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Traurige Prognose bis 2025: Es werden immer weniger Oschatzer

Traurige Prognose bis 2025: Es werden immer weniger Oschatzer

Die Große Kreisstadt schrumpft. Nicht in der Fläche, sondern in der Einwohnerzahl. Während Ende des Jahres 2011 noch 14 991 Menschen gezählt wurden, waren es 2012 schon 177 weniger und 2013 weitere 88 Einwohner weniger - im Ergebnis 14 733. Das hat das statistische Landesamt Sachsen auf der Grundlage der Zensusdaten vom 9. Mai 2011 ermittelt.

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Seit 1990 geht die Oschatzer Bevölkerungszahl zurück und die Prognose bis zum Jahr 2025 sieht nicht besser aus.

Quelle: Montage: Patrick Moye

Im Altkreis Oschatz gibt es keine Stadt und keine Gemeinde, in der die Zahl der Bürger nicht zurück gegangen ist. Im Landkreis Nordsachsen sank die Zahl von 200 062 im Jahr 2011 auf 197 346 im vergangenen Jahr.

 

Wenn die Zu- und Fortzüge unter die Lupe genommen werden, dann sieht das in Oschatz wiederum ganz gut aus. Im vergangenen Jahr sind 675 Personen nach Oschatz zu- und 624 weggezogen. Darüber freut sich Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) sehr: "Das ist doch eine richtig schöne Zahl, denn wir sind die einzige Stadt und Gemeinde im Altkreis Oschatz, die in diesem Bereich ein Plus von 58 zu verzeichnen hat", sagt er im Gespräch mit der OAZ. Allerdings benennt er auch einen Wermutstropfen. "Die wesentlich größere Differenz wischen den Geburten und den Sterbefällen können wir nicht ändern", so Andreas Kretschmar.

 

Cavertitz hat im gleichen Zeitraum 15 Einwohner verloren, Dahlen 17, Liebschützberg 68, Mügeln 61, Naundorf 20 und Wermsdorf 53. Kurios sei dagegen eine gegenläufige Entwicklung. Obwohl die Zahl der Einwohner zurückgeht, steigt die Zahl derjenigen, die sich in einem der zahlreichen Oschatzer Vereine ehrenamtlich engagieren. Dabei seien die Rahmenbedingungen für Vereine ebenso schwieriger geworden wie für die Städte und Gemeinden im ländlichen Raum. "Für Engagement sind es keine guten Zeiten: Hundert Vorschriften, tausend Regeln und es kommt nichts dabei herum." Überregulierung, neue und geänderte Anforderungen an die Sicherheit erschwerten die ohnehin schon nicht einwandfreien Voraussetzungen. "Was die konkret bedeutet, hat in diesem Jahr der Oschatzer Turnverein schmerzlich erfahren müssen. Hier setzt jedoch nicht die Stadt die Grenzen und stellt schier unlösbare Aufgaben, sondern der Gesetzgeber", sagte das Stadtoberhaupt. Manchmal seien diese Probleme mit Hilfe von Geld lösbar. Der geplante Neubau eines Schulhortes, der nicht im gleichen Gebäude untergebracht sein darf wie die Schule sei eine dieser Herausforderungen. "Für Oschatz ist allerdings ein Komplex aus Schule, Hort und Turnhalle notwendig. Und dieser Komplex kostet uns in etwa so viel, wie wir in den zurückliegenden 25 Jahren in unsere Schulen investiert haben", zieht Kretschmar einen Vergleich.

 

Oftmals helfe da nur zusammenhocken und gemeinsam Lösungen finden. Kretschmar erinnerte an Initiativen in Lonnewitz und Merkwitz, wo Vereine und Stadt gemeinsam neue Spielplätze geschaffen haben. Wenn es darum geht, Unterstützung zu erbitten, seien hiesige Vereine noch zu zögerlich. "Das Landratsamt hat einen Fördertopf, aus dem Oschatzer Vereine fast nichts bekommen, weil sie nichts beantragen", meinte er. Er appellierte an die Vorsitzenden, das besser auszuschöpfen.

Christian Kunze

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