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Oschatz Tierschau und landwirtschaftliche Produktenausstellung in Oschatz
Region Oschatz Tierschau und landwirtschaftliche Produktenausstellung in Oschatz
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14:47 16.06.2014
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Thomas Koch aus Oschatz entdeckte die Zeilen:

"Die von dem Zentralverein zur Beförderung landwirtschaftlicher Industrie in Sachsen veranstaltete und geleitete und von den höchsten Behörden wesentlich begünstigte Tierschau und Ausstellung landwirtschaftlicher Produkte wurde diesmal am 20. und 21. Mai 1844 auf dem geräumigen Schießplatze und den daran stoßenden Wiesen vor den Toren der Stadt Oschatz abgehalten. Wie schon seit einigen Jahren, so war auch diesmal wieder mit der Ausstellung die Versammlung der sächsischen Naturforscher, Ärzte und Landwirte verbunden. Die Ausstellung - mit Recht ein Volksfest zu nennen - wurde von dem herrlichsten Wetter begünstigt.

Eben deshalb hatte sich auch eine Menschenmasse zusammengefunden, wie wohl bisher noch zu keiner Ausstellung in Sachsen. 15 000 Menschen waren gewiss zur Stelle, darunter auch viele preußische Bauern und ein Trupp Altenburger Bauern, die sich in ihrer Nationaltracht alsogleich bemerklich machten.

Nächst der schönen Witterung, welche dieses Volksfest begünstigte, muss man die Ursache, das sich eine so bedeutende Menschenmasse zusammengefunden hatte, den Eisenbahnen beimessen, zumal der Platz, wo die Ausstellung abgehalten wurde, nur zehn Minuten von dem Oschatzer Bahnhofe entfernt ist.

Weder preußische noch altenburgische Bauern (letztere aus einer Entfernung von 30 Stunden) würden die Ausstellung bei Oschatz besucht haben, wenn nicht die Eisenbahnen das Reisen so sehr beschleunigten, es würden gewiss auch viele Landwirte aus den entfernteren Gegenden Sachsens zu Hause geblieben sein, wenn nicht die Eisenbahnen Gelegenheit gegeben, auf das Schnellste an den Ort der Bestimmung und wiederum auf das Schnellste zurück in die Heimat zu gelangen.

An Bedeutung gewann die Ausstellung durch die Anwesenheit seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen Johann und der Herren Minister des Inneren und des Krieges.

Prinz Johann nahm lebhaften Anteil an der ganzen Veranstaltung. Unter den ausgestellten Gegenständen schienen ihn ganz besonders die Pferde zu interessieren. Der große und schöne Platz war hier und da mit Laubgewinden und Flaggen in der Nationalfarbe, die auf hohen Masten wehten, geziert. Einige Musikcorps spielten tapfer auf. Außer der schön dekorierten Festhalle war der Platz mit einer großen Anzahl Buden und Zelte bedeckt, in denen teils Ess- und Trinkwaren, teils verschiedene gewerbliche Gegenstände verkauft wurden. Auch fehlte es nicht an Anstalten zur Unterhaltung und Belustigung. Es waren mehrere Kegelbahnen angelegt, Karussells aufgestellt und die erst beendigte Leipziger Messe hatte mehrere Schaubuden, darunter eine Menagerie, gesendet. Das Ganze glich einem großen, volksreichen Jahrmarkt.

Die Ausstellung und Beaufsichtigung der zur Schau zum Remontemarkt gebrachten Tiere und Gegenstände wurde von dazu beauftragten Personen besorgt, welche durch blaue und gelbe Binden um den linken Arm kenntlich waren. Das Fest wurde am 20. Mai, früh nach 8 Uhr nach Ankunft der Leipziger und Dresdener Dampfwagenzüge, welche gegen 50 Personenkraftwagen zählten, in der Festhalle durch Begrüßung der Anwesenden eröffnet.

Hierauf geschah die Ansicht und Prüfung der zur Schau gebrachten Pferde Behufs der Ermittlung der von der hohen Staatsregierung an inländische Pferdezüchter zu verteilenden Prämien durch den Landstallmeister Major v. Schönberg und die demselben beigegebene Kommission." Fortsetzung folgt

Thomas Koch

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