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Trendwende: Oschatz verbucht wieder mehr Zuzüge

773 neue Einwohner Trendwende: Oschatz verbucht wieder mehr Zuzüge

Im Jahr 2014 zählte Oschatz mehr Zu- als Fortzüge. Den 657 Fortzügen standen 773 Zuzüge entgegen. Allerdings gibt es in der Bevölkerungsstatistik noch einen weiteren wichtigen Faktor. Das ist das Verhältnis von Neugeborenen zu Sterbefällen. Dort ist es Tatsache, dass in Oschatz mehr Menschen sterben, als neue Erdenbürger geboren werden.

Für die Betreuung der Kinder – hier die Einweihung des Spielplatzes der Grundschule Collmblick – ist in Oschatz gut gesorgt.
 

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz. Das vergangene Vierteljahrhundert war für die Bevölkerungsentwicklung von Oschatz kein gutes. Die Stadt hat in dieser Zeit ein Viertel ihrer Einwohner verloren. Wurden Ende 1990 noch 19.392 Oschatzer registriert, so waren es Ende 2014 nur noch 14.734. Neben der schwachen Geburtenrate war der Hauptgrund für diese Entwicklung, dass mehr Menschen der Stadt den Rücken kehrten als neue Einwohner dazu kamen. Doch jetzt ist Licht am Ende des Tunnels in Sicht. Sowohl im Jahr 2013 als auch im Jahr 2014 gab es mehr Zu- als Fortzüge – Tendenz steigend. Im Jahr 2013 konnte Oschatz 675 neue Einwohner gewinnen, 624 packten im gleichen Zeitraum ihre Koffer. Macht unter dem Strich ein Plus von 51 Einwohner. Im vergangenen Jahr wuchs dieses Plus laut Statistischem Landesamt auf 116 neue Einwohner an (773 Zuzüge und 657 Fortzüge).

Im Jahr 2014 zählte Oschatz mehr Zu- als Fortzüge. Den 657 Fortzügen standen 773 Zuzüge entgegen.

Im Jahr 2014 zählte Oschatz mehr Zu- als Fortzüge. Den 657 Fortzügen standen 773 Zuzüge entgegen.

Quelle: Patrick Moyé

Der Zuwachs hat mehrere Gründe. Im Zusammenhang mit der Inbetriebnahme einer zweiten Matratzenfabrik der Firma Frankenstolz wurden hauptsächlich polnische Facharbeiter angeworben, die als Einwohner von Oschatz die Statistik aufhübschen. Und seit dem vergangenen Jahr steigt die Zahl der Flüchtlinge, die in Oschatz leben, kontinuierlich. Laut Statistischem Landesamt waren Ende 2014 genau 361 Ausländer registriert. Nicht zuletzt könnte auch der verbesserte Bahnanschluss von Oschatz in Richtung Leipzig oder Dresden eine Rolle spielen. Wer mit dem Gedanken eines Umzuges zu seinem Arbeitsort in den beiden Großstädten gespielt hat, der pendelt jetzt lieber und bleibt in Oschatz wohnen. Diesem Umstand trägt der Stadtrat Rechnung.

In der Dezember-Sitzung wurde beschlossen, einen weiteren Parkplatz für Bahnpendler an der Bahnhofstraße zu bauen. Gerade junge Familien finden hier im Vergleich mit Leipzig oder Dresden geradezu ideale Bedingungen in Bezug auf Betreuungsplätze für ihre Kleinen in Kindertagesstätten, Kinderkrippen oder Horten vor. Und dann zieht es auch zunehmend Senioren aus den umliegenden Gemeinden nach Oschatz, weil es hier ein relativ großes Angebot an betreutem Wohnen oder Pflegeplätzen gibt. Die Gründe für Fort- und Zuzüge hat die Meldebehörde der Stadt Oschatz nicht erfasst. Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage. „Meine persönliche Mutmaßung ist die Folgende: Oschatz ist eine schöne Stadt, in der es sich lohnt zu leben. Sicher hat auch die Entspannung am Arbeitsmarkt dazu beigetragen“, sagt Hauptamtsleiter Manfred Schade. Die Stadt werde auch in Zukunft alles dafür tun, dass Oschatz weiterhin schön und lebenswert bleibe, versichert er.

Nicht zuletzt könnte es auch einen Zusammenhang zwischen dem positiven Wanderungssaldo und der Arbeitsplatzentwicklung geben. „Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze ist von 2013 zu 2014 um 108 auf 6515 gestiegen – bei stabiler Einpendlerzahl“, sagt Volkmar Beier, Sprecher der Arbeitsagentur Oschatz. 5727 Oschatzer waren nach seinen Angaben zuletzt in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Das sind 40 Arbeitnehmer mehr als ein Jahr zuvor. Parallel dazu hat sich die Zahl der Auspendler um 53 Personen reduziert. 2702 Oschatzer haben ihren Arbeitsplatz in der eigenen Stadt (plus 93 Personen). „Kurzum: Heimatnahes Arbeiten liegt durchaus im Trend“, schlussfolgert Beier.

Die Wanderungsgewinne in den Jahren 2013 und 2014 sind zwar für die Oschatzer Lokalpolitiker ein Grund zur Freude, doch die Geburtenstatistik sorgt weiterhin für Sorgenfalten. Noch immer sterben doppelt so viele Oschatzer, wie Babys das Licht der Welt erblicken. Im Jahr 2013 registrierten die Statistiker 106 neugeborene Oschatzer – aber gleichzeitig 238 Gestorbene. Im Jahr 2014 wurden 105 Babys und 222 Gestorbene gezählt. Die Einwohnerzahl von Oschatz ist deshalb im Jahresvergleich von 2013 und 2014 unter dem Strich nur um eine Person gewachsen. Aber immerhin: Jeder Einwohner wirkt sich direkt auf die städtischen Finanzen aus. Denn die Einwohnerzahl ist maßgebend für die Schlüsselzuweisungen des Freistaates an die Städte und Gemeinden und hat damit direkten Einfluss auf den Füllstand der Stadtkasse.

Von Frank Hörügel

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