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Oschatz Tierärztin startet von Wadewitz mit mobiler Praxis
Region Oschatz Tierärztin startet von Wadewitz mit mobiler Praxis
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09:48 04.03.2016
„Ich liebe alle Tiere“, sagt Barbara Zwaniecka, hier mit dem Australian Shepard Mio. Jetzt hat die Veterinärin ihre mobile Praxis eröffnet. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Wadewitz

Paketdienst, Bäcker und Fleischer kommen mit mobilen Verkaufswagen in jedes noch so kleine Dorf. So gesehen liegt Barbara Zwaniecka im Trend: Die Tierärztin ist gleich mit einer kompletten Praxis unterwegs. Und das ist in ihrem Fall mehr als ein Kombi mit Hausapotheke im Kofferraum. Die Wadewitzerin hat einen Mercedes Sprinter zum Behandlungs- und Operationsraum umbauen lassen.

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„Ich liebe alle Tiere“, sagt Tierärztin Barbara Zwaniecka. Heute in Behandlung: der Australian Shepard Mio.

In ländlichen Gebieten Norddeutschlands sind mobile Tierarztpraxen bereits üblich, in den weiten Australiens geht es gar nicht anders. In der Region ist das Angebot, komplett auf eine stationäre Praxis zu verzichten und dafür nur unterwegs zu sein, neu. „Womöglich ist das die erste mobile Tierarztpraxis in Ostdeutschland“, vermutet Ehemann Dieter Holz-Zwaniecka, der daheim in Wadewitz Termine entgegennimmt und koordiniert, wenn seine Frau unterwegs ist, um Schnittverletzungen zu nähen, Kastrationen durchzuführen oder Kälbchen auf die Welt zu helfen.

Aus Rot-Kreuz-Fahrzeug wird rollender OP

Der Kölner und die gebürtige Polin lernten sich in Leipzig kennen, wo beide Veterinärmedizin studierten. Schon damals waren sie viel in der Region unterwegs, heirateten vor 16 Jahren in Wermsdorf und hatten schon bald den Wunsch, sich in der Gemeinde niederzulassen. „Uns gefallen Land und Leute, wir kommen hier sehr gut zurecht.“ Während sich ihr Mann um den Hof kümmert, Deutsche Reitponys züchtet und Kühe hält, sammelt Barbara Zwaniecka seit über acht Jahren Berufserfahrung als Tierärztin in Praxen in Zschoppach und Frohburg. Dort wird sie auch weiterhin Dienste übernehmen, ihre mobile Praxis startet sie zunächst in der Teilselbstständigkeit.

Dafür kaufte die 40-Jährige einen Mercedes Sprinter, der für ihren Einsatz hergerichtet wurde. Viele wichtige Einrichtungen und Anschlüsse für Wasser, Strom und Klimaanlage waren bereits an Bord. Kein Wunder, denn das Gefährt war vorher für das Deutsche Rote Kreuz Bayern im Einsatz.

Wichtig ist für Barbara Zwaniecka aber noch etwas anderes: „Das ist ein Allrad, damit komme ich auf jede Koppel.“ Denn die Tierärztin will sich nicht nur um kleine Haustiere kümmern, sondern ist auch für Schweine, Schafe, Rinder und Pferde da. Überhaupt sind Kühe die Lieblinge der Wadewitzerin. Die Passion spiegelt sich auch auf der rollenden Praxis wider, die mit Kuhflecken verziert ist. „Q-Fleck“, eine Wortspielerei, gibt dem jungen Unternehmen auch den Namen. „Kühe sind sehr friedvolle Tiere“, ist Zwaniecka überzeugt.

Sie wolle ihre Patienten möglichst stressfrei behandeln, und gerade bei ängstlichen Tieren sei es ein Vorteil, wenn sie nicht erst zum Veterinär transportiert werden müssten, sondern in vertrauter Umgebung versorgt werden können. „Landläufige Eingriffe wie Kastrationen, Zahn-OPs und selbst offene Brüche lassen sich problemlos im Fahrzeug erledigen“, sagt sie. Zur Arbeit gehört moderne Technik: Die Zahnstation ist mit einem Ultraschallgerät bestückt, es gibt ein Video-Otoskop, das den Blick in die tierischen Ohren auf dem Laptop-Monitor zeigt und geschnitten wird nicht mit Skalpell, sondern mit hochfrequentem Strom. „Dadurch werden die Gefäße gleich wieder verödet und es gibt keine Blutungen.“

Jeder Tierarzt hat seinen Friedhof

Als Konkurrenz zu bestehenden veterinärmedizinischen Praxen sieht sie sich nicht: „Wir können ja keine Tiere stationär aufnehmen und sind dabei auf Kooperationen angewiesen.“ Und manchmal werde sogar der Weg in die Klinik nötig. Obwohl der Beruf ein Traumjob mit vielen schönen Seiten ist, gibt es Momente, auf die die 40-Jährige lieber verzichten würde.

„Manchmal sehen wir Tiere in einem sehr schlechten Zustand, und es werden Wunder erwartet, aber das Tier schafft es nicht durch die OP“, erzählt Barbara Zwaniecka. Zum Glück komme das nur sehr selten vor. Aber immer noch ringe sie nach Worten, wenn sie Herrchen oder Frauchen die schlechte Nachricht überbringen müsse, gesteht sie. „Jeder Tierarzt hat seinen Friedhof – damit muss man umgehen können.“ Viel lieber näht sie Wunden, legt Verbände an und verpasst Spritzen, damit es Sittichen, Kaninchen oder Kühen bald wieder gut geht. „Dann sind alle erleichtert: die Tiere, die Halter und ich.“

Von Jana Brechlin

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