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Oschatz Teilnehmerrekord beim Trödelmarkt
Region Oschatz Teilnehmerrekord beim Trödelmarkt
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07:00 23.05.2016
Sind unter die Trödler gegangen: Leni (11) und Heidi Gaulke (8) aus Oschatz. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Oschatz

„Das ist wie Ebay, nur eben analog“, sagt Tina Graul über den Oschatzer Trödelmarkt. Sie hat aussortierte Kinderkleidung ihrer Tochter Pia und einiges Spielzeug im Angebot. Kaum hatte sie ihren Stand aufgebaut, ging mit einer Holzeisenbahn aus 150 Einzelteilen auch schon eines der wertvollsten Mitbringsel der Oschatzerin weg. „Wenn das heute weiter so läuft, bin ich zufrieden“, sagt die Debütantin. Sie trödelt das erste Mal. Auch wenn der Erlös nicht so gut ist, schätzt sie doch das Verhandeln und den Kontakt zu den Käufern. „Beinahe alles, was man hier anbietet, hat ja auch eine Geschichte, die man dem Käufer irgendwie mit auf den Weg gibt.“

Mit dem Oschatzer Trödelmarkt im Frühjahr hat sich eine Veranstaltung etabliert, die ihresgleichen suchen dürfte. Am Sonnabend konnte sich Initiatorin Dana Bach, Leiterin des Oschatzer Stadt- und Waagenmuseums, über einen Rekord freuen. „Wir haben 150 Trödler da, so viele wie noch nie. Es gab zwar einige Absagen, manche haben sich aber aufgrund des tollen Wetters spontan entschieden, aufzubauen.“ So einer ist Harald Engel aus Limbach. Gäbe es einen Preis für den kleinsten Trödelstand, er würde ihn bekommen. Auf einem Klapptisch stapeln sich neben ihm Gleise, Züge, Waggons und Zubehör für Modellesenbahnen, überwiegend für die Spurweite H0. „Das muss heute nicht alle werden, Hauptsache, man kommt mal ins Gespräch“ – das hört man häufig unter den Trödlern, wohl nicht nur in Oschatz.

„Sie sind ein eigenes Völkchen und alle gleich. Das große Geld macht hier kaum meiner“, sagt Simone Schäfer. Die Oschatzerin sucht nichts Bestimmtes. „Nur so kann man eine überraschende Entdeckung machen.“ Bis vor einigen Jahren hat sie mit ihrem Mann selbst am Trödelmarkt teilgenommen – nun ist alles raus. „Wenn sich genug ansammelt, sind wir wieder dabei.“

Raus aus dem Haus muss auch das, was sich bei Reinhard Kussak aus Gastewitz angesammelt hat. Seit er vor Jahren einen Haushalt aufgelöst und einen anderen bezogen hat, gibt es etliche Hinterlassenschaften, Telefone, Schreibmaschinen, PCs und Zubehör, Bücher, DVDs alter Defa-Filme und noch so einiges mehr. „In der Regel bin ich auch im Herbst in Oschatz wieder dabei und das schon seit vielen Jahren. Aber es bleibt eben immer was übrig.“

Dass von ihrem Trödel etwas übrig bleibt, hoffen Lisbeth Heinze und ihre Mitschüler nicht. Mit dem Erlös des Verkaufs soll die Kasse für ihre Abschlussfahrt aufgebessert werden. Und sie tun wirklich alles dafür, um ihren Krempel an den Mann oder die Frau zu bringen. „Mit dem Kauf dieser Dartscheibe treffen sie ins Schwarze“, preist Sebastian Herbst eines der Exponate auf dem Tisch an.

Tina Graul ist zufrieden mit dem Umsatz nach der Premiere auf dem Oschatzer Trödelmarkt. „Ich werde versuchen, im Herbst wieder mit dabei zu sein“, resümiert sie auf Nachfrage.

Von Christian kunze

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