Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Oschatz Tiffany Lichney aus Kalifornien verbringt Austauschjahr in Neusornzig
Region Oschatz Tiffany Lichney aus Kalifornien verbringt Austauschjahr in Neusornzig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:38 23.12.2011
Bundestagsabgeordneter Manfred Kolbe trifft sich mit Anett Jäger, Tiffany Lichney, Volkhard Jäger und Sophia Jäger (von links) im Café Wentzlaff am Neumarkt in Oschatz. Die Blondine aus Kalifornien hat deutsche Wurzeln. Quelle: Dirk Hunger
Neusornzig/Oschatz

Von Heinz Großnick

Tiffany Lichney, die bei ihrer Ankunft Ende August noch kein Wort deutsch sprach, kann sich mittlerweile gut verständigen. "Sie lernt zwei Sprachen, Deutsch und Sächsisch. Das klingt oft lustig", bekennen ihre Gasteltern Volkhard und Anett Jäger. Sie kümmern sich um die Kalifornierin und wollen ihr bis zu ihrer Abreise im Juni nächsten Jahres Geborgenheit in ihrer achtköpfigen Familie geben. "Wir haben uns gesagt, auf ein Kind mehr oder weniger kommt es nicht mehr an. Die Idee, eine Austauschschülerin aufzunehmen, kam von unserer Tochter Sophia. Sie möchte sich vielleicht auch einmal für ein Austauschjahr in den USA bewerben", sagt Anett Jäger.

Dass sich Tiffany Lichney für den Auslandsaufenthalt in Deutschland entschied, hat einen besonderen Grund. "Die Vorfahren meiner Großeltern sind Deutsche, mein Papa ist halb deutsch und halb tschechisch. Ich finde Deutschland ein sehr interessantes Land."

Das Austauschjahr hat sie laut Anett Jäger für ihre Leistungen in der Schule und als Mathe-Ass gewonnen. "Sie ist ein Lernkind und begreift alles sehr schnell", hat die Gastmutter festgestellt. Schließlich konnte sie in Kalifornien ein Schuljahr überspringen und besucht dort bereits die 11. Klasse.

Nach ihren ersten Eindrücken befragt, fällt der 15-Jährigen spontan das Essen hier zu Lande ein. "Ich mag die leckeren Backwaren und esse auch sehr gern Schnitzel." Besonders gefalle ihr die Altstadt von Oschatz mit ihren historischen Häusern und dass man hier überall schnell zu Fuß oder mit dem Rad hinkommt. Zu Hause sei alles viel weiter entfernt. In ihrem von hier rund 10 000 Kilometer entfernten Wohnort leben etwa 4000 Menschen. "Bis zum nächsten Ort muss ich 25 Kilometer fahren", so die Blondine, die in ihrer Freizeit gern Volleyball und Fußball spielt und auch Motorrad fährt. In Oschatz besucht sie gemeinsam mit Gast-Schwester Sophia die 10. Klasse des Thomas-Mann-Gymnasiums (TMG) und nimmt außerdem am Deutsch-Unterricht in den Klassenstufen 5 bis 8 teil. Auch am TMG spielt sie in der Volleyballmannschaft mit und singt im Chor von Marc Hartwiger.

In der Woche wohnt Familie Jäger in Oschatz und an den Wochenenden in ihrem Haus in Neusornzig. Mit ihren neuen Freunden besucht Tiffany Lichney dann auch mal die Disco, was in diesem Alter in den USA ja ungewöhnlich sei.

Anfangs hatte die 15-Jährige noch etwas Heimweh, wie sie zugibt. Doch mit ihren Eltern steht sie regelmäßig in Kontakt. Den pflegen auch Volkhard und Anett Jäger. "Sie sind so alt wie wir und wir waren uns von Anfang an sympathisch. Die Eltern haben geschrieben, dass sie sich auf eine lange Freundschaft freuen und wir möchten sie zu uns einladen", so das Ehepaar, das auch Tiffany Lichney eine gute Gastfamilie sein möchte, in der sie sich wie zu Hause fühlen kann. "Wir waren in Dresden und Leipzig und Shoppen bis zum Umfallen", so Anett Jäger.

Über ihre Zukunft hat Lichney ebenfalls schon eine klare Vorstellung. "Ich möchte Pilotin bei der Air-Force auf einem Militär-Stützpunkt in Deutschland werden. Wenn das nicht klappen sollte, dann werde ich ein Luftfahrt-Ingenieur-Studium aufnehmen."

Bundestagsabgeordneter Manfred Kolbe möchte das Austauschprogramm bekannter machen. "Schade, dass es jedes Jahr vor allem in den neuen Bundesländern nur wenige Bewerber gibt. Das verstehe ich nicht, denn schließlich ist der Austausch gratis und alle Kosten werden vom Deutschen Bundestag übernommen."

-Standpunkt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Mitglieder des Zweckverbandes Döllnitzbahn beschlossen zur jüngsten Versammlung einstimmig Haushaltssatzung und Haushaltsplan für das Jahr 2012. Während der öffentlichen Auslegung der Unterlagen gab es keine Einsprüche und Bemerkungen, informierte Verbandsvorsitzender Volkmar Winkler.

23.12.2011

"Ich gönne es ihnen von ganzem Herzen. Das haben sie sich verdient", sagt Rosalie Meißner und meint damit die Mitarbeiter des Wohnbereiches 2 im Diakonischen Seniorenpflegeheim in der Heinrich-Heine-Straße.

23.12.2011

Ausgerüstet mit Gummistiefeln und begleitet von vielen Wermsdorfern nahmen Minister Frank Kupfer und Bürgermeister Matthias Müller (beide CDU) gestern den ersten Spatenstich für die neue Turnhalle vor.

23.12.2011
Anzeige