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Oschatz Torgau feiert am Sonnabend den „Reformers Day“
Region Oschatz Torgau feiert am Sonnabend den „Reformers Day“
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00:18 25.05.2017
Beate Senftleben ist Organisatorin des Reformer Days. Quelle: Wolfgang Sens
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Nordsachsen/Torgau

Das Reformationsjubiläum steuert seinem Höhepunkt entgegen. Und während am Wochenende in Wittenberg und Berlin der Deutsche Evangelische Kirchentag stattfindet, ist auch in Nordsachsen einiges los – vor allem in Torgau, das als politische Wiege der Reformation gilt. Hier wird am Sonnabend der Reformers Day gefeiert. Und der hat für Besucher aus dem ganzen Landkreis einiges zu bieten. Wir sprachen darüber mit Beate Senftleben, Organisatorin des Reformers Day und Leiterin des evangelischen Jugendbildungsprojektes Torgau.

Warum wird in Torgau der Reformers Day gefeiert?

Torgau ist historische Ort in Sachsen, an dem die Weichen für das, was wir heute Reformation nennen, gestellt wurden. Hier steht die erste Superintendentur, hier war Luther über 40 Mal – manche Historiker sprechen gar von 60 Mal –, um seine Ideen an den kurfürstlichen Hof zu bringen. Und nicht zuletzt wurde hier unter seiner Anleitung die erste protestantische Kirche, die Schlosskapelle, eingerichtet. Luther hielt zwei Jahre vor seinem Tod die Predigt zu ihrer Einweihung. Sein Freund Johann Walter gründete hier die erste bürgerliche Kantorei, die bis heute besteht. Torgau war das politische Zentrum der Reformation, hier wurden durch den Kurfürsten die Wege geebnet, ohne die wir heute das Ereignis nicht feiern könnten.

Wie wollen Sie den Reformers Day feiern?

Reformers Day heißt nicht nur Zurückblicken und Historienpflege, sondern das Fest wird vielmehr ein aktives Bürgerfest sein, mit vielen Anlässen zum Feiern und Wohlfühlen. Aber auch zum Querdenken, welche Reformen denn heute notwendig sind, wir denken hier besonders an den Neugier-Express, der von 10 bis 18 Uhr Jung und Alt zu Experimenten einlädt, oder an Frank Richter um 11 Uhr in der Schlosskirche mit seinem ausdrücklich nicht druckreifen Vortrag über unser Ablassverhalten heute.

Warum sollten auch Besucher aus ganz Nordsachsen den Reformers Day besuchen?

Nehmen wir zum Beispiel die Oschatzer Region: Auch diese ist natürlich für die Entwicklung im 16. Jahrhundert außerordentlich wichtig. Ich denke nur an die Leisniger Kastenordnung, schließlich musste die Gesellschaft, die durch den Zusammenbruch zum Beispiel des Klosterwesens in nicht geringe Unordnung gebracht wurde, neu sortiert werden. Hier waren Leute aus der Region sehr aktiv. Historisch fundiert und immer spannend und hörenswert: die Vorträge von Dr. Jadatz, ebenso wie die Vorträge von Heimatautor Robert Schmidt, der auf völlig andere Art ebenfalls sein Publikum begeistert und in die Zeit der Reformation mitnimmt.

Was wird der Höhepunkt des Reformers Day werden?

Oh, es ist eine ganze Reihe von wirklich spannenden Sachen geplant. Für Partygäste natürlich das Musikprogramm, das von 10 Uhr an das westliche Elbufer beherrscht. Hier sind einige Namen: Mijux aus Leipzig, die Jindrich Staidel Combo, Steppenwolf oder Aeroplane am Abend. Wir haben insgesamt zehn Bands aus vier Ländern. Dann natürlich „Carosello“, das Stelzentheater aus Italien, welches im Anschluss an das Kindermusical „Der falsche Ritter“ – 15 Uhr in der Schlosskirche – mit hoffentlich vielen Zuschauern durch Torgaus Straßen ziehen wird. Ein Schiff lädt zu zweistündigen Fahrten auf der Elbe ein. Dort gibt es Blues-Musik und einen kleinen Imbiss. Ein Fahrradkino bietet überraschende Einsichten in unser Energieverhalten. Ein Höhepunkt darf nicht vergessen werden, und auch hier laden wir die Menschen aus ganz Nordsachsen herzlich ein: auf dem ehrwürdigen Torgauer Markt wird von 10 bis 18 Uhr ein zünftiges Beachvolleyball-Turnier stattfinden. Auch wer wieder einmal in Torgau shoppen gehen möchte, kann dies an diesem Sonnabend tun – die Geschäfte in der Innenstadt haben von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Von Kristin Engel

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