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Oschatz „Tierhilfe Torgau“ will Tierheim in Torgau oder Umgebung bauen
Region Oschatz „Tierhilfe Torgau“ will Tierheim in Torgau oder Umgebung bauen
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00:32 15.03.2018
Hunde der Mitglieder der Tierhilfe TG Quelle: Philipp Anders
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Torgau

Sie haben ein großes Ziel vor Augen. Ein Ziel, für das sie viel Energie, Durchhaltevermögen und einen starken Willen aufbringen müssen und auch bei großen Hindernissen und starkem Gegenwind die Flinte nicht ins Korn werfen dürfen. Dessen sind sie sich bewusst. Trotz alledem haben sich im November letzten Jahres 26 Tierliebhaber aus Torgau und Umgebung zusammengefunden, um einen Tierschutzverein ins Leben zu rufen, der das Ziel anstrebt, ein eigenes Tierheim in der Region Torgau zu errichten.

Der Grund für diesen Entschluss war, dass dem Vertragstierheim von Torgau, das sich in Herzberg befindet, die Betriebserlaubnis entzogen wurde – mittlerweile wurde das Tierheim geschlossen und die Tiere in anderen Heimen untergebracht.

„Die Nachricht vom Betriebsentzug in Herzberg hat Tierheime wie Arzberg oder Eilenburg vor Herausforderungen gestellt und uns an die Grenzen unserer Kapazität gebracht“, sagte Vera M. Besler, Vorsitzende des Tierschutzvereins Arzberg. So starteten die Tierfreunde – wie alle Vereine, die sich neu gründen möchten – mit dem Weg zum Notar. Im Dezember kam dann die ersehnte Bestätigung. Die Gruppe konnte sich nun offiziell als eingetragener Verein „Tierhilfe Torgau“ bezeichnen.

Ein Blick in andere Tierheime geworfen

Um sich darüber zu informieren, wie es genau in den umliegenden Tierheimen aussieht und was das Betreiben eines solchen bedeutet, haben sich die Mitglieder mit den Tierheimen Wurzen, Ostrau, Eilenburg und Oelzschau in Verbindung gesetzt und sich vor Ort einen Eindruck verschafft. Hier standen die laufenden Kosten, Fördermöglichkeiten, die Kapazität und Auslastung der Heime, die Erfahrungen der Mitarbeiter und die Frage, wie auch die Tierhilfe Torgau hier unterstützen kann im Fokus des Besuchs. Auch wenn der neue Verein noch nicht lange existiert, wurden die Mitglieder bereits zu Einsätzen für die Tiere gerufen.

Ulrike Blavius und Kristin Engel von der Tierhilfe Torgau besuchen Eilenburgs Tierheimleiterin Annett Albrecht.  Quelle: privat

Persönlich haben sich die Tierfreunde bereits bei der Oberbürgermeisterin der Stadt Torgau, Romina Barth, den Stadträten, dem Bundestagsabgeordneten Marian Wendt, dem Veterinäramt, dem Ordnungsamt und einigen weiteren wichtigen Ansprechpartnern vorgestellt, um sich über Unterstützungsmöglichkeiten zu erkundigen. Auch die finanziellen Fördermöglichkeiten für ein solches Projekt wurden geprüft.

Hundekekse für einen tierisch guten Zweck

Um auf sich aufmerksam zu machen, nutzte der Verein die Weihnachtszeit, versuchte Präsenz zu zeigen, verteilte Flyer und Spendendosen. Und auch im Jahr 2018 möchten sich die Mitglieder bei verschiedenen Möglichkeiten vorstellen und führten auch bereits eigene Aktionen durch. Dabei ist Zusammenarbeit wichtig. Dessen sind sich die Mitglieder bewusst. Nur Hand in Hand mit anderen Vereinen, Interessengemeinschaften und Unternehmen lässt sich ein solches Projekt überhaupt realisieren. Daher schloss sich der Verein mit der Interessengemeinschaft Hundefreunde Nordsachsen und dem Verein Hundefreunde Torgau zusammen und führte in Beckwitz die Aktion „Hundekekse für einen tierisch guten Zweck“ durch. „Ich glaube, nicht nur die Vierbeiner waren begeistert von den vielen verschiedenen Hundekeksen – egal ob mit Banane, Apfel, Käse, Leberwurst, Hühnchen, Mango – eine unbeschreibliche Vielfalt und vor allem mit viel Liebe gebacken. Auch wenn nicht alle Kekse verkauft wurden, haben wir doch eine ganze Menge an den Hundefreund gebracht und einiges an Spenden eingenommen“, sagt Kerstin Plaul, Vorsitzende der Hundefreunde Torgau.

Großer Zuspruch zu Veranstaltung

Die nicht verkauften Hundekekse wurden in das Tierheim Eilenburg gebracht. „Ich war sehr überrascht, wieviel Zuspruch diese Veranstaltung hatte und ich denke, es war auch für jeden etwas dabei. Es gab eine Hunderunde mit eingebauten Spielen, die Geräte auf dem Hundeplatz konnten ausprobiert werden, die Tierfreunde konnten sich untereinander austauschen und etwas leckeres essen und trinken“, so Carolin Dorsch von den Hundefreunden Nordsachsen. Es war eine rund um gelungene Aktion, von der in einer ähnlichen Art auch in Zukunft noch einige folgen werden. „Ich bin glücklich und überwältigt darüber, was auf die Beine gestellt werden kann, wenn man zusammenarbeitet. Dieses Hand in Hand hat dazu geführt, diese wirklich tolle Aktion umzusetzen. Und ich freue mich bereits jetzt auf weitere Veranstaltungen, bei denen mit den verschiedensten Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgt wird“, so Kristin Engel, Vorsitzende des Vereins Tierhilfe Torgau.

Hundekekse für einen tierisch guten Zweck. Quelle: privat

Zusammenarbeit mit Jugendlichen

Ein Jahr eher als die Tierhilfe Torgau schlossen sich auch die Mitglieder des Jugendteams Torgau zusammen. Junge, engagierte Leute, die was für die Jugend und dadurch auch etwas für Torgau in der Großen Kreisstadt bewegen möchten. Und warum nicht gemeinsam? So wurden zusammen mit den Jugendlichen Pläne geschmiedet, wie im Jahr 2018 gemeinsame Projekte umgesetzt werden können. Ähnliche kreative Ansätze gab es auch mit den Mitarbeitern der Kulturbastion Torgau. Hier soll zukünftig ein Miteinander entstehen.

Mit dem Kreisfeuerwehrverband Torgau-Oschatz kamen die Mitglieder der Tierhilfe Torgau bereits ins Gespräch. Eine Zusammenarbeit ist hier gerne gesehen und willkommen. „Wir werden vermehrt zu einer Tierrettung gerufen. Es wäre schön, einen direkten, fachlichen und kompetenten Ansprechpartner zu haben. So eine Zusammenarbeit erleichtert uns unsere Arbeit vor Ort, so dass wir nicht lange auf Unterstützung warten müssen“, sagt Frank Reichel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Torgau-Oschatz.

Dass mit dem Bau eines Tierheimes eine Win-Win-Situation entstehen könnte, denkt auch Dr. Roland Kröbel, Geschäftsführer der Lebenshilfe Torgau. Er erinnert da an das Beispiel in Oschatz. Dort arbeiten die Betreuten der Lebenshilfe im Tierpark des Oschatz-Parks. „Das würde natürlich in Torgau nur gehen, wenn das zukünftige Tierheim für die Betreuten zu Fuß zu erreichen wäre. Aber auch mit Außenarbeitsplätzen würde sich sicherlich eine Lösung finden lassen, um das Tierheim zu unterstützen. Viele sind sehr offen für Tiere. Da ist das Bewegen, Versorgen und Verpflegen der Tiere sicher möglich“, so Dr. Roland Kröbel.

26 Tierfreunde waren bei der Gründung im November 2017 dabei. Quelle: privat

Mittlerweile zählen der Verein Tierhilfe Torgau knapp 70 Mitglieder. Und auch, wenn es viel positives Feedback für diesen gibt, ist der Weg noch lang und steinig. Daher benötigen die Mitglieder jede Unterstützung, die sie bekommen können.

Wer in Torgau und Region für die Tiere auch etwas bewirken möchte, kann sich unter der Nummer 0152 08275118 oder unter tierhilfe-torgau@freenet.de bei den Mitgliedern des Vereins melden.

Von Emilia Stoll

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