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Oschatz Tollkühne Piloten flitzen durch Zeicha
Region Oschatz Tollkühne Piloten flitzen durch Zeicha
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23:06 26.08.2018
Vom windschnittigen Chromimitaten bis zum Nachbau des Batmobils: Viel Liebe stecken die Fahrer in Zeicha in ihre Seifenkisten. Quelle: Manuel Niemann
Zeicha

Ist es ein Vogel? Ist es ein Flugzeug? Nein, es war auch nicht Superman, der sich todesmutig am Sonnabend auf die Piste in Zeicha begab. Der Comicveteran ließ sich beim 14. Seifenkistenrennen vom Nachwuchs vertreten: Von einem Minihelden, der in seinem Batmobil den Abhang im Naundorfer Ortsteil hinuntersauste und prompt den Preis für die schönste Seifenkiste gewann. Diese wird im nächsten Jahr den Zollstock zieren, der neben Medaillen den Gewinnern winkt.

18 Teilnehmer am Start

Wie in den Vorjahren gab es eine Strecke für die kleinen Piloten und eine längere für die Erwachsenen, die zudem mit Schwung von einer Rampe starteten. „In diesem Jahr haben wir 18 Teilnehmer, die in 14 verschiedenen Kisten antreten", sagte Moderator Rocco Eigenwillig. Seit 2005 veranstaltet der Dorfverein des nicht einmal 50 Einwohner zählenden Ortes das Rennen. Das zog in diesem Jahr, vielleicht auch dem bedeckten Himmel geschuldet, etwas weniger Besucher an: Rund 100 fieberten mit.

So verfolgten am Rand der Rennstrecke Anita und Hans-Rainer Strümpel, wie die unmotorisierten Kisten ins Ziel einflogen. „Wir kommen gern und bewundern, wie so ein kleiner Ort so etwas auf die Beine stellt“, gab es Anerkennung der beiden Neusornziger, die Zeicha auch im Winter beim Skifliegen besucht haben.

Lange Tradition

Bevor die Schanze jedoch wieder im Mittelpunkt steht, ging es erst einmal von der Rampe ab. Vereinsvorsitzende Reiner Gründling mischte sich selbst ins Starterfeld, für ihn auch ein bisschen Rückkehr in die Kindheit: „Als Kinder sind wir mit dem Handwagen hier runter – die Deichseln zwischen den Beinen“, erinnerte er sich.

Damals ging das noch ohne sensorgestützte Messtechnik am Start- und Zielpunkt, die die Läufe heute dokumentiert: Spitzengeschwindigkeit bis zu 48 Kilometer pro Stunde haben Kisten schon in Zeicha erreicht, so Gründling. Aber das seien dann auch welche, in denen richtig Geld stecke und gute Lager. Um auch denen eine Chance zu lassen, die mit diesen Geschwindigkeiten nicht mithalten können, gibt es daher auch die Gaudi-Klasse. Bei der wird zwei Mal hintereinander gefahren. Es gewinnt, wer die Strecke in möglichst der gleichen Zeit noch einmal befährt – egal, wie lange das dauert.

Die Sieger 2018: Speed Kinder: 1. Fabian Bieder, 2. Hannes Woitaß, 3. Celine Gründling. Speed Erwachsene: 1. Hannah Bieder, 2. Torsten Peter, 3. Reiner Gründling. Gaudi: 1. Scott Schuster, 2. Reiner Gründling, 3. Phil Schuster.

Von Manuel Niemann

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