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Trauerhallen in der Gemeinde Liebschützberg künftig ohne Medienanschluss

Letzte Ruhe Trauerhallen in der Gemeinde Liebschützberg künftig ohne Medienanschluss

Sieben Trauerhallen gibt es in der Gemeinde Liebschützberg, fast alle mit Strom- und Wasseranschluss ausgestattet. Neben Kosten für diese Medien werden für die nur noch selten genutzten Gebäude auch Versicherungsprämien fällig. Mit dem Kappen der Leitungen will die Gemeinde zunächst bei den laufenden Kosten sparen. Der Abriss folgt später, vielleicht erst nach Jahren.

Für den Abriss der kaum noch benutzten Trauerhallen hat die Gemeinde Liebschützberg kein Geld. aber die laufenden Betriebskosten sollen mit der Abtrennung der Medien drastisch reduziert werden.

Quelle: Axel Kaminski

Liebschützberg. In der Gemeinde geht ein Ära zu Ende. Die kommunalen Trauenhallen werden – das ist seit Dienstagabend Beschlusslage – von den Medien getrennt. Damit sind dort keine Trauerfeiern mehr möglich.

Was nach einem harten Einschnitt klingt, ist keiner. Die Hallen werden kaum noch genutzt. Hinterbliebenen bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten, von ihren Angehörigen in einem würdigeren Rahmen Abschied zu nehmen, als ihn die meisten Trauerhallen bieten können. „Die Hallen müssten alle renoviert und zum Teil saniert werden“, heißt es in der Begründung des Beschlusses, über den die Räte zu befinden hatten. Die meisten Kirchgemeinden stellen mittlerweile die Gotteshäuser auf Antrag für weltliche Trauerfeiern zur Verfügung. Daneben gibt es die Möglichkeiten, solche Feiern bei den Bestattungsunternehmen oder der entwidmeten Oschatzer Friedhofskirche auszurichten.

„Für mich ist es wichtig, aus den laufenden Kosten herauszukommen“, erläuterte Bürgermeister David Schmidt (parteilos) den Vorstoß der Verwaltung. Man habe zum Beispiel im vergangenen Jahr für Wasser, Strom und Versicherung 656,60 Euro gezahlt. Eigene Recherchen und Rücksprachen mit Amtskollegen hätten ergeben, dass es keine kommunale Pflichtaufgabe sei, Trauerhallen vorzuhalten.

Da die Friedhöfe von den Kirchgemeinden bewirtschaftet werden und die meisten kommunalen Trauerhallen auf kirchlichem Boden stünden, habe man die Kirchgemeinden um eine Stellungnahme zu dieser Problematik gebeten. Aus diesem Grund war Pfarrer Dr. Kinder in der Ratssitzung zu Gast. Er betonte, dass alle Kirchgemeinden prinzipiell weltliche Trauerfeiern in den Gotteshäuern zulassen. Sie behalten es sich aber vor, solche Anträge abzulehnen. „Es ist nicht möglich, Feiern anderer Religionen oder Ideologien in den Kirchen abzuhalten“, stellte Jochen Kinder klar. Es sei auch nicht gestattet, für eine Trauerfeier Veränderungen im Innenraum der Kirche vorzunehmen. Bisher habe es in der Praxis keine Probleme gegeben.

Wie Dr. Jochen Kinder betonte, sind die Kirchgemeinden nicht daran interessiert, die Trauerhallen zu übernehmen und zu nutzen. Ausnahme ist Wellerswalde, wo dieses Gebäude nicht auf dem Friedhof, sondern auf dem Gelände des Pfarrhauses stehe. Dort sei eine Garage an die Trauerhalle angebaut worden. Man könne sich vorstellen, mit einem Umbau eine zweite Garage zu schaffen, für die es einen Interessenten gäbe.

„Die Trauerhallen sind ein wenig aus der Zeit gefallen“, stellte David Schmidt fest. Leichenhallen, in denen Verstorbene aufgebahrt werden, seien sie aufgrund der fehlenden Kühlung schon lange nicht mehr. Aus dem Ortsbild werden sie dennoch nicht so schnell verschwinden. Die Gemeinde will den Abriss „bei geeigneten Fördermöglichkeiten oder vorhandenen Haushaltsmitteln“ in Angriff nehmen. „Bis dahin könnte es noch Jahre dauern“, stellte der Bürgermeister klar. Die Räte votierten einstimmig für die Abtrennung der Trauerhallen von den Medien.

Von Axel Kaminski

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Liebschützberg
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