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Oschatz Tierisch was los in Oschatzer Kanälen
Region Oschatz Tierisch was los in Oschatzer Kanälen
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00:39 07.08.2015
Diesen Waschbären entdeckten Mitarbeiter des Abwasserverbandes Untere Döllnitz kürzlich in einem Abwasserschacht auf dem Oschatzer Lidl-Parkplatz. Quelle: Abwasserverband Untere Döllnitz
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Region Oschatz

von frank hörügel und Heinz Grossnick

Damit die Schäden durch das Wühlen der Ratten im Untergrund nicht ausufern, werden die Schädlinge bekämpft. Laut Frank Streubel, Geschäftsführer des Abwasserverbandes Untere Döllnitz (Oschatz, Dahlen, Liebschützberg, Naundorf), gibt der Verband pro Jahr etwa 7000 Euro für das Auslegen von Rattenködern aus.

Diesen Anblick haben die Anwohner der Friedensstraße in Oschatz nicht vergessen. Bevor die Friedensstraße vor ein paar Jahren grundlegend saniert wurde, befanden sich neben der Kanalisation in Höhe der ehemaligen Molkerei regelrechte Rattenburgen. Bei Gewittergüssen trieb es die Nager zuhauf an die Oberfläche - zum Schrecken der Anwohner. Von der insgesamt etwa 70 Kilometer langen Kanalisation in Oschatz ist zwar bereits ein großer Teil saniert worden, noch immer gibt es aber Abschnitte aus der Anfangszeit von 1890. Und diese Kanäle weisen meist Löcher und Risse auf, durch die Ratten raus- und reinkriechen können.

Ein Grund dafür, dass sich das Ungeziefer in den Abwasserkanälen so wohl fühlt, ist das gute Nahrungsangebot. Speisereste, Bratenfett oder Kartoffelschalen werden oftmals über die Waschbecken und Toiletten in die Kanalisation gespült und landen hier direkt vor den hungrigen Mäulern der Ratten. "Da haben sie nichts zu suchen", sagt Jens-Uwe Banachowicz. Der Mitarbeiter des Abwasserverbandes Untere Döllnitz weiß, wovon er spricht. Seitdem er zusammen mit Kollegen die unterirdischen Rohre mit einem neuen Kanal-TV-Fahrzeug untersuchen kann, tauchen auf den Kameraaufnahmen immer wieder Ratten auf. Und diese Tiere sind meist gut genährt, hat Banachowicz beobachtet. Dagegen hilft nur: Die Nager müssten konsequent auf Diät gesetzt werden - indem Speisereste nicht in die Kanalisation, sondern auf den Kompost oder in die Mülltonne gekippt werden.

Neben den Ratten entdecken auch zunehmend Waschbären die unterirdische Nahrungsquelle, hat Verbandsgeschäftsführer Frank Streubel beobachtet. Erst kürzlich entdeckten die Verbandsmitarbeiter bei der Kontrolle eines Schachtes auf dem Oschatzer Lidl-Parkplatz einen verängstigten Waschbären.

Auch im Abwasserzweckverband Oberes Döllnitztal leben Ratten und Waschbären. "Schadnager gibt es in jedem Kanalnetz. Wir sehen Ratten durch Befahrung mit Kamerarobotern oder bekommen Mitteilung von Anwohnern", sagt Jens Kummer, Gruppenleiter Kanalnetz der Oewa-Niederlassung Döbeln. Das Unternehmen ist unter anderem für die Reinigung und Inspektion der 120 Kilometer langen Kanäle sowie der Reparatur der Abwasserpumpstationen des Verbandes zuständig. Wo es Rattenprobleme gibt, werden Köder in die Kanäle gehängt. Allerdings seien auch die Bürger gefragt. Kummer rät, keine Essensreste in der Toilette zu entsorgen, die Kanalisation auf den Grundstücken auf Schwachstellen zu kontrollieren, keinen Müll liegen zu lassen und Fallobst aufzusammeln. Zudem schützen Rattenklappen im Kanalnetz vor Nagern, die anderenfalls bis in die Toilette gelangen könnten. "Doch Rattenklappen haben die wenigsten", weiß Kummer.

© Kommentar

Hörügel, Frank

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