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Oschatz Teurer, verspätet, aber wunderschön: Kirche Jahna vor der Einweihung
Region Oschatz Teurer, verspätet, aber wunderschön: Kirche Jahna vor der Einweihung
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06:00 29.10.2016
Der Jahnaer Pfarrer Reinhard Mehnert ist stolz auf seine von innen fast fertig sanierte Kirche und hofft auf viele Besucher am Sonntag zum Festgottesdienst um 14 Uhr. Quelle: Sven Bartsch
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Jahna

Ein wenig Stolz und Erleichterung ist Reinhard Mehnert beim Gang durch die frisch sanierte Jahnaer Kirche schon anzuhören. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was wir im Chaos dieser Baustelle erreicht haben“, sagt der Pfarrer der Kirchgemeinde Jahnatal leicht schmunzelnd. Alles andere als reibungslos war der Innenausbau in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren abgelaufen – dauerte wesentlich länger und wurde deutlich teurer als geplant. „Unser Plan war mal die Einweihung zu Ostern oder Pfingsten. Aber das war nicht zu realisieren“, berichtet Mehnert.

Nun wird die Kirche am Sonntag um 14 Uhr mit einem Festgottesdienst eingeweiht – fünf Monate später und rund 14 000 Euro teurer als gedacht. Insgesamt 150 000 Euro sind in die Innensanierung geflossen. Dabei ist noch nicht alles geschafft, was ursprünglich geplant gewesen war. „Im November 2015 war alles ausgebaut. Wir haben auch 30 bis 40 Zentimeter Fußboden herausgenommen. Da wurde festgestellt, dass der Untergrund ein wassergetränktes Lehm-Sand-Gemisch ist, das nicht baufest ist. Statt Schotter musste eine eisenbewährte Betonplatte eingebaut werden. Die hat allein 10 000 Euro mehr gekostet“, erzählt der Pfarrer.

Dazu kam, dass Dielung und Balken der Emporen in schlechterem Zustand waren als erhofft, so dass hier ebenfalls ungeplant erneuert werden musste. Zudem ging bei der Auswahl der Farben für die unteren Emporen viel Zeit verloren. Denkmalschützer und Baupfleger der Landeskirche waren nicht immer einer Meinung. Letztlich einigte man sich auf die weiße Farbgebung mit grünen Verzierungen wie sie vermutlich um 1850 in der Kirche zu sehen waren. Die rot marmorierten Säulen dagegen sollen um 1820 in dieser Optik gestaltet gewesen sein. „Das Faszinierende an dieser Kirche ist, dass früher alle 50 Jahre etwas Neues hinzugebaut wurde“, erklärt der Pfarrer. Heute könne man aber eben nicht alle Zeiträume der Vergangenheit abbilden.

Der große Vorteil der weißen Emporenbemalung ist allerdings die verstärkte Helligkeit im Kirchenschiff. Die wird durch den Abriss einer Einzelempore direkt vor dem Fenster rechts noch unterstützt. Der neue Sandsteinboden tut sein Übriges zum freundlichen Bild, dass die Kirche nun im Innern abgibt.

Wegen der Verzögerungen durch die Farbauswahl, konnte erst in diesem Frühjahr wirklich weiter gebaut werden, so dass viele Handwerksfirmen bereits anderswo verpflichtet waren. „Dadurch kamen unendliche viele Stunden Eigenleistung von Gemeindegliedern aus Jahna und Salbitz zusammen“, lobt Mehnert den Einsatz der rund 50 Freiwilligen.

Was nicht geschafft wurde, ist die Herrichtung des Turmraums als Anlaufpunkt für Radfahrer auf dem Jahnatalweg, der direkt an der Kirche vorbeiführt. Mit Tischen und Stühlen und Blick ins Schiff sollten sie hier wettergeschützt ihre Pause einlegen können. Auch ein fehlendes Deckenbild und die Christus-Plastik des hohen Holz-Kruzifixes neben der Altarempore müssen noch ersetzt werden. Zudem ist an der linken unteren Empore noch ein Kassettenfeld frei, welches mit seiner originalen Bemalung wieder hergerichtet werden soll. Gesamtkosten: Rund 60 000 Euro. „Der Antrag ist schon gestellt. Wenn die Finanzierung klappt, soll es im Frühjahr losgehen“, sagt Mehnert.

Zuvor will er mit der Gemeinde am Sonntag aber das Erreichte feiern. Alle fünf noch lebenden Jahnaer Pfarrer sind eingeladen sowie Traugott Vogel, Sohn des Pfarrers, der 1938 die letzte Sanierung der Kirche angeschoben hatte, die dann in den Kriegswirren stecken blieb. Nach dem einstündigen Gottesdienst wird die Kaffeetafel gedeckt und Reinhard Mehnert bietet Führungen durch das Gotteshaus an.

Von Sebastian Fink

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