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Oschatz Symbolischer Start für Breitbandausbau in Nordsachsen
Region Oschatz Symbolischer Start für Breitbandausbau in Nordsachsen
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15:10 04.07.2018
Gaben den Startschuss für den Breitbandausbau im Landkreis Nordsachsen (v.l.n.r.): Christopher Scholz (Breitbandkompetenzzentrum Sachsen), Ellen Greifeneder (ateneKOM), Landrat Kai Emanuel, Staatssekretär Stefan Brangs, Andreas Meyer, Matthias Patzsch, Beatrice Strangalies (alle Telekom Deutschland). Quelle: Kristin Engel
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Nordsachsen

„Jetzt werfen wir das Breitbandnetz über den Landkreis aus“, sagte Nordsachsens Landrat Kai Emanuel am Mittwoch zur Pressekonferenz auf Schloss Hartenfels in Torgau – und meinte damit den symbolischen Start des Breitbandausbaus in Nordsachsen. Es sei ein Meilenstein auf dem Weg zum schnellen Internet. „Ich erinnere mich noch an das Jahr 2015. Da hatten wir uns darüber ausgetauscht, dass Breitband ein ganz wichtiges Thema ist, mit dem wir uns beschäftigen müssen. Breitband ist Infrastruktur. Zur Infrastruktur gehören nicht nur Straßen und Schienen, nicht nur die Kindergärten, die Schulen und die Krankenhäuser. Dazu gehört einfach auch ein vernünftiger Breitbandanschluss.“

Nun, nach drei Jahren, sei der Landkreis an dem Punkt angekommen, „wo wir sagen: jetzt können wir den Zuschlag erteilen“, so Emanuel weiter. Und dieser Zuschlag ging an die Telekom Deutschland, die damit den Ausbau in allen sechs nordsächsischen Projektgebieten realisieren darf. Der Projektzeitraum endet am 31. Dezember 2020. „Damit haben wir gut 30 Monate Zeit, um das Projekt umzusetzen. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir das in Zusammenarbeit mit unseren Kommunen schaffen werden.“ Insgesamt werden 43 300 Haushalte im Landkreis künftig vom schnellen Internet profitieren.

900 Kilometer Glasfaserkabel

Geplant ist es, dafür 900 Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen. Berücksichtigung finden auch alle Schulen und Gewerbegebiete in den Ausbaugebieten. 28 Kommunen im Landkreis sind in den sechs Ausbau-Clustern des Vorhabens integriert. Dazu wurden von Bund und Freistaat Fördermittel in Höhe von insgesamt 97 Millionen Euro avisiert. Schkeuditz und Eilenburg nehmen den Ausbau in Eigenregie in die Hand.

„Das ganze geht nur im gemeinsamen Spiel miteinander“, sagte Stefan Brangs, Staatssekretär vom Sächsischen Staatsministerium Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. „Für uns ist das als Freistaat in der Tat wirklich die entscheidende Frage der Zukunftsfähigkeit. Wir haben jetzt wirklich die Chance auch in den Regionen, die auf dem ersten Blick vielleicht nicht so ansprechend für Familien und Unternehmen scheinen, durch den entscheidenden Faktor des Breitbandausbaus, die Region attraktiver zu machen. Wir wollen versuchen, auch in den ländlich geprägten Regionen eine Perspektive zu öffnen. Dafür müssen wir leistungsfähige Breitbandnetze haben. Es gibt zudem eine rasante Entwicklung, was die Inanspruchnahme von Breitband anbelangt. Sachsen ist, was den Ausbau und die Dynamik anbelangt, unter den ersten drei im Bundesvergleich.“

Angebote der Telekom

Im Ergebnis des europaweiten Ausschreibungsverfahrens mit vorherigem Teilnahmewettbewerb zur Vergabe der Konzession hatte die Telekom Deutschland für alle sechs nordsächsischen Ausbaugebiete Angebote eingereicht. Die bezuschlagten Angebote der Telekom Deutschland umfassen einen hundertprozentigen Ausbau mit FTTH (Fibre-to-the-home)-Technologie, was einen vollständigen Glasfaserausbau inklusive Glasfaserabschluss im Gebäude beinhaltet. Dieser kann allerdings nur bei Zustimmung der Gebäudeeigentümer realisiert werden. Bleibt dieser aus, wird alternativ ein Glasfaseranschluss an der Grundstücksgrenze geschaffen.

„Wir freuen uns, dass wir mit unserem Angebot den Landkreis Nordsachsen überzeugen konnten“, sagt Andreas Meyer, Regionalmanager Sachsen vom Infrastrukturvertrieb der Deutschen Telekom. „Wir legen heute den Grundstein für die digitale Zukunft im Landkreis Nordsachsen. Das Netz wird immer auf dem neuesten Stand sein. Dafür werden wir sorgen. Wir freuen uns hier im ländlichen Raum einen Beitrag leisten zu können. Was mich umso mehr freut ist, dass wir dann dort auch die Schulen mit anschließen können, was auch die digitale Bildung fördert.“

Prüfung durch Bundesnetzagentur

Kai Emanuel verbindet die Erschließung der Gebiete mit der Hoffnung, dass sich auch in den nicht förderfähigen Gebieten die Möglichkeit ergibt, sich anzuschließen.

Die ausgehenden Zuwendungsverträge wurden inzwischen durch die Bundesnetzagentur geprüft. Es liegen entsprechende Stellungnahmen vor. Eine Prüfung erfolgt zudem auch vom Breitband-Kompetenzzentrum Sachsen. Alle Kontrollen ergaben, dass die vorliegenden Angebote zuschlagsfähig sind, so dass Landrat Kai Emanuel mit dem Mandant des nordsächsischen Kreistages die Bezuschlagung vornehmen konnte.

Von Kristin Engel

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