Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Thiele erweitert Glaswerk in Wermsdorf
Region Oschatz Thiele erweitert Glaswerk in Wermsdorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 14.12.2015
Die Erdarbeiten für die neue Produktionshalle des Glaswerkes sind in vollem Gange. Quelle: Dirk Hunger
Anzeige
Wermsdorf

Das Wermsdorfer Industriegebiet Zeppelinwiesen wächst. Aktuell sind Erdarbeiten zwischen der bereits bebauten Fläche und dem Waldrand im Gange. Dort will ab Januar der Glashersteller Thiele eine weitere Produktionshalle bauen. Auf rund 25.000 Quadratmetern soll dann ab Anfang 2017 gearbeitet werden.

Die rechtlichen Voraussetzung dafür hat der Wermsdorfer Gemeinderat bereits geschaffen: Auf ihrer jüngsten Sitzung stimmten die Räte für den Satzungsbeschluss zur Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes. Es sei nötig, den Geltungsbereich um rund 16 Hektar in östliche Richtung zu vergrößern, heißt es in der Begründung, um sowohl für die Erweiterung bestehender Unternehmen als auch für Neuansiedlungen die Voraussetzung zu schaffen. „Die Gemeinde Wermsdorf möchte diesen Standort als Gewerbe- und Industriegebiet stärken und somit die wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinde und der Region fördern“, so die Begründung.

Im Bereich des seit 2002 rechtskräftigen Bebauungsplanes seien mittlerweile etwa 100 Prozent aller Flächen genutzt und etwa 220 Arbeitsplätze entstanden. Aktuell werden viereinhalb Hektar auf dem nun vergrößerten Areal bereits im Auftrag des Glasherstellers bebaut. Im Abwägungsverfahren äußerte der Regionale Planungsverband Westsachsen Bedenken gegenüber der vorgesehenen Erweiterung. Zum einen kritisierten die Vertreter die Flächenversiegelung und regten an, bestehende Gebiete effektiver zu nutzen oder Lücken und Brachflächen zu bebauen. Zum anderen sei eine solche Siedlungsentwicklung nur in zentralen Orten und Gemeinden mit besonderen Funktionen vorgesehen.

Beides Hinweise, die vor Ort auf wenig Verständnis stießen. „Natürlich gibt es in Wermsdorf Bedarf an Industrieflächen dieser Größenordnung“, betonte Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Die „Damen und Herren“ vom Regionalen Planungsverband seien gerne eingeladen, sich davon selbst ein Bild zu machen. Das sahen auch die Gemeinderäte so: Einstimmung bestätigten sie die Satzung zur Änderung und Erweiterung des Bebauungsplanes Zeppelinwiesen.

Wermsdorf ist einer von sieben deutschen Standorten von Thiele Glas und die mittlerweile größte Produktionsstätte. Wie das Unternehmen mitteilt, entsteht aktuell ein neues Verwaltungsgebäude, das im Sommer 2016 fertig werden soll. Außerdem wird die bereits bestehende Produktionshalle in nördlicher Richtung erweitert, und mir der geplanten neuen Werkhalle soll die Produktionsfläche ab 2017 auf rund 47.500 Quadratmeter vergrößert werden. Für die Erweiterung habe man sich entschieden, um besser auf die steigende Nachfrage und das zunehmende Exportgeschäft reagieren zu können. Zahlreiche neue Arbeitsplätze würden dadurch geschaffen, informierte Alexandra Wilde aus der Marketingabteilung des Unternehmens, auch wenn man in der frühen Bauphase noch nicht abschätzen könne, wie viele das genau sein werden. Zu Investitionskosten machte das Unternehmen keine Angaben.

Gegründet wurde das Familienunternehmen 1989 von Alfred und Sabine Thiele in Schrozberg (Baden-Württemberg), in allen Werken sind 550 Mitarbeiter und 60 Auszubildende beschäftigt. Spezialist ist der Hersteller auf Großgläser und die Veredelung von Flachglas. Produkte aus den Werkhallen sind zum Beispiel in den Höfen am Brühl in Leipzig zum Einsatz gekommen.

Von Jana Brechlin

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Früheres Aus für Oschatzer Geburtenstation. Lange kämpften die Chefetage und Aufsichtsrat für den Erhalt der Oschatzer Geburtenstation. Auf Grund der wenigen Geburten jedoch ist es nicht möglich, die Abteilung am Leben zu erhalten. So wurde beschlossen, die Station am Ende des Jahres zu schließen. Nun wird es sogar noch früher.

11.12.2015

Die große bundesdeutsche Asylpolitik ist ein heißes Thema. Doch wie sieht es in Oschatz an der Basis aus. Die Schüler des Thomas-Mann-Gymnasiums diskutierten in dieser Woche mit den Mitglieder des Oschatzer Bürgerbündnisses. Dabei gab es auch Beifall.

11.12.2015

Bei der vergangenen Sitzung des Oschatzer Stadtrates informierte Oberbürgermeister Andreas Kretschmar über den aktuellen Stand der Unterbringung von Asylbewerbern in der Stadt. In diesem Zusammenhang gab der Oberbürgermeister (OBM) auch Informationen zu Sachverhalten, die der Öffentlichkeit offenbar anders diskutiert werden.

10.12.2015
Anzeige