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Oschatz Totschlag-Prozess auf der Kippe
Region Oschatz Totschlag-Prozess auf der Kippe
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16:30 13.11.2012

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Von Frank Hörügel

Nach 18 Prozesstagen hatte der 28-jährige Hauptangeklagte Ronny S. am 4. September sein Schweigen überraschend gebrochen und mehrere Zeugen für seine angebliche Unschuld am Tod des Obdachlosen André K. benannt. Drei Zeugen konnten noch am selben Tag vernommen werden, die Staatsanwaltschaft zweifelte jedoch an ihrer Glaubwürdigkeit (wir berichteten). Gestern sollten nun zwei weitere Zeugen vernommen werden. Doch sie waren für das Gericht unauffindbar. Auch deshalb, weil Ulf Ihle als Verteidiger von Ronny S. irrtümlich einen falschen Vornamen für einen der beiden Zeugen angegeben hatte. "Langsam habe ich es satt", schimpfte der Vorsitzende Richter Norbert Göbel gestern und sprach von Verfahrensverschleppung. Göbel lehnte den Beweisantrag von Verteidiger Ihle mit der Begründung ab, dass die Aussagen dieser Zeugen für die Entscheidung des Gerichtes bedeutungslos seien.

Daraufhin stellte Verteidiger Ulf Ihle den Befangenheitsantrag. Das Gericht habe die Beweisaufnahme erst zugelassen und dann abgelehnt, begründete er seinen Antrag.

"Die Kammer will die entsprechenden Schlüsse nicht ziehen", so der Rechtsanwalt.

Oberstaatsanwältin Claudia Laube bezeichnete den Befangenheitsantrag dagegen als unbegründet. Die Ablehnung weiterer Beweisanträge sei zu Recht erfolgt, betonte die Vertreterin der Anklagebehörde.

Wie geht es jetzt weiter in dem Verhandlungs-Marathon? Drei Berufsrichter, die mit dem Totschlag-Prozess nichts zu tun haben, entscheiden nun über die Befangenheit der 3. Strafkammer unter Vorsitz von Richter Norbert Göbel. Falls sie Befangenheit feststellen sollten, so der Sprecher des Landgerichtes Leipzig Hans Jagenlauf nach der gestrigen Verhandlung auf OAZ-Anfrage, "dann ist dieser Prozess beendet, und es muss von vorn angefangen werden". Anderenfalls verhandele die jetzige Strafkammer weiter in der bisherigen Besetzung. Mit den Plädoyers und einem Urteil könne in diesem Fall am 25. Januar 2013 gerechnet werden, so Jagenlauf.

Der Totschlag-Prozess am Landgericht Leipzig sollte ursprünglich bereits im April dieses Jahres beendet werden. Dieser Termin musste wegen neuer Beweisanträge immer wieder verschoben werden. Auch die Befangenheit des Gerichtes wurde schon einmal auf Antrag eines der sechs Verteidiger geprüft. Dieser Antrag wurde abgelehnt, so dass die 3. Strafkammer weiter verhandeln konnte.

Der Fall

Der Oschatzer Obdachlose André K. wurde am 27. Mai 2011 am Südbahnhof so brutal verprügelt, dass der 50-Jährige am 1. Juni des vergangenen Jahres an seinen Verletzungen in der Uniklinik Leipzig starb. Sechs Jugendliche und Männer wurden von der Polizei als mutmaßliche Täter ermittelt. Sie müssen sich seit Dezember 2011 vor dem Landgericht Leipzig wegen Totschlages und unterlassener Hilfeleistung verantworten.

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Leipzig. Der Prozess um den gewaltsamen Tod eines Obdachlosen aus Oschatz (Nordsachsen) verzögert sich weiter. Der Verteidiger eines der sechs Angeklagten stellte am Dienstag im Landgericht Leipzig einen Befangenheitsantrag gegen die komplette Strafkammer, weil die Richter zuvor einen Beweisantrag abgelehnt hatten.

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