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Taschenrechner für ihre Kinder zahlen Eltern weiter aus der eigenen Tasche

Taschenrechner für ihre Kinder zahlen Eltern weiter aus der eigenen Tasche

Eltern, deren Kinder eine Gymnasialklasse besuchen, werden derzeit in ein Wechselbad der Gefühle geworfen. Auslöser ist ein Taschenrechner. Im Mathematikunterricht der höheren Klassen wird fast immer von den Schülern ein spezieller Taschenrechner gefordert.

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Kleiner Rechner mit großen Folgen: Trotz Lernmittelfreiheit müssen die Eltern zahlen.

Quelle: dpa

Oschatz. Von Hagen Rösner

 

Das gute Stück kostet je nach Ausführung oder von der Schule gefordertem Modell zwischen 80 und 120 Euro.

 

Trotz sogenannter Lehrmittelfreiheit bezahlten bisher die Eltern die Anschaffung des Rechners. Im März urteilte das Verwaltungsgericht Chemnitz, dass der Schulträger, also im Landkreis Nordsachsen im gymnasialen Bereich die Kreisverwaltung, die Kosten übernehmen muss. Anfang Dezember kam dann das Kommando "Kehrt Marsch": Ein Vater, der für seine Tocher über eine Schule einen Taschenrechner bestellt und bezahlt hatte, durfte die Kosten nicht vom Schulträger zurückfordern. Dabei hat das Oberverwaltungsgericht Bautzen in dem speziellen Fall aber nicht im Grundsatz geurteilt.

 

An der Oberschule "Robert Härtwig" in Oschatz geht der Taschenrechner-Knatsch offenbar vorbei. "Bei uns an der Schule gibt es keinen vorgeschriebenen Taschenrechner. Die Schüler dürfen im Unterricht einen Rechner ihrer Wahl verwenden", sagt Elternsprecherin Annett Hamann. Dabei könnten die Rechner auch an Geschwister oder andere Schüler weitergegeben werden. Eine andere Praxis kennt Annett Hamann aus dem Gymnasium. "Hier musste ich für meine Tochter extra einen geforderten Taschenrechner anschaffen", weiß sie aus eigener Erfahrung. Die Kosten musste sie übernehmen.

 

So geht es derzeit den Eltern von allen 4794 Gymnasiasten im Landkreis Nordsachsen. Offenbar hat sich um die schulischen Hilfsmittel ein richtiger Wirtschaftsmarkt etabliert. Muss sich jeder der rund 5000 nordsächsischen Gymnasiasten einen neuen Taschenrechner anschaffen, geht es um ein Wirtschaftsvolumen von einer halben Million Euro. Auf den gesamten Freistaat Sachsen hochgerechnet sind es sogar über neun Millionen Euro.

 

Das Thema Taschenrechner beschäftigt auch den Kreiselternrat. Ralf Linder aus Cavertitz ist Leiter der Regionalgruppe Oschatz: "Klar beschäftigt uns das Thema Kostenübernahme für den Taschenrechnerkauf. Aber ich sehe auch weitere ähnliche Probleme auf uns zu kommen, wenn ich beispielsweise an die Anschaffung von elektronischen Lehrbüchern denke." Als Elternsprecherin des Oschatzer Thomas-Mann-Gymnasiums schlägt sich Silke Mayerhofer schon viele Jahren mit dem Taschenrechnerproblem herum. "Ich habe fünf Kinder und vier unterschiedliche Taschenrechner zu Hause. Das finde ich ziemlich skurril", sagt die Elternsprecherin und beklagt, dass es offenbar von keiner Seite wirkliche Initiativen gibt, um das Thema einheitlich zu regeln. "Ich könnte mir vorstellen, dass es eine Ansage gibt, wenn eine Schule über fünf Jahre einen Typ verwendet. Dann könnte man das alte Modell auch weitergeben", sagt Mayerhofer. Ihrer Ansicht nach fehlt der politische Wille, dass mit der Rechtssprechung festgestellt wird, dass der Rechner unter die Lehrmittelfreiheit fällt. Damit dürfte sie ziemlich nah an der Realität liegen. © Kommentar

Hagen Rösner

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