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Oschatz Tillich-Rücktritt: In der Region Oschatz überwiegt Überraschung
Region Oschatz Tillich-Rücktritt: In der Region Oschatz überwiegt Überraschung
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16:52 19.10.2017
René Schubert Quelle: dpa
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Oschatz

Für Charlotte Maciag (67) Rentnerin aus Oschatz, kam der Rücktritt Tillichs „sehr überraschend“. Der Schritt habe positive aber auch negative Seiten: „Tillich war sympathisch und sehr bürgernah“, sagt Maciag. Der Name Michael Kretschmer sagt ihr dagegen gar nichts. Sie vermutet, dass er bei den Bürgern nicht so gut ankommen wird wie der scheidende Ministerpräsident, so sei zumindest ihr erster Eindruck gewesen.

Eine fehlerhafte Politik werde immer irgendwann auf den Verantwortlichen zurückkommen, sagt Horst Buchal (82) Rentner aus Oschatz. „Ich war vom Rücktritt nicht überrascht.“ Auf die Füße sei Tillich seine Sicherheits- und Sozialpolitik gefallen. Er sagt: „Die Sachsen wollen Ausländern helfen, die wirklich bedürftig sind und nicht Wirtschaftsflüchtlingen. Tillichs möglichen Nachfolger Michael Kretschmer findet er „farblos“. „Da wird es wie auf Bundesebene sein: Es wird keinen geeigneten Nachfolger geben.“

René Schubert (52) Taxifahrer aus Mügeln, sagt, Stanislaw Tillich habe gemerkt, dass die Politik seiner Partei nicht mehr seiner eigenen entspricht. Tillich habe seine Vorstellungen nicht mehr verwirklichen können. „Der Rücktritt war der richtige Schritt.“ Mit dem designierten Nachfolger Michael Kretschmar habe sich Schubert bisher zu wenig befasst: „Ob es der Richtige ist, weiß ich nicht“, sagt er. Nach der Wende habe Kurt Biedenkopf gute Entscheidungen getroffen. Einer seines Formats sollte es machen.

„Ich kann den Rücktritt nicht ganz nachvollziehen“, sagt Kristin Junghanns (28) Rechtspflegerin. Tillich habe als Grund das hohe Wahlergebnis der AfD genannt, aber es „gibt noch genug Sachsen, die ihm vertrauen und hinter ihm stehen“, so die 28-jährige Rechtspflegerin. „Den Rücktritt finde ich nicht gut.“ Michael Kretschmer kenne sie noch gar nicht.

Der „Dieser Schritt ist richtig und war längst überfällig. Warum wartet er damit aber noch bis Dezember? Ein personeller und vor allem inhaltlicher Neubeginn wäre sofort nötig! Die Regierung Tillich steckt nicht erst seit den Wahlen in einer tiefen Krise und produziert seit Jahren bestenfalls noch Mittelmaß. Dass Sachsen von außen als Pegida-Land und AfD-Hochburg einen traurigen Ruhm erlangt hat, ist maßgeblich auch dem ewig zögerlichen Agieren von Tillich geschuldet. Seine innenpolitische Bilanz ist ein Desaster: Positiv zu nennen ist einzig sein Einsatz bei den Verhandlungen für einen vernünftigen Länderfinanzausgleich ab 2019. Ob es der Wahlverlierer Kretschmer besser machen wird, steht in den Sternen.“


. Er habe auf eine Kabinettsumbildung in Dresden gewartet. Dass Stanislaw Tillich nun seinen Rücktritt angekündigt hat, sei sehr überraschend. „Ich persönlich halte diesen Schritt für falsch. Auch dass jemand, der mehr oder weniger freiwillig zurücktritt, seinen Nachfolger selber vorschlägt, ist zumindest fragwürdig. Besser wäre es gewesen, sich mit Vertretern der Basis auf einen Vorschlag zu einigen und den Kandidaten dann dem Landtag vorschlagen zu lassen – so wie es eigentlich vorgesehen ist.“

Von OAZ

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