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Oschatz Traktorpulling in Merkwitz bringt 400 Euro für die Kinderkrebshilfe
Region Oschatz Traktorpulling in Merkwitz bringt 400 Euro für die Kinderkrebshilfe
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09:30 17.07.2017
Prominente Zugpferde: Beim Traktorpulling mittels Muskelkraft zeigen Stefan Helbig, Hans-Günter-Sirrenberg und Andreas Kretschmar (von links), was in ihnen steckt. Quelle: Foto. Christian Kunze
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Merkwitz

Freitagabend, kurz nach 19 Uhr am Sportplatz: Die Mitglieder der Oschatzer Band „Die Unkomplizierten“ packen ihr Equipment aus, vom Rasen tönen immer wieder Trillerpfeifentöne des Altherren-Turniers, Vereinsvorsitzender Stefan Helbig holt sich am „Merkwitzer Nasch-Eck“ eine Bratwurst. „In zwölf Stunden gehe ich nach Hause“, sagt er. Das ist nicht wörtlich zu nehmen, nein es sagt nur aus, dass er als Kopf des Vereins die Hauptverantwortung trägt, wenn jedes Jahr in Merkwitz Dorffest gefeiert wird – und das drei Tage lang, immer am dritten Wochenende im Juli und meist bei Sommerwetter.

Unkomplizierte Livemusik

Die Livemusik der „Unkomplizierten“ bildete den Auftakt, am Sonnabend. Es gab auch Freizeitfußball mit zwölf Mannschaften. „Interesse hatten um die 20, aber wir mussten einen Schnitt machen, sonst hätten wir von früh bis abends gespielt“, sagt Mitorganisator Robert Richter. Es folgte Tanz mit Einlagen der Funkengarde des Oschatzer Carneval Clubs im Festzelt am Abend, ehe das Fest am Sonntag seinen Höhepunkt erreichte. „Freitag entspannen viele noch von der Arbeitswoche, Sonnabend sind einige noch beruflich eingespannt, am dritten Tag rechnen wir mit dem meisten Publikum und gehen in die Vollen“, sagt Stefan Helbig.

Besucheransturm

Zu den rund 600 Besuchern am Sonnabendabend gehörte Anja Kiefert. Die Oschatzerin ist das erste Mal zu Gast und findet „alles sehr rund“. Bei der Musikauswahl sei für jeden Geschmack etwas dabei – selbst für die größten Tanzmuffel unter den Gästen. „Das ist auf jeden Fall einen Besuch im kommenden Jahr wieder wert“, sagt sie. Die Merkwitzer haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnt etliches einfallen lassen, um die Kinderkrebshilfe in Leipzig zu unterstützen: Benefizturniere in ihrer Vorzeigedisziplin, dem Fußball, Boxkämpfe mit den Lokalmatadoren Maik Scholz und Rick Zschernig sowie Sportlern des SV Roland Belgern, Armdrücken, und im vergangenen Jahr mit dem Pferdeäpfel-Lotto, die bisher wohl skurrilste Aktion. All das geschah zugunsten anderer und vor dem sehr ernsten Hintergrund, dass einer ihrer Aktivposten, Frank Roßberg, der den Verein mit seinem Wirken viele Jahre lang geprägt hat, im Februar 2007 im Alter von nur 51 Jahren an der heimtückischen Krankheit Krebs starb. In diesem Jahr war wieder Muskelkraft gefragt, denn es galt, einen Traktor Zetor 5211, zur Verfügung gesellt von der Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz, zu ziehen – an einem Seil, und zwar nur mit den bloßen Händen.

2,8 Tonnen schwerer Traktor

Insgesamt kam seit der ersten Benefizaktion 2007 ein fünfstelliger Betrag für die Kinderkrebshilfe zusammen. Am Sonntag wagten sich rund ein Dutzend Dreiergruppen und einige Einzelkämpfer an das Traktorenziehen – mit ihren Spenden erhöhten sie den Betrag noch einmal um rund 400 Euro. Den Anfang machte ein prominentes Trio: der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos), Vereinsvorsitzender Stefan Helbig und Nordsachsens ehemaliger Sozialdezernent, der Oschatzer Hans-Günter Sirrenberg, legten, gestärkt vom Mittagessen, eine Zeit von reichlich zwölf Sekunden für die vom Verein abgesteckte Strecke vor. Regeln gab es bei dieser kräftezehrenden Disziplin nur ganz wenige. Männer und Frauen traten getrennt an, um das 2,8 Tonnen schwere Fahrzeug mittels Muskelkraft rund zehn Meter weit zu ziehen. Einschränkungen gab es nur beim Schuhwerk. „Fußball- oder Golfschuhe sind verboten, ansonsten kann jeder in Latschen, Sandalen, Turnschuhen oder barfuß antreten – immerhin steht der Spaß für uns im Vordergrund“, sagt Mario Roßberg vom Vereinsvorstand.

Nach der Gaudi sammelten sich sämtliche Kinder von der Hüpfburg und den Elektroautos der Verkehrswacht Oschatz sowie dem vereinseigenen Spielplatz und fanden sich zum Finale des Festes mit dem Puppentheater Rabatz ein. Man darf gespannt sein, was Merkwitz 2018 bietet.

Von Christian Kunze

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