden, damit Wald und Wild in einem gesunden Verhältnis stehen. Hier ist es wie so oft: Wenige Personen können so manches durcheinander bringen.

Die Jagd ist beendet.

Quelle: Foto: Dirk Hunger

Region Oschatz. Jäger und Förster sollten an einem Strang ziehen, wenn es um den Waldumbau geht und die Aufgabe, einen artenreichen Wildbestand zu gewährleisten. Doch dabei gibt es auch strittige Themen.

Geht es um die Jagd, gibt es drei Gruppen: die Eigenjagd, die Verwaltungsjagd und Pächter einer Jagdgenossenschaft. Jeder Personenkreis muss für sich einen eigenen Abschussplan erstellen, der von der jeweils zuständigen Jagdbehörde genehmigt wird. Kommt es zur Bildung einer Hegegemeinschaft kann diese für die genannten drei Personenkreise einen Gruppenabschussplan erstellen. Diskrepanzen ergeben sich zwischen den Planvorstellungen der Verwaltungsjagd und den übrigen Mitgliedern der Hegegemeinschaft.

Die OAZ sprach dazu mit dem Leiter des Forstbezirkes Taura Jan Glock und dem Jäger Uwe Hahn. „Grundsätzlich besteht kein Interessenkonflikt zwischen Förstern und Jägern, wenn die Jagd auf die Schalenwildarten als dienende, sekundäre Landnutzung verstanden wird. Die Jagd hat die Primärproduktion auf landwirtschaftlichen Flächen und die der Forstbetriebe zu gewährleisten, das heißt, die Höhe der Wildbestände darf diese nicht in Frage stellen“, so Glock.

Ein Interessenkonflikt bestehe dort, wo der Sinn und die Aufgabe der Jagd und mit dem Ziel maximaler Jagderfolge und Trophäenstärken durch Einzelne entstellt wird.

Als Jäger äußert sich Uwe Hahn zu diesem Thema: „Aus meiner Sicht besteht kein Konflikt zwischen Jägern und Förstern. Die mir bekannten Diskrepanzen zwischen der organisierten Jägerschaft und dem Personenkreis, der die Jagd als Dienstpflicht ausübt (Förster), ergeben sich einfach aus unterschiedlichen Einstellungen zur tragbaren Wilddichte, vor allem beim Schalenwild.“

Der größte Teil des erstgenannten Personenkreises möchte eine möglichst hohe Wilddichte, um die Jagdpacht durch die Vermarktung von Wildbret und dem Verkauf von entgeltlichen Abschüssen zusammen zu bekommen. Der zweite Personenkreis muss die Wilddichte so niedrig wie möglich halten um seine Aufgaben, Waldbau und Waldumbau, erfüllen zu können. Die Anzahl von eingezäunten Flächen im Wald, geschälten Bäumen sowie verbissenen Trieben geben jedem Interessierten Auskunft über die Höhe des Wildbestandes.

„Dazu bedarf es der Diskussion und ehrlichen Bewertung der Zustände in Wald und Landwirtschaft. Im Forstbezirk Taura mit seinen großen Waldgebieten der Dahlener und Dübener Heide werden dazu Gespräche mit den Jägern gesucht und die dafür relevanten Podien wie örtliche Jagdverbände und Hegegemeinschaften durch Zusammen- und Mitarbeit genutzt, um miteinander und nicht übereinander zu reden“, so Jan Glock. Jagd und Jäger hätten eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft zu erbringen. Dem Zusammenhalt von Landnutzern, so auch (jagenden) Förstern und Jägern, komme dabei eine große Bedeutung zu.

Viele andere Baumarten würden in die Wälder eingebracht, „die unseren heimischen Wald seiner natürlichen Baumartenzusammensetzung näher bringen“. Neue Baumarten müssten durch zum Beispiel Zäune geschützt werden, was den Forstbetrieb – gleich welchen Eigentums – zusätzlich zu den reinen Pflanzkosten finanziell enorm belastet.

Die Jagd auf Schalenwild soll diese Belastung reduzieren, das Maß der sogenannten Wildverbiss- und Schälschäden auf eine erträgliche Höhe begrenzen.

Von Gabi Liebegall

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