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Tiffany Lichney aus Kalifornien verbringt Austauschjahr in Neusornzig

Tiffany Lichney aus Kalifornien verbringt Austauschjahr in Neusornzig

Schloss Neuschwanstein, Oktoberfest und Lederhosen: Das waren die einzigen Begriffe, die Tiffany Lichney aus Kalifornien zu Deutschland einfielen - bevor sie nach Oschatz kam.

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Bundestagsabgeordneter Manfred Kolbe trifft sich mit Anett Jäger, Tiffany Lichney, Volkhard Jäger und Sophia Jäger (von links) im Café Wentzlaff am Neumarkt in Oschatz. Die Blondine aus Kalifornien hat deutsche Wurzeln.

Quelle: Dirk Hunger

Neusornzig/Oschatz. Von Heinz Großnick

 

 

 

Tiffany Lichney, die bei ihrer Ankunft Ende August noch kein Wort deutsch sprach, kann sich mittlerweile gut verständigen. "Sie lernt zwei Sprachen, Deutsch und Sächsisch. Das klingt oft lustig", bekennen ihre Gasteltern Volkhard und Anett Jäger. Sie kümmern sich um die Kalifornierin und wollen ihr bis zu ihrer Abreise im Juni nächsten Jahres Geborgenheit in ihrer achtköpfigen Familie geben. "Wir haben uns gesagt, auf ein Kind mehr oder weniger kommt es nicht mehr an. Die Idee, eine Austauschschülerin aufzunehmen, kam von unserer Tochter Sophia. Sie möchte sich vielleicht auch einmal für ein Austauschjahr in den USA bewerben", sagt Anett Jäger.

Dass sich Tiffany Lichney für den Auslandsaufenthalt in Deutschland entschied, hat einen besonderen Grund. "Die Vorfahren meiner Großeltern sind Deutsche, mein Papa ist halb deutsch und halb tschechisch. Ich finde Deutschland ein sehr interessantes Land."

Das Austauschjahr hat sie laut Anett Jäger für ihre Leistungen in der Schule und als Mathe-Ass gewonnen. "Sie ist ein Lernkind und begreift alles sehr schnell", hat die Gastmutter festgestellt. Schließlich konnte sie in Kalifornien ein Schuljahr überspringen und besucht dort bereits die 11. Klasse.

Nach ihren ersten Eindrücken befragt, fällt der 15-Jährigen spontan das Essen hier zu Lande ein. "Ich mag die leckeren Backwaren und esse auch sehr gern Schnitzel." Besonders gefalle ihr die Altstadt von Oschatz mit ihren historischen Häusern und dass man hier überall schnell zu Fuß oder mit dem Rad hinkommt. Zu Hause sei alles viel weiter entfernt. In ihrem von hier rund 10 000 Kilometer entfernten Wohnort leben etwa 4000 Menschen. "Bis zum nächsten Ort muss ich 25 Kilometer fahren", so die Blondine, die in ihrer Freizeit gern Volleyball und Fußball spielt und auch Motorrad fährt. In Oschatz besucht sie gemeinsam mit Gast-Schwester Sophia die 10. Klasse des Thomas-Mann-Gymnasiums (TMG) und nimmt außerdem am Deutsch-Unterricht in den Klassenstufen 5 bis 8 teil. Auch am TMG spielt sie in der Volleyballmannschaft mit und singt im Chor von Marc Hartwiger.

In der Woche wohnt Familie Jäger in Oschatz und an den Wochenenden in ihrem Haus in Neusornzig. Mit ihren neuen Freunden besucht Tiffany Lichney dann auch mal die Disco, was in diesem Alter in den USA ja ungewöhnlich sei.

Anfangs hatte die 15-Jährige noch etwas Heimweh, wie sie zugibt. Doch mit ihren Eltern steht sie regelmäßig in Kontakt. Den pflegen auch Volkhard und Anett Jäger. "Sie sind so alt wie wir und wir waren uns von Anfang an sympathisch. Die Eltern haben geschrieben, dass sie sich auf eine lange Freundschaft freuen und wir möchten sie zu uns einladen", so das Ehepaar, das auch Tiffany Lichney eine gute Gastfamilie sein möchte, in der sie sich wie zu Hause fühlen kann. "Wir waren in Dresden und Leipzig und Shoppen bis zum Umfallen", so Anett Jäger.

Über ihre Zukunft hat Lichney ebenfalls schon eine klare Vorstellung. "Ich möchte Pilotin bei der Air-Force auf einem Militär-Stützpunkt in Deutschland werden. Wenn das nicht klappen sollte, dann werde ich ein Luftfahrt-Ingenieur-Studium aufnehmen."

Bundestagsabgeordneter Manfred Kolbe möchte das Austauschprogramm bekannter machen. "Schade, dass es jedes Jahr vor allem in den neuen Bundesländern nur wenige Bewerber gibt. Das verstehe ich nicht, denn schließlich ist der Austausch gratis und alle Kosten werden vom Deutschen Bundestag übernommen."

-Standpunkt

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