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Oschatz Traum von neuer Stadt Rio beerdigt: Riesa und Oschatz bleiben solo
Region Oschatz Traum von neuer Stadt Rio beerdigt: Riesa und Oschatz bleiben solo
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16:09 24.11.2014
Der verbindende Reißverschluss zwischen Riesa und Oschatz wird aufgezogen und man sieht: Die Palme ist genau wie der Traum von Rio verwelkt. Montage: Wolfgang Sens Quelle: Wolfgang Sens

von frank hörügel

Gemeinsam wollten sie eine neue Stadt schaffen. Rio sollte sie heißen, aus Riesa und Oschatz zusammenwachsen und bis zu 70 000 Einwohner zählen. Im Januar 2002 stimmte der Oschatzer Stadtrat geschlossen dafür, entsprechende Verhandlungen mit Riesa aufzunehmen. Das Industriegebiet Rio wurde gemeinsam entwickelt, es gab ein gemeinsames Amtsblatt der beiden Städte. Und im Sport rückten Oschatzer und Riesaer Vereine zusammen.

13 Jahre nach dem Startschuss für Rio im Jahr 2001 gibt es nun mit Marco Müller bereits den zweiten Amtsnachfolger von Wolfram Köhler in Riesa - und der Traum von einer neuen Stadt Rio ist inzwischen beerdigt worden (siehe Kurzinterview). Auch in Oschatz ist die Euphorie der Anfangszeit längst verflogen.

"Eine gemeinsame Stadt sehe ich auf unabsehbare Zeit nicht", sagt Jörg Bringewald, Beigeordneter der Stadt Oschatz. Die Stadt sei zwar bereit, mit allen Kommunen im Umfeld zusammenzuarbeiten, so der 48-Jährige. "Das verstehen wir aber als Angebot und nicht als Zwang. Dabei gibt es keinen Handlungsdruck", betont er. Nach seiner Einschätzung wird dieser Druck auch künftig nicht aufgebaut. "Die Landesregierung hat in dieser Frage ihre Pflöcke eingeschlagen - die jetzigen Kreisgrenzen stehen nicht zur Diskussion." Hinsichtlich des Rio-Industriegebietes, aus dem sich die Stadt Oschatz wieder zurück gezogen hat, sieht Bringewald das ursprüngliche Ziel aber erreicht: "Wir wollten ein relativ großes Industriegebiet. Die Voraussetzungen dafür sind geschaffen, nur ein Investor fehlt noch."

Peter Streubel (Linkspartei) ist einer der Oschatzer Stadträte, die 2002 für eine engere Zusammenarbeit mit Riesa gestimmt haben. Er bedauert, dass die anfängliche Euphorie verflogen ist. "Als die Partner beim Industriegebiet Rio auseinander gegangen sind, war das Vorhaben beendet", schätzt der 73-Jährige ein. Den Traum von der Stadt Rio hat er aber noch nicht aufgegeben. "Wir sollten weiter offen für eine Zusammenarbeit sein und einen neuen Anlauf nehmen", sagt Streubel. Die Grundlage dafür müsse eine gleichberechtigte Zusammenarbeit der Kommunen sein, fordert der Kommunalpolitiker.

Holger Mucke arbeitet in Riesa und wohnt in Oschatz. Der 36-Jährige wäre damit der ideale Rio-Einwohner. "Ich bedauere, dass das nichts geworden ist", sagt Mucke, der für die CDU im Stadtrat Oschatz sitzt. Dem Gemeinschaftsgefühl der Riesaer und Oschatzer stünden Verwaltungsstrukturen gegenüber - die Grenzen von Landkreisen und Landesdirektionen sowie zwei verschiedene Verkehrsverbünde. Dennoch gebe es auf Vereinsbasis eine Zusammenarbeit, zum Beispiel beim Handball. "Ich hoffe, dass die beiden Städte weiter im Austausch bleiben", sagt Mucke. © Kommentar

Frank Hörügel

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