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Trauerspiel beendet: Verband gibt wieder Kohle für die Schmalspurbahn

Trauerspiel beendet: Verband gibt wieder Kohle für die Schmalspurbahn

Ein guter Tag für die Döllnitzbahn: Gestern unterzeichneten Dr. Gerhard Gey, Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und Ingo Neidhardt, Geschäftsführer der Döllnitzbahn GmbH, einen Verkehrsvertrag, der den Bestand der Döllnitzbahn für die nächsten Jahre absichert.

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Festtagsstimmung mit Verkehrsvertrag und Räucherlok in Oschatz: Verbands-Chef Dr. Gerhard Gey (l.) und Geschäftsführer Ingo Neidhardt nach der Vertragsunterzeichnung.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Von Hagen Rösner

 

Damit endet ein Trauerspiel, das im Februar 2011 begonnen hatte.

 

Rückblende: An einem Februarabend 2011 treffen sich die Mitglieder des ZVNL in einem nüchternen Tagungssaal des Leipziger Neuen Rathauses. Hier werden die Weichen für wichtige Projekte gestellt. Unter anderem steht die Verlängerung der Bezuschussung der Döllnitzbahn durch den ZVNL auf dem Programm. Kommunalpolitiker aus Oschatz und Nordsachsen beschwören die Stimmberechtigten, das Geld für die Döllnitzbahn nicht zu verweigern. Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) überreicht dem Leipziger Stimmführer Martin zur Nedden ein Oschatzer "Völkibrot" - als Zeichen des Zusammenhalts. Es nutzt nichts, die Leipziger verweigern die Zustimmung für die weitere Finanzierung. Damit hängt die Döllnitzbahn in der Luft. Der damalige Verbandsrat und heutige SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Winkler formulierte es nach der Sitzung so: "Die Döllnitzbahn soll zum politischen Spielball werden. Leipzig und Leipziger Land wollen zu Lasten unserer Döllnitzbahn der Landesregierung zeigen, welche Auswirkungen die Kürzung der Nahverkehrsmittel durch den Landtag haben."

 

Fast vier Jahre später ist die Krise überwunden, vor allem Dank einer Klausel im alten Koalitionsvertrag von CDU und FDP, die den Fortbestand der sächsischen Schmalspurbahnen garantiert.

 

Jetzt gibt es das Happy End mit Vertragsunterzeichnung. "Sie haben in den zurückliegenden vier Jahren viel getan, damit wir heute hier unsere Unterschriften unter dieses Papier setzen können", lobte Gey das regionale Engagement für die Döllnitzbahn. Der Vertrag beginnt am 1. Januar 2015 und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. So werden rund 550 000 Euro für die Döllnitzbahn zur Verfügung stehen. Der Vertrag beinhaltet einen Gesamtumfang von jährlich 23 000 Zugkilometern. Davon werden auch zukünftig 3000 Zugkilometer mit einer historischen Dampflok erbracht. Auf 20 000 Zugkilometern erbringen Dieselzüge Leistungen im öffentlichen Personennahverkehr, auch im Schülerverkehr.

 

Verbandsvorsitzender Gey: "Der neue Verkehrsvertrag sichert in Übereinstimmung mit den Entwicklungszielen des Freistaates Sachsen den Bestand der Döllnitzbahn als der einzigen Schmalspurbahn im Verbandsgebiet des ZVNL. Mit der Döllnitzbahn wird der ÖPNV in der Fläche präsent sein. Durch Abstimmung der Fahrpläne unter anderem zum Saxonia-Regional-Express ergeben sich auch zukünftig gute Anschlussbedingungen für die Fahrgäste in Richtung Leipzig und Dresden."

 

Die Döllnitzbahn GmbH als Eisenbahnverkehrs- sowie Infrastrukturunternehmen hat damit eine gesicherte Perspektive. "Bei einer Fahrt mit der Döllnitzbahn gibt es viel zu entdecken" warb Geschäftsführer Ingo Neidhardt: "Die Schmalspurbahn fährt vom historischen Stadtkern der Großen Kreisstadt Oschatz vorbei am O-Schatz-Park, durch eine wundervolle Landschaft, entlang einer Alpaka- und Straußenfarm bis nach Mügeln und weiter bis nach Glossen vor den Toren von Wermsdorf."

Hagen Rösner

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