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Oschatz Treffen bei "Emmi"
Region Oschatz Treffen bei "Emmi"
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14:27 28.01.2013

Ebenfalls durften die kircheninternen Kommentare und Kritiken zum Fernsehprogramm der DDR und zu Kinofilmen in der Kirche nicht mehr ausgehangen werden. Trotz aller ideologischen Auseinandersetzungen trafen sich meist am Freitagabend beide Pfarrer sowie die Spitzen von Partei, Stadt und Betrieben bei "Emmi" in der "Schwedenschenke" zum gemeinsamen Skat. Pfarrvikar Speck gehörte einem Kreis von Priestern an, die ihre Meinungen zu aktuellen Themen auf dem Briefweg austauschten. Obwohl es in der DDR ein Briefgeheimnis gab, übte die Stasi Druck auf das Bistum aus, dieses zu unterbinden.

Trotz heftigen Protestes der Gemeindemitglieder musste Martin Speck Mügeln 1973 verlassen. Da die Anzahl der Katholiken stetig sank, wurde die Stelle an der Kapelle "Heiliger Papst Pius X." nicht wieder besetzt. Mügeln wurde nun von den Pfarreien in Leisnig und später von Oschatz aus betreut.

In der Wendezeit saßen Mitglieder der katholischen Gemeinde auch am Runden Tisch und bestimmten im ersten frei gewählten Stadtrat mit über die Geschicke der Stadt. Nach Rückübertragung des Grundstückes Schulplatz 7 bot der Besitzer das Gebäudes der katholischen Gemeinde zum Kauf an. Nach der Begutachtung durch den Bauausschuss des Bistums kam man zum Entschluss, wegen des hohen Sanierungsbedarfes ein anderes Objekt zu suchen. Der Vertrag zum Kauf des Grundstückes Döbelner Straße 15 wurde am 6. Juli 1993 unterschrieben. Dieses Gebäude beherbergte einst die Krankenkasse und später einen Kindergarten.

Nach sorgfältiger Planung begann der Umbau im August 1994. Neben örtlichen Firmen führten zum überwiegenden Teil Gemeindemitglieder selbst die Bauarbeiten aus. Sach- und Geldspenden aus allen Teilen Deutschlands halfen bei der Umsetzung des Vorhabens. Für die Ausgestaltung des Kirchenraumes wurde einheimisches Material, wie Rochlitzer Porphyr und Eichenholz, verwendet. Nach 5140 Stunden Eigenleistung konnte das neue katholische Gemeindezentrum am 18. Mai 1996 durch Bischof Joachim Reinelt auf den alten Namen "Heiliger Papst Pius X." geweiht werden.

Neben der Kapelle im Erdgeschoss gehören zu dem Objekt noch großzügige Räume für die Gemeindearbeit in der ersten Etage sowie eine modern gestaltete Wohnung im Dachgeschoss. Das Außengelände bietet Platz für Veranstaltungen unter freiem Himmel in den warmen Jahreszeiten.

Andreas Lobe

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