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Oschatz Superministerin Angelika Stoye geht in den Ruhestand
Region Oschatz Superministerin Angelika Stoye geht in den Ruhestand
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10:34 29.06.2018
Nordsachsens Landrat Kai Emanuel überreicht Landkreis-Dezernentin Angelika Stoye am Ende der Kreistagssitzung am 13. Juni in Torgau einen Blumenstrauß. Es war ihre letzte Sitzung - die 65-Jährige geht in den Ruhestand. Quelle: Nico Fliegner
Nordsachsen

Nach 28 Jahren im Amt wurden Nordsachsens Ordnungsdezernentin Angelika Stoye jetzt in den Ruhestand verabschiedet.Zeit für einen Rückblick und ein Gespräch über ihre Zukunftspläne.


Zack, schon ist die Rente da, könnte man meinen. Wie plötzlich kommt der Abschied aus dem Berufsleben für Sie nach 28 Jahren im Landratsamt?

Man arbeitet ein Leben lang auf diesen Tag hin. Ja, ich bin etwas erschrocken, wie plötzlich der Tag nun gekommen ist. Ich habe den Tag natürlich im Auge gehabt, habe mir Gedanken gemacht, geplant. Trotzdem ist er nun schnell gekommen.

Kompetente Ansprechpartnerin und Unterstützerin: So haben Kollegen und andere Weggefährten Angelika Stoye erlebt.

Sie haben bis 65 durchgezogen, hat der Job so viel Spaß gemacht?

Es war eine wundervoll bewegte und abwechslungsreiche Zeit. Ich hatte das Glück, nicht 28 Jahre lang die gleichen Aufgaben machen zu müssen. Ich durfte ein Team führen und mit einem Team zusammenarbeiten, das ist ein großes Geschenk.

Was wird Ihnen am meisten fehlen?

Die Tätigkeit hier war geprägt von der Zusammenarbeit mit unheimlich vielen interessanten und spannenden Menschen. Allein lässt sich nichts umsetzen. Wir sind ein Team, haben alles gemeinsam erreicht. Diese Zusammenarbeit, dieses Miteinander wird mir fehlen.

Der Name Angelika Stoye wird vor allem in Zusammenhang mit den Feuerwehren und den Kameraden des Landkreises gebracht. Die sind aber nur ein Teil ihrer Arbeit gewesen, ihr liebster Teil?

Natürlich sind die Freiwilligen Feuerwehren ein ganz wichtiger Bereich. Ebenso die Zusammenarbeit mit der Polizei, Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, Hilfsorganisationen, Bürgermeistern, übergeordneten Behörden, um nur einige weitere zu nennen.

Was hat am meisten genervt, was werden Sie nicht vermissen?

Eindeutig die Fahrerei, die vielen Kilometer, die langen Strecken durch den Landkreis, bis Dresden und in andere Städte und Bundesländer. Und den Termindruck, den werde ich auch nicht vermissen.

Die Superministerin geht, wer übernimmt, wie geht es weiter mit ihrem Dezernat Ordnung?

Ab 1. Juli übernimmt meine Stellvertreterin Patricia Groth kommissarisch. Der Landrat entscheidet, wie es endgültig weitergeht, wer Nachfolger oder Nachfolgerin wird.

Sie gehören zur Ära Czupalla. Worin besteht für Sie der Unterschied zum heutigen Landrat und Landratsamt?

Herr Czupalla hatte ein unheimlich hohes Schrittmaß bei der Entwicklung des Landkreises vorgelebt. Da hatten wir als Dezernenten oft Mühe mitzuhalten, seine sprudelnden Ideen mit Leben zu erfüllen. Auch wenn wir oft nicht wussten, ob sich das umsetzen lässt, so ist es in den meisten Fällen doch gelungen. Sein Spaß und seine Freude an der Arbeit waren ansteckend und beeindruckend. Herrn Emanuel kenne ich ebenfalls seit vielen Jahren, er war bei mir Amtsleiter im Straßenverkehrsamt, später haben wir in der Dezernentenrunde zusammengearbeitet. Kai Emanuel ist ein zielorientierter, besonnen agierender Landrat, der überlegt und strukturiert an seine Aufgaben herangeht. Auch er steht für kollegiale und zielstrebige Zusammenarbeit.

Worauf sind Sie besonders stolz, was trägt ihre Handschrift?

Schwerpunkte meiner Arbeit waren für mich unter anderem die Gründung unserer Kommunalbetriebe, die Abfallwirtschaft, das Behindertenzentrum, die Krankenhäuser, das Heide Spa, die Aufgabe Schlachthöfe, für die wir verantwortlich sind, die Veterinär-Grenzkontrollstelle am Flughafen, der Rettungsdienst, die Arbeit mit der Leitstelle, ein sehr gut funktionierender Katastrophenschutz, und der Öffentliche Personennahverkehr mit unserem jüngsten Projekt „Nordsachsen bewegt“.

Was ist nicht gelungen, was hinterlassen Sie ihrer Nachfolgerin?

Man wird in einem solchen Amt nie fertig, auch ich hinterlasse genug Projekte, die angearbeitet sind, Aufgaben, die weiterlaufen. Und die möchte ich auch in gute Hände geben, damit es keine Abbrüche gibt. Wir kommen jetzt wieder in die Bereiche, wo wir für die Menschen in den ländlichen Räumen wieder mehr spürbar gestalten können.

Die meiste Zeit waren Sie in den vergangenen 28 Jahren nicht zu Hause. Wie haben Sie Beruf und Familie unter einen Hut gebracht?

Ich bin meiner Familie sehr dankbar. Ganz, ganz wichtig für mich ist meine starke Familie, die meine Tätigkeit respektiert und unterstützt hat, die sehr viel Verständnis für meinen Beruf hatte. Mein lieber Mann Wolfgang ist meine ganz starke Stütze, Fels in der Brandung, besonders wenn es hoch her geht.

Bisher waren Sie tagsüber auf Arbeit. Jetzt haben Sie alle Zeit für sich und ihren Ehemann. Wie komfortabel/schwierig ist diese Situation?

Ich freue mich nun, dass ich für meinen Ehemann, für meine Söhne, Enkel und Urenkelin Mira, die erst sieben Wochen alt ist, Zeit habe. Ich bin mir sicher, dass auch das nicht einfach wird, weil es eine völlige Umstellung ist. Darum habe ich mir einen Fahrplan zurechtgelegt.

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Zwei Monate gönne ich mir Ruhe. Wir werden an die Ostsee reisen. Dann sind auch Städtereisen geplant, für die bisher nie Zeit war. Ich fahre gerne Rad, lese sehr gern. Mein Kleingarten wird mehr Aufmerksamkeit und Liebe erfahren. Ich habe einiges vor.

Wo möchten Sie gerne mal hin?

Rom, Venedig, Paris, das Angebot ist groß. Da gibt es viele liegengebliebene Lebensträume, an deren Verwirklichung ich nun arbeite.

Haben Sie schon einen Rentenausweis?

Ja. Ich weiß nun auch, dass ich damit verbilligt in den Zirkus oder Zoo gehen kann.

So wie mit der Abo-Plus-Karte der LVZ. Haben Sie die auch?

Ja, selbstverständlich, die hat auch viele Vorteile.

Was machen Sie am Montag, an Ihrem ersten offiziellen Tag als, ja, als was? Bevorzugen Sie Seniorin oder Rentnerin? Passt irgendwie beides nicht.

Schreiben sie irgendwas mit Ruhestand.

Was machen Sie am Montag, Ihrem ersten Tag im Ruhestand?

Ohne Plan und Termine mit viele Ruhe und Gelassenheit und einem gemeinsamen Frühstück mit meinem Mann in den Tag starten. Und dann überlegen wir uns, was wir in unserer Region, in unserem schönen Sachsen unternehmen, auch da gibt es viele schöne Ziele die wir aus Zeitgründen immer noch nicht aufgesucht haben.

Von Frank Pfütze

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