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Trauerhallen in der Collm-Region sind oft in einem schlechten Zustand

Beerdigungen Trauerhallen in der Collm-Region sind oft in einem schlechten Zustand

Um die Trauerhallen in der Collm-Region ist es nicht immer gut bestellt. Sie sind meist die weltliche Alternative zum Abschied in der Kirche. Doch viele Trauerhallen sind in einem schlechten baulichen Zustand oder auch zu eng für eine große Trauergemeinde.

Beistand aus dem Himmel ist beim Bau von neuen Trauerhallen nicht zu erwarten.

Quelle: Dirk Hunger

Collm-Region. Wenn ein Angehöriger oder Freund gestorben ist, dann will man von ihm Abschied nehmen. Möglichst in einem würdigen Rahmen. Je nachdem, ob der Verstorbene einer Konfession angehörte oder nicht, finden diese Trauerfeiern in Kirchen oder Trauerhallen, die meist in kommunalem Eigentum sind, statt.

Einige dieser Trauerhallen in der Region können diesen würdigen Rahmen nicht bieten. So klagte kürzlich ein Dahlener Leser bei der OAZ, dass die Halle in der Heidestadt keinen angemessener Rahmen für eine Trauerfeier biete. Bestatter Frank Horn, dessen Unternehmen in Dahlen ansässig ist, bezeichnet den Zustand dieser Einrichtung als „nicht zufriedenstellend“. Zu baulichen Mängeln innen und außen käme die unzureichende Größe. Wenn 30 Trauergäste kämen, gehe es in der Dahlener Trauerhalle sehr eng zu. Eine Alternative sei aus seiner Sicht die Nutzung der Kirche auch für weltliche Trauerfeiern, was aber von der Kirchgemeinde offensichtlich nicht gewollt sei.

In der benachbarten Kirchgemeinde Schmannewitz-Bucha ist man diesen Schritt bereits gegangen. Dort ist seit Mitte März eine neue Friedhofssatzung in Kraft, die auch die Modalitäten für weltliche Trauerfeiern in den zur Gemeinde gehörenden Kirchen Bucha, Ochsensaal und Schmannewitz regelt. „Das bewerben wir aber nicht offensiv“, stellt die Birgit Göllnitz, Verwaltungsmitarbeiterin der Kirchgemeinde, klar. In jener Satzung sei zum Beispiel geregelt, dass eine weltliche Trauerfeier in der Kirche zu beantragen ist und die Kirchenvorstand den Verstorbenen dazu zulassen muss.

„Die größeren Trauerhallen in der Region sind in Ordnung“, stellt Bestatter Norman Wünsche fest. Anders sähe es in den kleineren Orten aus. Sie seien meist zu klein und teils in desolatem Zustand. Andererseits würden sie auch selten in Anspruch genommen, so dass die Kommunen nur geringe Einnahmen erwirtschaften könnten, um sie zu pflegen oder gar zu sanieren. Deshalb seien zum Beispiel die Trauerhallen in Merkwitz und Lonnewitz abgerissen worden. Ein mittlerweile häufig genutzte Alternative sei, die Trauerfeier in der Oschatzer Friedhofskirche abzuhalten und anschließend den Verstorbenen auf dem Friedhof seines Heimatortes beizusetzen. Norman Wünsche begrüßt es ausdrücklich, dass eine Reihe von Kirchgemeinden den weltlichen Trauerfeiern offen gegenüberstehen. Die daran geknüpften Bedingungen hält er für akzeptabel und gerechtfertigt.

Norbert Schade, der in diesem Jahr das Oschatzer Bestattungshaus Nöbel übernommen hat, kann die Situation rund um Oschatz mit der in der Wurzener Region vergleichen. Die Oschatzer Friedhofskirche bezeichnet er überschwänglich als „bombig“. Er kenne zwei, drei Trauerhallen in der Region, in denen „es nicht so berühmt aussieht“. Im Raum Wurzen seien in den vergangenen Jahren viele kommunale Trauerhallen mit Hilfe von EU-Fördergeldern, saniert, zum Teil sogar neu errichtet worden. Da sei das Engagement der Bürgermeister gefragt. Rund um Wurzen sei es viel verbreiteter, dass Trauerfeiern für Konfessionslose in der Kirche stattfinden. Die damit verbundenen Bedingungen der Kirchgemeinde hält auch er für akzeptabel. Ein Problem bestehe jedoch bei der zeitlichen Verfügbarkeit der Kirchen. „Gerade für Trauerfeiern, bei denen viele Gäste erwartet werden, die berufstätig sind oder außerhalb wohnen, wird der Sonnabend bevorzugt“, erläutert der Bestatter. Dieser Termin sei jedoch nicht in allen Kirche realisierbar. So gesehen hätten seien die kommunalen Trauerhallen keine Auslaufmodelle.

Von Axel Kaminski

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Dahlen
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