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Oschatz Thomas Barth erzählt in Oschatz vom Pilgern
Region Oschatz Thomas Barth erzählt in Oschatz vom Pilgern
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07:00 06.03.2017
Thomas Barth. Quelle: Bärbel Schumann
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Oschatz/Treptitz

Ja, Thomas Barth hat es geschafft, erhält dafür nicht nur Bewunderung, sondern auch Anerkennung, aber auch Mitleid und Zuspruch. Er kann sagen: Ich habe Deutschland zu Fuß von Ost nach West durchquert. Rund 1200 Kilometer war er an insgesamt 50 Tagen als Pilger auf dem Jacobsweg durch Deutschland unterwegs. Am Sonnabend zeigte er Bilder und erzählte Geschichten unter dem Titel „Pilgern für Fortgeschrittene“ von seiner 2. Pilgertour durch deutsche Lande von Vacha in Thüringen bis nach Freiburg.

Viele im Saal des Rundbaus im Oschatz-Park hatten ihm schon bei seinem ersten Pilger-Reisebericht gelauscht. Dennoch waren sie überrascht, was Thomas Barth auf seinem Weg, aber auch links und rechts des Pilgerpfades wieder entdeckte. Vor allem seine Geschichten, wie er neue interessante Menschen kennenlernte, mit ihnen über ihr Leben, ihren Beruf, den Heimatort, ihre Kunst oder Berufung ins Gespräch kam. Stationen waren dabei nicht nur die Städte Fulda, Würzburg, Rothenburg ob der Tauber, Tübingen, Rottenburg und Freiburg. In vielen der kleinen Orte dazwischen verweilte er, begab sich dabei beispielsweise auf Spuren der deutschen Geschichte. Wie etwa im Geburtsort von Wilm Hosenfeld. Der war zwar Befehlsgeber im Warschauer Ghetto, rettete aber dennoch Juden wie den Pianisten Szpilmann, dessen Lebensgeschichte den Stoff für den Oscar-gekrönten Film „Der Pianist“ bot.

Grenzen kennenlernen

Barth probierte auf der Tour aber auch manches aus, um Grenzen kennenzulernen oder um sich ganz auf die Natur zu besinnen, um dabei zum Ursprünglichen zu finden. So lief er barfuß, später wegen der vielen Steine und anderen Unebenheiten, die er seinen Füßen nicht schon zu Beginn der Tour für lange Zeit zumuten wollte, in sogenannten Barfußschuhen. Doch auch dieses Laufen zeigte Grenzen auf. Etwa beim Überqueren der schlammigen Baustellentrassen von Gasleitungen quer durch landschaftlich wunderschöne Gebiete. Der Treptitzer zeigte aber auch auf, dass Pilgern nicht nur ein Besinnen auf das Wesentliche im Leben sein kann. Sein Vortrag zeigte, dass Pilgern zum Beispiel auch Erkunden und Genießen wie bei einer kulinarischen Rundreise sein kann. Jede Landschaft, jede Region hat hierbei ihre Eigenheiten und vor allem Alleinstellungsmerkmale. Auch wenn man in verschiedenen Teilen der Republik diese versucht zu kopieren, an ihren Wurzeln sind zum Beispiel Maultaschen und andere Schwäbische Spezialitäten urig.

Thomas Barth zeigte beeindruckende Altäre, Bauten, Stadtimpressionen. Er zeigte selbst kleinste Spuren von regionaler Handwerkskunst, brachte menschliche Schicksale und Überzeugungen näher. Alles in allem ein Vortrag, der nicht nur zum Nachmachen inspirierte, sondern auch animierte, mit offenen Sinnen durch unsere Welt zu laufen.

Von Bärbel Schumann

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